Mietvertrag mit der Nasa Google gönnt sich einen Flughafen

Luftaufnahme des Moffett Federal Airfield in Kalifornien

(Foto: Ikluft / CC-by-sa-3.0)
  • Google mietet das Moffett Airfield wenige Kilometer von der Konzernzentrale entfernt für 60 Jahre von der US-Weltraumbehörde Nasa.
  • Auf dem Gelände will der Internetkonzern Forschung für die Luft- und Raumfahrt sowie Roboter-Technologien betreiben und investiert dazu 200 Millionen Dollar in die Anlagen.
  • Bereits seit 2007 parkt das Google-Management seine Flugzeuge und Helikopter auf dem Landeplatz.

Langfristige Mieter

Google hat jetzt einen eigenen Flugplatz - gleich in der Nähe seines Hauptquartiers im kalifornischen Mountain View. Eine Tochterfirma des Internetkonzerns mietet das traditionsreiche Moffett Airfield für zunächst 60 Jahre von der US-Weltraumagentur Nasa. In dieser Zeit werde Google 1,16 Milliarden Dollar an Miete zahlen, teilte die Nasa mit. Zudem übernehme das Unternehmen die Betriebskosten von 6,3 Millionen Dollar pro Jahr und werde mehr als 200 Millionen Dollar in die Anlagen investieren.

Historische Anlage

Der Flugplatz liegt nur wenige Kilometer von Googles Konzernzentrale entfernt. Zu der Anlage gehört auch der historische Hangar One, in dem einst Luftschiffe untergebracht waren. Das Gebäude wurde teilweise abgebaut, nachdem in ihm giftige Stoffe festgestellt worden waren. Google werde es wiederherstellen und wolle dann dort unter anderem für die Luft- und Raumfahrt sowie für Roboter-Technologie forschen, hieß es. Schon jetzt nutzt Google den Flugplatz für Tests seiner selbstfahrenden Autos und parkt dort Jets des Managements.

Belastetes Verhältnis

Genau diese Flugzeuge hatten dem Konzern im vergangenen Jahr heftige Kritik eingebracht: Das US-Verteidigungsministerium beendete damals ein Abkommen, mit dessen Hilfe die Google-Gründer Larry Page und Sergej Brin jahrelang beim Pentagon günstigen Sprit für ihre Jet-Flotte gekauft hatten. Zuvor hatten Pentagon und Nasa, die das Ganze sponserte, darüber diskutiert, ob die beiden Manager den Vertrag verletzten, indem sie den günstigeren Sprit für andere Zwecke als vereinbart nutzten. Page und Brin hatten den Treibstoff-Deal mit dem ebenfalls auf dem Moffett Airfield beheimateten Ames Research Center der Nasa vereinbart, weil die Google-Chefs wissenschaftliche Flüge durchführen. Dabei ging es vor allem um einen Alpha-Jet der beiden, mit dem die Nasa Treibhausgase und Ozonwerte misst.

Google-Gründer geraten wegen Firmenjets in Kritik

Die Google-Gründer Larry Page und Sergej Brin haben jahrelang für ihre Firmenjets von der Nasa günstigeren Sprit bekommen. Der war aber nur für wissenschaftliche Flüge vorgesehen. Offenbar haben die Manager des Internetkonzerns die Maschinen aber auch für private Zwecke benutzt. Von Mark Maremont, Wall Street Journal Deutschland mehr ...