Sportartikel Oliver Kahn verklagt "T1tan"

Kampf der Titanen: Oliver Kahn hat einen Handschuh-Hersteller verklagt.

(Foto: AFP)
  • Ex-Nationaltorhüter Oliver Kahn, Torwart-Titan, ist der Ansicht, dass er Rechte an seinem Spitznamen besitzt.
  • Er hat einen kleinen Torwarthandschuh-Hersteller namens "T1tan" verklagt. Ein erster Gerichtstermin ist für November angesetzt.
Von Hans von der Hagen

Wenn Fußballfans an Titanen denken, dann geht es selten um griechische Mythologie, dafür umso häufiger um einen Mann aus Karlsruhe: Oliver Kahn. Dem 48-Jährigen selbst ist sein Spitzname auch viele Jahre nach seinem Karriereende als Bayern- und Nationaltorwart offenbar sehr wichtig. Der Ex-Torhüter scheint in dieser Hinsicht keinen Spaß zu verstehen.

Kahn hat vor dem Münchner Landgericht I eine Torwarthandschuh-Marke verklagt, die den Namen "T1tan" auf ihre Produkte schreibt: Er verlangt nach Angaben des Gerichts, die Namensnutzung zu unterlassen und Schadenersatz zu zahlen. Kahn sei der Ansicht, dass er ältere Rechte am Namen "Titan" habe. Ein erster Gerichtstermin ist für November angesetzt, teilt das Landgericht mit. Den Streitwert beziffert die Klägerseite auf 250 000 Euro. Kahns Management will sich zu dem Verfahren nicht äußern.

René Adler ist an dem Start-up beteiligt

Die Handschuhmarke T1tan wurde 2010 von Matthias Leibitz und Manuel Maier gegründet, zunächst unter dem Namen Aegiv. 2013 benannten sie die Firma in T1tan um. Die 1 nahmen sie in den Namen, weil die Webadresse Titan.de schon vergeben war. Die beiden Gründer hatten sich im Studium kennengelernt. Ihre Geschäftsidee: Torwarthandschuhe herzustellen, die an die Qualität professioneller Handschuhe heranreichen, aber deutlich günstiger sein sollen. Leibitz begründet den Namen T1tan damit, dass herausragende Torhüter schon immer als Titanen bezeichnet worden seien, auch in den unteren Fußballligen.

Auf der Webseite stellen sich die beiden als Handschuh-Rebellen dar, die mit einer eigenen Marke die "Regeln des Marktes brechen" wollen. Normalerweise würden Handschuhe über den Sportfachhandel mit Hilfe von Fußballstars vermarktet, sie hingegen verkaufen die Handschuhe nur online. Mit zunehmendem Erfolg: 2017 wurden 30 000 Handschuh-Paare verkauft, 2016 waren es noch 8000 gewesen. Inzwischen hat sich auch der frühere Nationaltorhüter Renè Adler, der derzeit bei Mainz 05 unter Vertrag steht, an dem Unternehmen zu einem Fünftel beteiligt.

Kahn hatte einst Interesse an der Firma

Sogar Kahn selbst hatte einst Interesse an der Firma. Leibitz erzählt, dass er eines Tages den Anruf eines Managers der von Kahn gegründeten Firma Titaneon Media AG bekam. "Als der sagte, dass er der Vertreter von Oliver Kahn sei, befürchtete ich, dass er telefonisch schon mal eine Unterlassungserklärung ankündigen würde. Doch dann fragte er ganz direkt, ob wir unsere Firma an Kahn verkaufen wollten." Leibitz habe abgelehnt und gesagt: "Das ist unser Baby." Trotzdem lud der Manager sie nach München in sein Büro ein. "Es war ein gutes Gespräch", sagt Leibitz. Der Vorschlag habe wie folgt gelautet: Die beiden sollten ihre Firma abmelden. Dafür sollte eine neue AG gegründet werden, an der die beiden Prozente erhalten sollten. "Wir haben uns sehr gefreut, aber der Deal kam nie zustande." Auf spätere Mails und Anrufversuche habe es keine Reaktion mehr gegeben.

Nun wird es jedenfalls ernst für T1tan. In einem offenen Brief wandte sich das Unternehmen an seine Kunden. "Der Anlass ist kritisch und für uns absolut unverständlich: Oliver Kahn hat uns verklagt!", heißt es dort. "Sein Ziel: Er will uns die Marke T1TAN wegnehmen und fordert Schadensersatz, da er den Namen "Titan" für sich beanspruchen will. Und das, obwohl wir eine eingetragene europäische Marke für T1TAN besitzen ..."

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Nach dem Anruf des Managers im Jahr 2014 hätten sie Oliver Kahn in der Zwischenzeit "ganz vergessen und nur am Rande erfahren, dass er 2016 seine eigene Torwarthandschuh-Marke gegründet hat. Die wiederum vermarktet unter dem Namen "Goalplay" einen Handschuh, der dabei helfen soll, "die 'Null' zu halten".