Service, ein lästiges Randgeschäft: Die Kunden der Post beschweren sich über eingeschränkte Leistungen. Jetzt gibt der Konzern zu: Ja, bei der Zustellung werde gespart.
Wenn es ums Sparen geht, dann ist Deutschlands größter Versender ganz vorne mit dabei. Die Deutsche Post hat - damit die Kasse stimmt - eine ganze Reihe an Maßnahmen ergriffen, damit das Geschäft mit der Zustellung von Briefen und Paketen noch profitabler wird.
Die Deutsche Post spart im Sommer bei der Zustellung - "Leistungseinschränkungen" nennt eine Sprecherin das. (© Foto: AP)
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Dazu plant das Unternehmen, alle noch selbst betriebenen Filialen zu schließen. 475 Standorte werden aufgegeben - in der Hoffnung, Einzelhändler könnten die Filialen übernehmen. So spare die Post "hohe Miet- und Personalkosten". Einem Bericht des Handelsblatts zufolge wird die Post neuen Mitarbeitern in ihrer Briefsparte nur noch den Mindestlohn zahlen.
Und dann sind da noch die eingeschränkten Leistungen, die Kunden vor allem in den Sommermonaten zu spüren bekommen. Lange hatten sich Kunden beklagt, jetzt gibt die Deutsche Post zu, der Service habe sich verschlechtert "Es geht darum, die Produktionskapazität dem Briefaufkommen anzupassen", sagte eine Sprecherin der Berliner Zeitung. Dieses sinke im Juli und August auf etwa 80 Prozent des Jahresniveaus. Das Unternehmen habe deshalb eine Reihe von Leistungseinschränkungen getroffen. Das Post-Kunden-Forum kritisierte, dass Kunden deswegen immer öfter montags vergeblich auf Post warten. Die Zahl der Beschwerden steige.
Beschwerden bei der Netzagentur
Überregionale Sendungen, die am Wochenende aufgegeben wurden, werden daher zurzeit nicht wie üblich am Sonntag sortiert, sondern erst montags. Die Zustellung folge am Dienstag. Nur regionale Sendungen würden noch am Sonntag bearbeitet. In 15 Briefzentren bundesweit falle zudem montags eine Schicht aus.
Die Kunden bemerken den eingeschränkten Service - und beklagen sich. Den Ärger der Verbraucher bekommt auch die Bundesnetzagentur zu hören. "Bei uns gibt es eine leicht angestiegene Zahl von Beschwerden über die Postzustellung", sagte eine Sprecherin der Berliner Zeitung. "Solange die Deutsche Post AG ihren Universaldienst erbringt - und das tut sie - gibt es für uns aber keinen Grund, etwas zu beanstanden."
Um als Universaldienstleister zu gelten, muss die Deutsche Post im Jahres- und Bundesdurchschnitt 80 Prozent der Briefsendungen innerhalb eines Werktages nach Abgabe zustellen. 95 Prozent müssen es nach zwei Werktagen sein. "Da liegt die Deutsche Post AG weit drüber", sagte die Sprecherin. Zuvor hatte das verbrauchernahe Post-Kunden-Forum gefordert, dass die Behörde prüfen müsse, ob die Post noch ihre Pflichten als Universaldienstleister erfülle, und falls nicht, dass die Mehrwertsteuerbefreiung für das Unternehmen aufgehoben werden müsse.
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(sueddeutsche.de/dpa-AFX/tob/mel)
Erster Arbeitstag als Chef der Deutschen Bank
Die Post, ein typisches Beispiel, was passiert, wenn man Staatsbetriebe privatisiert. Staatsunternehmen werden wohl zuerst von der Investorenlobby systematisch schlecht gemacht, anschließend für wenig Geld verschleudert und dann bis auf das ausgesaugt, was zum Betrieb minimal notwendig ist. Nur so lassen sich die hochgesteckten Gewinnziele realisieren - zu Lasten der Allgemeinheit und der Postkunden und zu Lasten der langfristigen Entwicklung des Unternehmens.
Vermutlich wird die Post in den nächsten beiden Quartalen große Gewinne ausweisen können, die durch den Verkauf der Grundstücken und Immobilien der ehemaligen FIlialen entstehen werden. Vermutlich ist das wie bei den Stromunternehmen, die durch diesen Trick (Standort verkaufen, Personal abbauen) in den letzten Quartalen ordentliche Gewinnzuwächse für ihre Großanleger erzielen konnten, natürlich bei schlechterem oder keinen Service.
Zweck des ganzen ist die Gewinnmaximierung - alle Wertsachen des Unternehmens werden ausverkauft und der Gewinn fließt in die Taschen der Großanleger, der Öffentlichkeit wird das als "Sanierung" verkauft und wenn nahezu alles verkauft und verpfändet ist, muss der Bürger Zuschüsse aus Steuergeld leisten bzw. für den gleichen Leistungsumfang erheblixc mehr bezahlen.
Bei mir ist es inzwischen so, dass ich montags schon seit Wochen grundsätzlich keine Post mehr bekomme. Früher wurde die Post mehrfach täglich zugestellt.
Ich werde das aber nicht unendlich tatenlos hinnehmen. Bei weiterer Einschränkung des Zustellservice, Entfernen von Briefkästen und Schließung von Filialen, werde ich eine Verfassungsklage in Erwägung ziehen. Die Deutsche Post hat einen verfassungsrechtlich garantierten Versorgungsauftrag. Wenn sie dem nicht mehr nachkommt, werde ich meine Verfassungsrechte als Bürger eben einklagen.
Also ich hab ja schon länger den verdacht, dass nur noch max. 2 oder 3mal die Woche Post ausgetragen wird. (München, Harthof)
Ausserdem scheinen Analphabeten billig zu sein als Briefträger, es kommt oft vor, dass Briefe im falschen Kasten bzw falschen Tür sind (ja, wir haben die Schlitze noch in den Türen) oder es scheint die Order zu geben, das max. der erste Buchstabe zu passen hat. Bei einem Haus mit 80 Parteien gibt das ganz schön Chaos und ich will auch nicht wissen, wer schon ausversehen meine Kontoauszüge usw aufgemacht hat.
Wer will dass die sachen beim richtigen ankommen, sollte nicht auf die Post vertraun. Oder nur noch per Einschreiben verschicken, da hat man wenigstens ne Chance rauszufinden, wos geblieben ist.
Was sich die Post leistet ist eine Frechheit!! Allein die Zusammenlegung von Postbank und Versanddienstleistung in den einzelnen Filialen ist der größte geistige Dünnschi.. den sich die GL geleistet hat. Ich dachte in der Führungsebene sitzen einige Hochschulabsolventen. Man möchte ein Paket aufgeben/abholen oder ein wichtiges Dokument versenden und wartet im Durchschnitt 20 Minuten weil andere Kunden vor einem noch Postbankangelegenheiten mit unkundigen Postangestellten klären müssen...das bringt einen zur Raserei! Schuster bleib bei deinen Leisten...
Ich möchte gerne Wissen, was die Privatisierungsorgien der Politik seit 1983 für den Verbraucher gebracht hat. Mir ist bisher nichts bekannt.
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