Machtkampf mit Erich Kellerhals Metro-Chef Koch schlägt im Streit um Media-Saturn Kompromiss vor

Der Vorstandsvorsitzende der Metro Group, Olaf Koch.

(Foto: dpa)

Immer härter wurde der Kampf um die Macht bei Metro zuletzt: Nun erklärt Firmenchef Koch im SZ-Interview sein Angebot an seinen Widersacher Erich Kellerhals. Der hatte Koch "Diktator" genannt.

Nach der jüngsten Eskalation im Streit um die Elektronikkette Media-Saturn versucht Metro-Vorstandschef Olaf Koch, Mitgesellschafter Erich Kellerhals mit einem Kompromissvorschlag zum Einlenken zu bewegen. "Wir haben unter anderem vorgeschlagen, jede wichtige Entscheidung künftig erst gemeinsam und einvernehmlich zu klären, bevor wir sie in den zuständigen Gremien diskutieren", sagte Koch im Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Das habe Koch zusammen mit dem neuen stellvertretenden Media-Saturn-Geschäftsführer Pieter Haas bei einem Treffen in München am vergangenen Freitag deutlich gemacht. An diesem Treffen nahm neben Kellerhals noch dessen Berater Henry Jaeger teil.

Die Auseinandersetzung um Media-Saturn hatte in den letzten Tagen noch deutlich an Schärfe gewonnen. In der vergangenen Woche bezeichnete Kellerhals auf seiner Homepage im Internet Metro-Chef Koch als Diktator und machte ihn für die Rücktritte von Media-Saturn-Geschäftsführern verantwortlich. Kurz zuvor hatte Kellerhals eigenmächtig im Internet nach einem Nachfolger für den damals noch amtierenden Media-Saturn-Chef Horst Norberg gesucht. Norberg trat von seinem Posten zurück und die Metro entsandte als Vize-Geschäftsführer Pieter Haas.

Nach den Worten von Metro-Chef Koch kann bei Media-Saturn auch ohne Kellerhals' Zustimmung mittelfristig alles weiterlaufen wie bisher: "Wir können Media-Saturn künftig weitgehend über den Beirat steuern." Das sei mittlerweile rechtlich vollkommen abgesichert. Zugleich bekräftigte Koch sein Interesse, das knapp 22-prozentige Aktienpaket von Kellerhals zu übernehmen: "Im Übrigen waren, sind und bleiben wir bereit, die Anteile von Herrn Kellerhals zu erwerben." Bisher habe er das stets abgelehnt. Umgekehrt hatte auch Kellerhals angeboten, den Mehrheitsanteil der Metro zu übernehmen - vergeblich.

Der Streit zwischen Metro-Chef Olaf Koch und Erich Kellerhals schwelt seit drei Jahren. Der 74-jährige Media-Saturn-Mitgründer hält noch 21,62 Prozent der Anteile und hat ein Vetorecht in der Gesellschafterversammlung der Elektronikmarktkette, mit dem er Entscheidungen blockieren kann. Mit Hilfe einer Vertragsklausel gelang es Koch jedoch, die Gesellschafterversammlung ein Stück weit zu entmachten und Entscheidungen in einen Beirat zu verlagern. Dies wurde inzwischen vom OLG bestätigt. Kellerhals ficht das Urteil jedoch mit einer Rechtsbeschwerde an und hat eine Reihe weiterer juristischer Verfahren angestrengt.

Das vollständige Interview mit Olaf Koch lesen Sie in der Dienstagsausgabe der Süddeutschen Zeitung, sowie in der SZ-App für iPad, iPhone, Android und Windows 8.