Psychologie des Schenkens Der Langweiler

Alle Jahre wieder schenkt der Langweiler ein Buch, eine Krawatte oder immer dasselbe Parfüm. Er greift auf Altbewährtes zurück und glaubt, damit nichts falsch machen zu können. Das geht gut, solange der andere sich über dasselbe Geschenk jedes Jahr aufs Neue freue kann. Je besser man den anderen kennt, desto routinierter schenkt man ihm, was er braucht. "Problematisch wird es, wenn die Routine irgendwann spürbar wird", sagt von Hecker. "Dann ist die Beziehung gefährdet."

Wenn erst einmal genug Krawatten im Schrank hängen oder der Beschenkte mit dem Parfüm-Verbrauch nicht hinterher kommt, liegt es an ihm, etwas zu unternehmen. Um eintönige Präsente-Serien zu beenden, muss er in einem Jahr ehrlich sein unter dem Weihnachtsbaum. Gebert: "Viele heucheln Freude und sagen nicht die Wahrheit über das Geschenk. Dann bekommen sie es nächstes Jahr halt wieder."

Immer gern ausgewählt: Pralinen zum Fest

(Foto: Illustration: Stefan Dimitrov)