Das Mittel ist ein der wichtiger Umsatzbringer von Monsanto, doch jetzt kommt der Agrarkonzern wegen seines Pflanzengifts Roundup in Bedrängnis.
Das in der Landwirtschaft vielfach eingesetzte Unkrautvernichtungsmittel Roundup gehört zu den besonders heftig umstrittenen Pestiziden. Umweltschützer warnen seit Jahren vor den Gefahren, die von dem giftigen Präparat ausgehen. Eine neue Untersuchung von französischen Wissenschaftlern belegt, dass das Mittel für Menschen möglicherweise schädlicher ist als bisher angenommen. Der Hersteller von Roundup, der US-Konzern Monsanto, auch Hersteller der Genmaissorte Mon810, gerät damit weiter unter Druck.
Der Agrarkonzern bekommt wegen seines Pflanzengifts Roundup möglicherweise großen Ärger. (© Foto: dpa)
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Auch die Behörden beurteilen das Pestizid inzwischen kritisch. Das zuständige Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat den Hersteller bereits vor einigen Monaten aufgefordert, insbesondere den Inhaltsstoff Tallowamin bis Ende des Jahres 2010 durch einen anderen zu ersetzen. Der Wirkstoff steht im Verdacht, die toxische Wirkung anderer Inhaltsstoffe von Roundup zu verstärken. Andere Pestizidhersteller wurden ebenfalls aufgefordert, Tallowamin zu ersetzen.
Vor allem Menschen, die mit dem Gift direkt in Berührung kommen, sind der Studie zufolge gefährdet. Die Forscher an der französischen Universität Caen stellten in Versuchen fest, dass Roundup beispielsweise Zellen aus menschlicher Nabelschnur innerhalb eines Tages vernichtet. Der Autor der Studie ist kein Unbekannter: Der Molekularbiologe Gilles-Eric Séralini untersucht auch die Langzeitfolgen gentechnisch veränderter Maissorten. Unter anderem stellte er fest, dass Ratten, die damit gefüttert wurden, Nieren- und Leberschäden davontrugen. "Roundup, wie es jetzt benutzt wird, sollte verboten werden", sagte Séralini der Tageszeitung.
Meist verkauftes Pestizid
Ein Sprecher von Monsanto äußerte am Dienstag erhebliche Zweifel an den Untersuchungsergebnissen und einem Zusammenhang mit dem Inhaltsstoff Tallowamin, der nach seinen Worten in der Studie nicht erwähnt wird, was allerdings nicht nachvollziehbar ist. Aus der Studie, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt, geht deutlich hervor, dass Tallowamin bei Menschen zu Hautreizungen, Übelkeit und Durchfall führen kann.
Nach Angaben einer Sprecherin des Verbraucherministeriums hat Monsanto inzwischen Widerspruch gegen die Aufforderung des BVL eingelegt, den umstrittenen Wirkstoff auszutauschen. Für den Roundup-Hersteller geht es um ein Milliarden-Geschäft. Das Mittel gilt als das meist verkaufte Pestizid weltweit und trägt 40 Prozent zum Gesamtumsatz von elf Milliarden Dollar bei. Auf dem deutschen Markt dürfte dieser Anteil sogar bei 50 Prozent liegen. Den Rest steuert das Saatgutgeschäft bei. Roundup wird in der Landwirtschaft eingesetzt, um Unkraut und Gras zu vernichten. Auch Hobbygärtner haben Zugang zu dem Mittel, das im Fachhandel verkauft werden darf.
Monsanto kündigte erst vor wenigen Tagen einen Konzernumbau an, nachdem der Umsatz mit Unkrautvernichtungsmitteln im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres um knapp 40 Prozent eingebrochen war. Der Agrarkonzern will sein Saatgutgeschäft künftig getrennt von der Pestizidsparte führen. Konzernchef Hugh Grant will außerdem 900 Stellen streichen. In der Branche wird darüber spekuliert, dass Monsanto damit den Weg für einen Verkauf seiner Chemiesparte bereitet.
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(SZ vom 08.07.2009/tob)
Demonstrationen in Hamburg
nun gut, da geb ich ihnen recht, da sollte man immer wieder abwaegen und aufpassen, nicht alles schwarz/weiss zu sehen. verschwoerungstheorien haben diese dynamik.
allerdings, mit verlaub, bei dem konzern monsanto bin ich mir aber nicht wirklich sicher, welche absicht hinter seinem treiben steht, wenn nicht groesstmoegliche kontrolle ueber den weltweiten agrarmarkt. wenn man sich die dokumentarfilme ueber monsanto anschaut, wird einem, gelinde gesagt, schaurig bis unheimlich bis schlecht. wenn ein weltkonzern einzelne bauern 10 jahre lang verklagt, bespitzelt (das ist kein scherz), verfolgt, im eigenen umfeld schlecht macht, mit allen mitteln kaempft, um dessen existenz zu zerstoeren, und nicht etwa, weil dieser bauer monsanto einen schaden zugefuegt hat, sondern weil ihm per wind genmanipulierte samen mit ´firmeneigenem´ erbgut wild ausgesaet haben. dann sind das faschistoide methoden. das kann man auch nicht mehr von einer anderen seite sehen, das ist einfach so. mag ja sein, dass bei monsanto auch einige menschen arbeiten, die es gut meinen, aber nach aussen hin agiert diese firma ohne skrupel, ohne ruecksicht auf verluste, ohne jede ethik. da mag schon mal der verdacht aufkommen, dass monsanto nicht wie jeder betrieb in der freien marktwirtschaft groesstmoegliche gewinnmaximierung anstrebt, sondern die monopolisierung vieler sektoren. wer da den begriff weltherrschaft benutzen moechte, ist von der realitaet gar nicht so weit entfernt, leider. ich kann zu diesen thema nur den film der franzoesischen journalistin marie´monique robin empfehlen. in 90 minuten erhaelt man dort sehr viele sachliche informationen und eine guten ueberblick - ueber google und youtube leicht zu finden.
@WM 2000:
Mag ja sein, dass die SZ mehrfach über Monsanto "berichtet" hat, fragt sich nur was berichtet wurde. Fakten, Zusammenhänge, Information, Halbwahrheiten, Verharmlosungen oder Desinformation???
@svenyo
was ich geschrieben habe, kann dir nur der Admin sagen - ich darf´s ja schließlich nicht schreiben...soviel zum vierbeschworenen und überstrapazierten Begriff "freie Meinungsäußerung" in dieser Gesinnungsdemokratur...
Überschüsse, die Erste: Da muss man gar nicht gen Übersee schauen.
So wird z. B. jede Nacht in Wien so viel überschüssiges Brot auf den Müll gefahren wie die Stadt Graz, Österreichs zweitgrößte Stadt täglich verbraucht.
Macht ja niiix ...
... die Tonne Weizen (inkl. Roundup-Absonderungen?) kostete ja zeitweise weniger als eine Tonne Streusalz/Streusplitt (ohne Roundup-Zugaben), die auf verschneite/vereiste Straßen verteilt wird, damit die Kipplaster mit dem überschüssigen Brot auch bei winterlich-widrigen Straßenverhältnissen sicher zur Müllhalde gelangen.
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Zur Orientierung:
Gestern (7.7.2009) kostete 1 t Weizen an den Rohstoffmärkten 133,25 (13 Cent pro Kilo)
Im Winter 2009 mussten unsere österreichischen Nachbarn 130 - 150 für 1 t Streusalz guter Qualität berappen.
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Überschüsse, die Zweite: Die Überschüsse an Roundup, die vor allem gerne von HobbygärtnerInnen nach dem Motto " Mehr hilft mehr" in den Boden eingebracht werden, die landen sehr gerne im Grundwasser;- aber das macht ja wohl auch nix - Wasser gibt's ja billig in Plastikflaschen bei Aldi und Co. ...
was ist denn der motor ihres zynismus?
Die Verengung der Wahrnehmung von hier zu seinem Dorfendeschild.
ich bin fuer ihre kommentare dankbar
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