Moskau Russlands Ölförderung auf Rekordhoch

  • Russland hat seine Ölförderung im vergangenen Jahr gesteigert und damit einen Rekord gebrochen - trotz westlicher Sanktionen.
  • Wegen der Strafmaßnahmen der EU und der USA konzentrierte sich Russland vor allem auf chinesische Kunden.
  • Die Produktion stieg um 0,7 Prozent auf 10,58 Millionen Barrel pro Tag.

Wegen des Ölpreisverfalls wird die Förderung künftig sinken

Vor allem kleinere Privatfirmen hatten ihren Anteil daran, dass Russland 2014 so viel Öl gefördert hat wie noch nie seit dem Ende der Sowjetunion: Trotz westlicher Sanktionen und Wirtschaftskrise stieg die Produktion um 0,7 Prozent auf 10,58 Millionen Barrel pro Tag (bpd) und damit auf etwa 527 Millionen Tonnen, teilte das Energieministerium in Moskau mit.

Wegen des Ölpreisverfalls rechnet das Ministerium für das Jahr 2015 allerdings wieder mit einem Rückgang von 0,3 Prozent auf 525 Millionen Tonnen.

Da Russland wegen der Strafmaßnahmen von EU und USA im Ukraine-Konflikt verstärkt auf Kunden in Asien setzte, wuchs der Export nach China im vergangenen Jahr um 43 Prozent auf den Rekordwert von 22,6 Millionen Tonnen (452.000 bpd).

Erdöl so billig wie seit den 80ern nicht mehr

Vor allem wegen des Preisstreits mit der Ukraine sank die Gasproduktion 2014 um vier Prozent auf 640.237 Milliarden Kubikmeter.

Der Ölpreisrutsch und die Sanktionen machen dem Rohstoff- und Energielieferanten Russland schwer zu schaffen. Der Wirtschaft, die stark vom Öl- und Gas-Geschäft abhängig ist, droht 2015 eine Rezession.

In Deutschland ist Öl momentan so billig wie seit Jahrzehnten nicht mehr - zumindest real, die Geldentwertung also mit einberechnet. Nach einer Berechnung des Mineralölwirtschaftsverbandes, der diese am Freitag vorstellte, hätte ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent im Durchschnitt des vergangenen Jahres 73,79 Euro gekostet und damit real weniger als noch 1981 mit 79,60 Euro. Zum Jahresende 2014 sei der Preis auf 49 Euro gefallen.