Rentenexperte Bert Rürup versilbert seine Kontakte: Als Berater wechselt er zum Finanzkonzern AWD - einem Vermittler für Altersvorsorge-Produkte.
Der Wirtschaftsweise Bert Rürup wechselt als Berater zum Finanzmakler AWD. Nach Informationen aus Wirtschaftskreisen gibt der Vorsitzende des Sachverständigenrats der Bundesregierung ("Fünf Weise") im Frühjahr sein Amt auf und tritt seine Stelle bei AWD an, einem der größten und früher umstrittenen Vermittler von Finanzprodukten in Deutschland.
Bild vergrößern
Bert Rürup wechselt zum Finanzdienstleister AWD. (© Foto: dpa)
Anzeige
Pikant daran ist, dass der 65-jährige Professor in den vergangenen Jahren ein maßgeblicher Berater wechselnder Bundesregierungen in der Rentenpolitik war. Auf seinen Rat ergänzte die Politik die staatliche Rente durch finanzielle Anreize, privat für das Alter vorzusorgen - wie bei der nach ihm benannten Rürup-Rente und der nach einem früheren Sozialminister benannten Riester-Rente. AWD wiederum ist unter anderem auf die Vermittlung von Altersvorsorgeprodukten an Millionen Deutsche spezialisiert.
Berater Chinas
AWD-Chef Carsten Maschmeyer lernte Rürup auf gemeinsamen Reisen mit dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) nach China kennen. Rürup berät das Riesenreich bei der Gestaltung des Alterssystems. Exzellente Kontakte pflegt er auch nach Russland. Das trifft sich gut für den AWD-Konzern, der angekündigt hat, in die beiden Länder mit einer Gesamtbevölkerung von etwa 1,5 Milliarden Menschen expandieren zu wollen.
Rürup, der für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war, ist seit März 2000 Mitglied des Sachverständigenrates und seit 2005 dessen Chef. Der in Darmstadt lehrende Professor wurde im Januar für drei weitere Jahre an die Spitze des Expertengremiums gewählt. Der AWD-Konzern gehört inzwischen zum Schweizer Versicherer Swiss Life.
(SZ vom 20.11.2008/tob)
Harte Kritik des Bayern-Präsidenten
Das hat mit der Rente im Grundsatz nichts zu tun. Das sind nämlich die Auswirkungen, die diese Herren der Politik zu ihrem persönlichen Nutzen eingeträufelt haben. Korruption nennt man so etwas!!!!
Es mag sein, dass die versprochenen Erlöse von Riester-Renten fragwürdig sind. Aktuell hat die gesetzliche Rente eine praktische Negativrendite. 5900 Kapital (19.5% eines Durchschnittseinkommens) ergeben 26.27 monatliche Rente.
Wenn wir davon ausgehen, dass selbst konservativste(!) Sparstrümpfe 2% mehr als die Inflationsrate bringen, so würden 20% eines Durchschnittseinkommens als Beitrag über 40 Jahre nicht 1000 Rente bringen, sondern 1590 - beide Summen auf die heutige Kaufkraft gerechnet.
So oder so wird man ausgenommen.
Nachtrag: Wer umfangreiches Informationsmaterial haben möchte, der klicke
www.nachdenkseiten.de an. Da ist mehr über die sauberen Herrschaften zu lesen, als einem lieb sein kann!
Soviel ich weiß, ist Rürup schon geraume Zeit für AWD tätig. Dieser Mensch schämt sich nicht im Mindesten dafür, dass durch seine Mithilfe als Lobbyist reihenweise Bürger sich auf "Rürup" oder "Riester" - Versicherungen eingelassen haben. Deren Erlöse sind nach Aussagen von seriösen Versicherungsexperten recht fraglich. Immerhin hat diese Klientel durch ihr ausgezeichnetes Netzwerk in Verbindung mit Leuten wie Raffelüschen den Versicherungen, für die sie selbst tätig sind oder waren Milliarden Umsätze gebracht. Und das unter dem heuchlerischen Deckmäntelchen der Unabhängigkeit. Die damalige und heutige Bundesregierung hat bei diesem schmutzigen Spiel fleißig mit gemacht. So, als Erfüllungsgehilfe der Lobby.
dann die Gelddruckmaschine "Vortragsreisen" anwerfen und schließlich durch die Drehtür bei den Konzernen landen, denen man als Parlamentarier genutzt hat - das sind keine schlechten politischen Sitten - das ist politische Korruption. Ein Strafrechtsdelikt und seit dem Gazprom-Deal von Gerd Schröder unser politischer Alltag.
Lobbyisten sitzen in den Ministerien und erklären den Mitarbeitern dort, was zu tun und zu lassen ist und schwupps zur neuen Legislaturperiode sitzen diese dann auf gut dotierten Posten in besagten Konzernen.
Und ein Bahngewerkschaftsboss stimmt gegen die Interessen seiner Mitglieder und wird danach bei der Bahn Vorstand. Das ist Korruption und ein Strafrechtsdelikt.
Wo verdammt ist die zuständige Staatsanwaltschaft, entweder sie wird tätig, oder das Volk muss handeln.
Paging