Der Kollaps der Finanzmärkte wurde in den USA ausgelöst. Er ist das Symbolbild eines Systembruchs, eines geopolitischen Zeitenwandels.
Als sich eine kleine Gruppe amerikanischer Außenpolitik-Experten im Frühjahr 2005 zu einer Strategie-Diskussion verabredete, blutete die Wunde noch. John Kerry hatte im November die Wahl verloren und die Fachleute, allesamt aus dem Umfeld der Demokraten, wollten nicht noch einmal so ein Desaster erleben.
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Demonstration der Übermacht: US-Soldaten entspannen 2003 in einer Polstergarnitur in einem der Paläste Saddam Husseins westlich des Tigris. Fünf Jahre später gilt der Irak-Feldzug als gescheitert. (© Foto: AP)
Sie gründeten einen neuen Think Tank, eine jener Washingtoner Denkfabriken, in denen die Akteure Unterschlupf finden, die gerade nicht auf den Regierungsposten sitzen.
Das "Center for a New American Security" liegt nur drei Blocks vom Weißen Haus entfernt auf der Pennsylvania Avenue, aber das ist unbedeutend. Wichtig war, dass sich hier die Freidenker versammelten, die mit Wucht den nächsten Angriff auf die Bastion der Republikaner planen sollten. Oder auch nur den Aufstieg aus der Asche.
Regieanweisung für Obama
"The Phoenix Inititive" hieß ihr Projekt, und der Name sollte den Gefühlszustand der Demokraten wiedergeben. George Bush hatte sie mit seiner Außenpolitik geradezu zertrümmert, nun musste etwas Neues her.
Der Titel des Studienberichts der Gruppe, veröffentlicht drei Jahre später im Sommer 2008, war pompös und nichtssagend wie bei so vielen dieser Think-Tank-Empfehlungen: "Strategische Führung: Ein Handlungsrahmen für eine nationale Sicherheitsstrategie für das 21. Jahrhundert."
Interessant aber war, wer sich unter den Autoren tummelte: Susan Rice, Jim Steinberg, Anne-Marie Slaughter, Ivo Daalder, Tony Blinke, Kurt Campbell und ein paar andere aus dem Orbit der Demokraten, die sich nicht so sehr hatten anstecken lassen von der Bush-Hybris der letzten Jahre und die vor allem nicht mit den Neokonservativen paktiert hatten.
Der Bericht der Phoenix-Initiative gilt nun als Regieanweisung für die Obama-Präsidentschaft, und mehr noch: als Manifest gegen den Abstieg. Denn auch Obamas Beratern ist nicht entgangen, dass Amerikas Gewicht in der Welt abnimmt, dass sich neue Mächte formiert haben, dass den USA die Gefolgschaft verweigert wird.
Erstaunlich ist, dass der Bericht zunächst feststellt, wo der Staat und das starke Amerika alleine nicht mehr helfen können: Terrorbekämpfung, Nuklearverbreitung, Klima und Ölabhängigkeit. Gleiches Bild bei regionalen Konflikten: Im Nahen Osten und in Ostasien ist Amerika alleine machtlos.
Munter geht es weiter in ungewohntem Ton: Großmachtsdiplomatie wird so gut wie gar nicht angesprochen, die Welt ist vielmehr miteinander verknüpft, die Macht wird aufgeteilt. Neue Töne, geradezu erstaunliche Erkenntnisse aus Washington - die Post-Phase ist angebrochen: post-hegemonial, Post-Kalter-Krieg, Post-Anti-Terror-Krieg.
Die neue Zeitrechnung lässt ahnen, dass auch in Washington ein Weg aus dem globalen Schlamassel gesucht wird. Wie also umgehen mit den starken Aufsteigern, den Öl-Autokraten, den selbstbewussten Neulingen im globalen Machtspiel? 1905 erschien in Großbritannien ein Buch, das Aufstieg und Niedergang des britischen Empires beschrieb.
Tatsächlich litt das viktorianische Britannien an seiner imperialen Überdehnung und spürte, dass es ein Ende haben würde mit der Vorherrschaft zur See und in den Kolonien. 1906 wurden die Konservativen mit einer krachenden Niederlage bei den Unterhauswahlen bestraft, aber selbst die siegreichen Liberalen konnten das imperiale Zeitalter nicht verlängern.
100 Jahre lang, angefangen mit der Industrialisierung im späten 19. Jahrhundert, dominierten seitdem die USA die Weltpolitik - gewollt oder ungewollt. 100 Jahre lang beherrschte die Idee Amerika die Phantasie der Menschen.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum Amerika nach dem Zweiten Weltkrieg aufholte.
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In diesem Artikel:
- Hypothekenkrise Die armen Menschen von Cape Coral
- Kapitalismus in der Krise "Die große Depression hat China nie erreicht"
- Kapitalismus in der Krise Das Ende der Wall Street
- Kapitalismus in der Krise Das große Missverständnis
- Proteste gegen Sparprogramm Remmidemmi in Athen
- Rüge vom Bundespräsidenten Köhler geißelt Finanzkapitalismus
- Edmund Phelps "Ohne den Staat würde der Kapitalismus kollabieren"
Das von Obama in seiner Berliner Rede vom Sommer dieses Jahres Postulierte fußt auf völlig unzulänglichen analytischen Fähigkeiten. Die Mauer des Unerreichbaren gab es früher und sie bleibt auch künftig unangetastet. Zu fordern, es müsse strategisch darum gehen, insbesondere solche Mauern in Frage zu stellen, hat nichts mit der Wirklichkeit zu tun. Geradezu eine Labsal wäre es deshalb, unterließen es vermeintliche Politiker in aller Öffentlichkeit bombastischen Unfug zu reden, der zudem zig-fach vervielfältigt voraussichtlich auch noch jahrelang ventiliert wird.
Dieser präzisen, kürzest-möglichen Zustandsbeschreibung von "Mephisto do Brasil"
"Schau' ma mal....
.... wie und ob Obama die nächsten 4 Jahre im Frontalangriff auf die Oligarchen aus der Öl-, Rüstungs-, und Pharma/"Gesundheits" - Industrie überleben wird.
Und selbst im Fall er überlebt das, mal sehen wer die nächste Wahl gewinnen wird, wenn die evangelikalen Fundis Marke "Mike Huckabee" wieder zurückkehren in die Wählerlisten....
Viellecht hilft bei dem ganzen wirklich nur noch ein "In God we trust" ;) "
gebü¨hrt ein ganz grosses Kompliment, weil dort punktgenau ausgedrückt wird, was aktuell -mit Obama, den USA und dem Kapitalismus- "Sache ist.
Im Gegensatz zu Mephisto glaube ich allerdings, nicht Ewiggestrige Neocons werden dieser Regierung nachfolgen, sondern entweder
- das totale Ende der Vorherrschft des Westens und seines Kapitalismus, d.h. das Chaos,
oder
- das sogenannte "Venus-Projekt", auf das ich, mit dem forlgenden Link, hier nochmals aufmerksam machen will.
http://video.google.com/videoplay?do...26537690187652
"unbestechlich attraktive, demokratische Ideale und ein einlösbares Freiheitsversprechen in einer liberalen Kultur " Unsinn! Erst die Ausrottung der eigentlichen Bevölkerung, dann die Sklaverei und später dann die Rassentrennung auch noch nach dem zweiten Weltkrieg, darauf baute Amerika auf!
"Demokratie, Freiheit, Kapitalismus, kulturelle Attraktivität und im Zweifel die größere Kanone für den guten Zweck " Vor allem die grössere Kanone, aber nicht für den guten sondern den eigennützigen Zweck!
"Es forderte Gefolgschaft ein und wollte Demokratie erzwingen. " Das ist ja fast der grösste Brüller in diesem ganzen Kommentar! Rund um die Welt demokratisch gewählte Regierungen wegputschen, die miesesten, für Geld zu bekommenden Diktatoren unterstützen und dann einen auf "Demokratieverbreiter" machen. Ich kann kaum glauben, dass das dem Herrn Kornelius entgangen sein sollte! Also warum erzählen sie uns so einen offenkundigen Unsinn, Herr Kornelius?
"Das amerikanische Modell wurde als einschnürend empfunden. " Ebenfalls Unsinn! Nicht das amerikanische Modell, sondern die gewalttätige ungerechte amerikanische Einmischung in die Belange aller Länder, die für die USA interessant waren, stösst die Menschen überall ab. Freiheit und Demokratie hingegen wollen die Menschen weltweit.
Kornelius`umfassendeForderung:
"Wer also gibt sie, die Antwort auf die Frage nach der besten Gesellschaft, in der nationale Gefühle und die angenehmen Seiten der globalisierten Welt Platz haben, in der es gerecht und sozial zugeht, in der die Rettung des eigenen Planeten zum weltweiten Megathema wird, in der sich die Heterogenität der Welt widerspiegelt, ohne dass sie die Spannungen dieser Welt austragen muss?"
wird HIER,
http://video.google.com/videoplay?do...26537690187652
mit dem sogenannten "VENUS Projekt", wie ich meine auf geradezu beispielhafte Weise -in English, aber mit deutschen Untertiteln- beantwortet.
Dieser amerikanische Film beschreibt -während NUR 2 Stunden- nicht nur die Vergangenheit und die Gegenwart, sondern zeigt auch eindrucksvoll auf, WIE die -friedliche!- Zukunft auf unserem Planeten aussehen könnte, wenn WIR nur wollten!
ALLEN empfohlen, die an wirklich neuen, statt der ununterbrochen wiedergekäuten, Ideen für die Zukunft der Menschheit interessiert sind.
"Denn was hätten Sie tun sollen, um islamistische Fanatiker in die Knie zu zwingen? Den Nahen Osten mit Atombomben überziehen? Wäre erstens undenkbar und zweitens immer noch nicht ausreichend gewesen. "
Die Ursachen bekämpfen und nicht die Wirkungen?
Paging