Die BayernLB verklagt den früheren bayerischen Finanzminister Kurt Faltlhauser auf Schadenersatz. Sie macht ihn und mehrere Ex-Vorstände für die Verluste verantwortlich, die durch den Kauf der maroden Bank Hypo Alpe Adria entstanden sind - und geht damit härter vor als alle anderen Landesbanken.
Bayerns Landesbank fordert vom früheren Finanzminister und CSU-Politiker Kurt Faltlhauser und weiteren ehemaligen Verantwortlichen insgesamt 200 Millionen Euro Schadenersatz für das Desaster bei der österreichischen Hypo Alpe Adria. Die BayernLB hat beim Verwaltungsgericht München Klage gegen Faltlhauser eingereicht. Er war zum Zeitpunkt des Erwerbs der Hypo Alpe Adria Vizechef des Aufsichtsgremiums der Staatsbank, des Verwaltungsrats. Faltlhauser soll die 200 Millionen Euro gemeinsam mit dem damaligen Verwaltungsratschef und Sparkassenpräsidenten Siegfried Naser sowie acht Ex-Vorständen der BayernLB aufbringen.
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Die Landesbank hat bei der Hypo Alpe Adria 3,7 Milliarden Euro verloren. Bei der Klage gegen Faltlhauser handelt es sich offenbar um die höchste Schadenersatzforderung, die je in der Bundesrepublik gegen einen langjährigen Spitzenpolitiker erhoben wurde. Faltlhauser, 71, war Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, als das Ressort vom damaligen CSU-Chef Theo Waigel geleitet wurde. Anschließend machte ihn Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber zum Chef der Staatskanzlei in München. Danach war Faltlhauser fast zehn Jahre Finanzminister im Freistaat.
In diesen Zeitraum fiel der Kauf der Hypo Alpe Adria, mit der Stoiber und Faltlhauser die BayernLB zu einer internationalen Großbank ausbauen wollten. Die heutige Führung der Landesbank wirft Faltlhauser und Naser vor, ihre Aufsichtspflichten grob fahrlässig verletzt und dadurch die Übernahme der damals bereits als Skandalbank bekannten Hypo Alpe Adria ermöglicht zu haben. Gegen Naser, der aus der Nähe von Würzburg stammt, hat die BayernLB Klage beim dortigen Verwaltungsgericht erhoben. Gegen den alten achtköpfigen Vorstand klagt die Landesbank bereits seit einem Jahr beim Landgericht München.
Andere Landesbanken verschonen Spitzenpolitiker bisher
Die heutigen Verantwortlichen der Münchner Staatsbank sind laut Gesetz verpflichtet, bei begründetem Anlass Schadenersatz zu verlangen und einzutreiben, um nicht selbst gegen ihre Amtspflichten zu verstoßen. Bei anderen Landesbanken sind Spitzenpolitiker bislang von solchen Klagen verschont geblieben. So werden im Falle der SachsenLB, die bei hoch spekulativen Geschäften im Ausland ebenfalls einen Milliardenbetrag verloren hat, bislang nur Ex-Vorstände mit Schadenersatzforderungen in Millionenhöhe konfrontiert.
Gegen ehemalige Minister der CDU-geführten Landesregierung in Dresden, die im Aufsichtsgremium der SachsenLB saßen, wird dagegen nicht vorgegangen. In Hamburg, Schleswig-Holstein sowie Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg gibt es aus Sicht der dortigen Landesbanken ebenfalls keinen Anlass, frühere Minister und Kontrolleure für horrende Verluste haftbar zu machen.
Das harte Vorgehen in Bayern gegen Stoibers Weggefährten Faltlhauser kommt CSU-Chef und Ministerpräsident Horst Seehofer zugute. Seehofer hat die frühere Misswirtschaft der Landesbank wiederholt gerügt und versucht, die Folgen dieser Affäre für die CSU so klein wie möglich zu halten. Faltlhauser erklärte, er äußere sich nicht zu der Klage, da es sich um ein laufendes Verfahren handele. In CSU-Kreisen heißt es, der frühere Finanzminister betrachte die Millionen-Forderung als "absurd" und als schwere "Rufschädigung".
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(SZ vom 08.02.2012/fran/mati)
Endgültiger DFB-Kader für EM
Die Causa Stoiber in Bayern steht vor ähnlichen Problemen. Ein Teil der Verantwortlichen wird vielleicht zur Kasse gebeten. Finanzminister Faltlhauser, Sparkassen Präsident
Siegfried Naser.
Stoiber Ex- Ministerpräsident im Freistaat Bayern wollte mit Faltlhauser mit dem Kauf der Hypo-Alpe-Adria die Bayern LB zu einer internationalen Großbank ausbauen. Jetzt ist Stoiber vermutlich demenzkrank. Er kann sich nach eigenen Angaben an nichts mehr erinnern.
Vor kurzem stieß ich auf einen Blog, der aus meiner Sicht in dieser Diskussion (auch die um einen ehemaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten passt ja in gewisser Weise dazu) einen guten und notwendigen Kontrapunkt setzt.
Eine Leseprobe:
http://seneca-vision.de/klaus-peters/blog-klaus-peters-seneca-vision/item/3-die-positive-seite-der-gier.html
auf welcher rechtsgrundlage denn? stoiber war kein vorstand der bank und auch kein aufsichtsrat. der stoiber konnte wünsche äußern, aber den fachleuten und aufsichtsgremien blieb es unbelassen, stoibers ideen als undurchführbar oder riskant zurückzuweisen, oder aber alle vorsicht ausser acht zu lassen und - auf eigene verantwortung - sich in den alpe-hype-spass mit haider zu stürzen. private gesellschaften lassen sich doch von ihren anteilseignern auch nicht ins tagesgeschäft reinreden.
wenn unsere lieben Politiker was falsch machen.
Dann lassen wir doch lieber die Finger von Verstaatlichungen und setzten Fachleute in die Aufsichtsgremien.
Heißt nicht, dass die es unbedingt besser machen, aber es geht zu Lasten der privaten Eigentümer und nicht des Steuerzahlers.
Bewetungen auf der der Bewertungsskala, auf einen Schlag, hat der CSU-Kommentarüberwacher wieder zugeschlagen?
Paging