Rückschlag für Airbus Emirates storniert alle bestellten A350

Ein Airbus A350 im Juni 2013 über dem Flughafen Toulouse-Blagnac

(Foto: REUTERS)

Es ist ein herber Rückschlag für Airbus: Weil Emirates die komplette Bestellung storniert, gehen 70 schon georderte A350-Flugzeuge nun doch nicht nach Dubai. Hintergrund dürfte ein Strategiewechsel der Airline sein.

Von Jens Flottau, Frankfurt

Normalerweise ist Emirates dafür zuständig, Airbus in schwierigen Situationen etwas Luft zu verschaffen. Als die Nachfrage für den Riesenjet A380 im vergangenen Jahr endgültig zu versiegen schien, kaufte die Fluggesellschaft aus Dubai 50 zusätzliche Maschinen.

Doch nun hat Emirates Airbus einen gehörigen Schock versetzt. Die Fluggesellschaft gab am Mittwoch bekannt, dass sie einen Auftrag über 70 Großraumjets des Typs A350 storniert. Emirates gab keine offizielle Begründung für den Schritt. Es ist allerdings zu vermuten, dass die Stornierung im Zusammenhang mit der zusätzlichen A380-Bestellung steht, die die Airline im November 2013 abgegeben hat.

"Das sind nicht die besten Nachrichten für uns", sagte Airbus-Verkaufschef John Leahy. "(Emirates-Chef) Tim Clark ändert manchmal seine Meinung. Vielleicht ändert er sie noch einmal."

Emirates hatte zu einer Gruppe von Fluggesellschaften gehört, die 2007 als Erstbesteller das neue Langstreckenflugzeug gekauft hatten. Die A350 wird in drei Versionen angeboten, die zwischen 200 und knapp 350 Passagieren Platz bieten. Die erste Version, die A350-900, befindet sich in derzeit in ihrem Flugtestprogramm und soll gegen Ende des Jahres an Erstkunde Qatar Airways ausgeliefert werden.

Strategiewechsel in Dubai

Emirates hatte 50 Maschinen der A350-900 und 20 größere -1000 bestellt. Doch in den vergangenen Jahren hatte Clark an den Flugleistungen der Maschine immer wieder Kritik geübt. Das führte unter anderem dazu, dass Airbus die Modellvariante -1000 stark überarbeiten und um zwei Jahre verschieben musste. Rolls-Royce wurde beauftragt, stärkere Triebwerke zu bauen, die mehr Reichweite erlaubten. Doch selbst nach den Nachbesserungen äußerte sich Clark immer skeptisch und ließ offen, ob Emirates die -1000 (bis zu 350 Passagiere) wirklich abnimmt.

Darüber hinaus hat Emirates zuletzt die Strategie geändert. Noch mehr als bisher setzt die Fluggesellschaft auf sehr große Flugzeuge. Bei der Dubai Air Show im vergangen Jahr bestellte Emirates 150 Boeing 777X, die mehr als 400 Sitze haben. Außerdem kaufte sie 50 zusätzliche A380, die bei Emirates mit etwa 520 Sitzen fliegen. Die Airline ist mit weitem Abstand (und 140 Bestellungen) der wichtigste A380-Kunde.

Airbus hat nach Abzug der Emirates-Bestellung noch Aufträge für 742 Maschinen vom Typ A350. Die Emirates-Maschinen hätten zwischen 2019 und 2023 ausgeliefert werden sollen. Leahy betont, dies gebe Airbus genug Zeit, neue Kunden für die Produktionszeiten zu finden.