Sinkende Nachfrage in Europa Kölner Ford-Werke beantragen Kurzarbeit

Bis Oktober sollen die Bänder bei Ford in Köln an mehreren Tagen stillstehen - 4000 der insgesamt 17.000 Beschäftigten sind betroffen. Als Grund für die Sparmaßnahmen nennt das Unternehmen die schlechten Verkäufe in Südeuropa. Den Betroffenen verspricht der Autobauer Unterstützung.

Den Beschäftigten der Kölner Ford-Werke droht schon von kommenden Monat an die Kurzarbeit. Ein entsprechender Antrag würde in Kürze bei der Bundesagentur für Arbeit eingereicht, sagte ein Unternehmenssprecher. Rund 4000 Mitarbeiter in der Produktion seien von der Kurzarbeit betroffen. Sie sollen zusätzlich zum staatlichen Kurzarbeitergeld einen Zuschuss von Ford erhalten.

Die Fahrzeugproduktion solle bis Oktober an mehreren Tagen ruhen. An wievielen genau, stehe aber noch nicht fest. Klar sei bislang lediglich, dass die Bänder bis zum Beginn der Sommerferien Mitte Juli an acht Tagen stillstehen sollten, sagte der Sprecher.

In Köln wird der Fiesta gebaut. Insgesamt beschäftigt Ford dort mehr als 17.000 Menschen. Im Werk Saarlouis ist nach Angaben des Sprechers zunächst keine Kurzarbeit geplant. 80 Prozent der Kleinwagen gehen in den Export.

Als Grund für den Schritt nannte der Sprecher den schwächelnden Automarkt in Europa. Während der Ford-Absatz im ersten Quartal in Deutschland stabil blieb, ging er in Europa im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als sieben Prozent zurück. Vor allem in Südeuropa brach der Verkauf ein. Dort werden wegen der harten Sparprogramme der Regierungen kaum noch Neuwagen gekauft.

Von der Krise sind bis auf Marktführer VW alle Massenhersteller betroffen. Die GM-Tochter Opel verhandelt derzeit mit der Belegschaft über weitere Einsparungen, um das Europageschäft profitabel zu machen. Dabei war zuletzt auch im Gespräch, das Opel-Werk in Bochum zu schließen.