Der Opel-Krisengipfel im Kanzleramt hat nur eine neue alte Erkenntnis gebracht: Das vorgelegte Rettungskonzept reicht bei weitem nicht.
Nach einem Machtwort der Kanzlerin musste die Führungsspitze des angeschlagenen Automobilherstellers Opel plus Vertreter des Mutterkonzerns General Motors (GM) im Kanzleramt anrücken, doch das Spitzentreffen ging erwartungsgemäß ohne konkretes Ergebnis zu Ende. Es gebe noch "viele Fragen, die zu klären sind", sagte Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) am Freitag in Berlin nach dem Gespräch.
Kein leichter Gang: GM-Europe-Chef Carl-Peter Forster auf dem Weg ins Kanzleramt. (© Foto: ddp)
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Rettungsplan braucht noch Wochen
Guttenberg sicherte zu, dass die Bundesregierung alles auf Plausibilität hin überprüfen werde. Es sei aber eine "sehr komplizierte Materie". Und: "Wir waren uns einig, dass wir jetzt über einen Prozess sprechen, der noch Wochen dauert."
Die Unternehmensvertreter hätten anerkannt, dass es noch eine ganze Reihe offener Fragen zu einer möglichen Staatshilfe gebe. Diese sollten in nächster Zeit geklärt werden.
Auch der Chef von GM Europe, Carl-Peter Forster, räumte den Klärungsbedarf ein. Es gehe um eine hochkomplexe Frage. Einige bedürften auch der Genehmigung der US-Regierung, sagte Forster nach dem Treffen im Kanzleramt.
Die Bundesregierung dringt darauf, dass das Unternehmen einen tragfähigen Sanierungsplan vorlegt. Am Donnerstag hatte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) direkt in die Gespräche eingeschaltet und in einem Telefonat mit GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster deutlich gemacht, dass der Regierung die bisherigen Vorlagen nicht ausreichten.
An dem Treffen im Kanzleramt nahmen GM-Vizechef Frederick (Fritz) Henderson, Forster und Opel-Chef Hans Demant teil, von Regierungsseite waren es neben Guttenberg Kanzleramtschef Thomas de Maizière (CDU) sowie Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen.
Der Opel-Betriebsrat kritisierte unterdessen scharf das GM-Management in den USA. Die Manager überböten sich derzeit mit Ankündigungen zur Höhe des Personalabbaus und schreckten damit die Politik ab, erklärte Opel-Betriebsratschef Klaus Franz. Offenbar müssten sich die GM-Manager als "noch brutalere Sanierer" profilieren. Niemand in Europa verstehe mehr das Durcheinander und werde Steuermittel zur Vernichtung von Arbeitsplätzen im großen Stil bereitstellen.
Nur eine Minderheitsbeteiligung für Opel
Notwendig seien schnelle verbindliche Zusagen von GM unter anderem zur sofortigen Neustrukturierung von Opel/Vauxhall in Europa sowie zur Einlage der von Opel genutzten Technologien und Patente.
Für GM solle es in dem neu zu gründenden Unternehmen, dem keinerlei Marktbeschränkungen auferlegt werden dürften, nur eine Minderheitsbeteiligung geben, verlangte Franz. Zudem sollten die Zentralen von GM Europa (Zürich) und GM Powertrain (Turin) umgehend nach Rüsselsheim verlagert werden. Nur mit einer schnellen Umsetzung dieser Schritte sei das Vertrauen von Beschäftigten, Politik und Öffentlichkeit zurückzugewinnen.
Opel: Haben Zugriff auf alle GM-Patente
Unterdessen hat Opel bekräftigt, jederzeit Zugriff auf die Patente des gesamten General-Motors-Konzerns zu haben. Die Konzernmutter habe die weltweiten Entwicklungsleistungen in der Gesellschaft GM GTO gebündelt, um die Synergien besser zu erschließen, erklärte ein Konzernsprecher. GM habe zugesichert, dass auch ein neu zu gründendes Unternehmen Opel/Vauxhall in Europa Zugriff auf die Rechte habe.
Zur Frage der möglichen Verpfändung der Patente an die US-Regierung könne er nichts sagen, meinte der Sprecher. Es handele sich um eine eher politische Frage, die Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) in den USA erörtern müsse.
Im Jahr 2005 hat Opel wie andere GM-Unternehmen auch seine Patente an GM GTO im amerikanischen Bundesstaat Delaware abgetreten und muss nun für jedes verkaufte Fahrzeug Lizenzgebühren abführen. Für die Entwicklung künftiger Fahrzeuge ist Rüsselsheim jeweils auf Aufträge und Zahlungen seitens GM angewiesen. Der im Gegenzug ausgestellte Schuldschein in Höhe von 1,8 Milliarden Euro soll Medienberichten zufolge von GM bislang nicht bedient worden sein.
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(sueddeutsche.de/dpa/Reuters/mel/hgn/tob)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Lieber Gleichstrom Rohwedder (was ist eigentlich aus AC geworden?).
Liebes Grauen, wenn Sie nicht wissen, wofür das DC vor dem Namen Rohwedder steht, dann sind sie wohl zu sehr auf dem Highway to hell unterwegs.
Wie Opel (leider, finde ich ja auch) vermutlich ebenfalls. Aber wie schon gesagt, wir werden uns nicht einig werden, außer in Ihrem Punkt: Warten wir es ab. ;-)
..sie drücken sich wieder leider etwasunklar aus. Wo habe ich behauptet, Sie zu widerlegen, wo dies nicht der Fall war? Und, schön daß sie auch zugestehen, daß Opel nur durch GM; in die Krise gerät, aber das ist doch mein Reden! Darüber brauchen wir nicht zu streiten. Allerdings zeigt dies dann aber auch, daß Opel überlebensfähig ist, WENN GM die Besitzmehrheit und damit die Kontrolle abgibt. Und darum geht es doch schließlich bei den Verhandlungen zur Zeit. Noch zu früh also, um abschließendes zu sagen, es heißt erstmal abwarten, was dabei herauskommt.
Was die Patente angeht, offensichlich, laut Artikel, hat Opel alle nötigen Lizenzen (und Lizenzen bleiben auch nach Insolvenz des Lizenzgebers gültig). Es geht also nicht um "Produktionsrechte", es geht nur darum, das GM sich das geistige Eigentum angeeignet hat, ohne dafür irgendwas zu bezahlen, ein Punkt, der in den Verhandlungen genutzt werden kann, um Druck auszuüben.
Was die von Ihnen angesprochenen fehlenden Garntieen für den Erfolg einer Rettung angeht, nun, die einzige Garantie, die es in einer Wirtsvchaftskrise gibt, ist, daß es garantiert nicht besser wird wenn man den massenweisen Verlust von Arbeitsplätzen einfaqch aussitzenderweise mitansieht, ohne den ernsthaften Versuch zu machen, dies zu verhindern!
Oh, und Ihr Kompetenzzentrum: Niemand in der Autoindustrie hat je geäußert, sowas zu wollen, oder gar dafür zu bezahlen. Und für Auftragsentwicklungen gibt es schon Porsche. Damit ist die Idee wohl gestorben.
Ich will hier keine Werbung betreiben, aber so richtig bahnbrechende Patente, die aus dem Hause OPEL kommen, sind mir gerade nicht geläufig, da würden mir andere einfallen...
Warum also nicht GM und OPEL den Bach runter gehen lassen und die Marktanteile an die Konkurrenten überlassen? Könnte mir vorstellen, daß diese die Kapazitäten nicht hätten und die - oder zumindest einige der Werge der OPEL AG gut brauchen könnten.
Das Problem ist wie bei Schaeffler: eigentlich die ursächliche Verantwortung liegt bei den Banken, die heute bei den gefragten Größenordnungen der Kreditvergabe nicht mehr mithalten können, weil ihnen selbst niemand mehr traut.
Wenn ich mich nicht irre. so war anfangs immer die Rede davon, daß OPEL kerngesund sei und nur deshalb bedroht, weil die Mutter GM in Problemen stecke. Hat sich da etwas geändert? Oder war es früher doch nicht so?
Für die anderen Autobauer ist es natürlich ganz einfach: wenn es OPEL nicht mehr gibt, stehen Marktanteile zur Verteilung offen. Im Grunde also ist es so: wenn man OPEL nichts gibt und GM den Laden verliert, dann wird es vielleicht garnicht nötig sein, andere Firmen zu unterstützen.
Ich für meinen Teil biete hier schon mal mit: 1 bis 2 würden ich schon anlegen...
Hallo Herr oder Frau Grauen,
Dinge zu "widerlegen", die der Vorforist gar nichtt behauptet hat, das ergibt doch irgendwie keinen Sinn. Sie wollen daran glauben, dass Opel rettungsfähig ist, ich glaube es nunmal aufgrund der nachlesbaren Entwicklungen nicht. Und zwar nicht, weil Opel keine konkurrenzfähigen Produkte entwickelt hat, sondern zum Beispiel, weil das Mutterunternehmen offenbar in die Insolvenz gleitet und mit diesem die Patente und damit Produktionsrechte an den in Deutschland entwickelten Fahrzeugen, weil das Unternehmen (vor allem sicher wegen der Aussaugung) offenkundig in die Zahlungsunfähigkeit rutscht und bei aller Begeisterung für die (wie auch immer das rechtlich gelöst werden sollte) kurzfristige Rettung von Zehntausenden Arbeitsplätzen in der Großindustrie der Bestand keineswegs garantiert wäre. Es ist populistisch für Politiker immer chic, Zehntausend Arbeitsplätze mit Steuergeldern zu retten, aber wer hilft den Mittelständlern, die (/nicht nur im Opelumfeld!!!) hundertausend mal zwei oder drei Arbeitsplätze mit weit geringeren Hilfen halten könnten?
Auch beim Kompetenzzentrum habe ich eben nicht von einem steuerfinanzierten Staatsunternehmen gesprochen, sondern explizit von einem privat geführten Unternehmen. Aber, wir werden und nicht einig werden, denn ob eine Rettung (sprich Milliardensubentionierung vor der Bundestagswahl) kommt oder nciht, dass ist nur insofern eine Glaubensfrage, als die regierenden Parteien so entscheiden werden, wie sie glauben Wählerstimmen vor FDP, Grünen und Linken retten zu können.
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