Streit um Militärflieger Milliardenhilfe durch die Hintertür

Bewegung im Milliardenpoker um den Militärflieger A400M. Die Bestellnationen sind offenbar bereit, mehr Geld an den Hersteller Airbus zu zahlen.

Zehn Milliarden Euro mehr wird die Entwicklung des Airbus Militärtransporters A400M kosten - und diesen Fehlbetrag möchte der Mutterkonzern EADS liebend gerne reduzieren. Nachzahlungen in Milliardenhöhe verlangt das Unternehmen deshalb von all jenen Nationen, die den Krisenflieger bestellt haben. Erst hatte EADS 5,2 Milliarden Euro gefordert, derzeit sind es noch 4,4 Milliarden Euro.

Bei den sieben Nationen, allen voran bei der deutschen Bundesregierung, hat dieses Vorhaben für großen Ärger gesorgt. Nun suchen alle Beteiligten händeringend nach einer "gesichtswahrenden Lösung".

Offenbar sind die Länder nun doch zu höheren Nachzahlungen bereit, berichtet die Financial Times Deutschland unter Berufung auf Branchenkreise. Die Summe könne sich unter dem Strich doch auf mehr als die zuletzt genannten zwei Milliarden Euro belaufen - nur solle dies möglicherweise nicht offen kommuniziert werden, heißt es in dem Bericht. Denkbar sei gar ein Anstieg auf drei Milliarden Euro, etwa durch eine Anpassung nach der künftigen Inflationsrate. Der endgültige Abschluss der Verträge könnte sich aber noch bis Ende Februar verzögern.

Kapitalerhöhung vermeiden

Deutschland ist mit 60 von insgesamt 180 bestellten A400M größter Kunde und nimmt in den Verhandlungen über nachträgliche Preiserhöhungen und verlängerte Auslieferungsfristen die härteste Haltung ein. Der mit 50 Bestellungen zweitgrößte Kunde Frankreich ist am stärksten geneigt, auf die Nachforderungen von EADS einzugehen. Am Donnerstag wollen die Erstkunden erneut mit EADS über Änderungen der Lieferbedingungen verhandeln.

Der französische Verteidigungsminister Herve Morin erklärte, er erwarte eine Einigung bis zum Nato-Rat am Wochenende in Istanbul. Die deutsche und die französische Haltung näherten sich an. Eine Einigung beim deutsch-französischen Ministerrat an diesem Donnerstag würde dazu beitragen.

Die Gesamtkosten für das Projekt klettern vermutlich von ursprünglich geschätzten 20 Milliarden auf rund 30 Milliarden Euro. Die Staaten wollen den milliardenschweren Nachforderungen von EADS nicht ohne Weiteres folgen. Allerdings soll das Unternehmen auch finanziell stark genug bleiben, um eine eigene Kapitalerhöhung zu vermeiden.

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