In der Eisenbahngewerkschaft Transnet rumort es. Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr gibt es einen Wechsel in der Top-Position.
Es war ein Rückzug mit Ansage. Seit Wochen war Lothar Krauß abgetaucht. Der Chef der Bahn-Gewerkschaft Transnet hangelte sich von Gremium zu Gremium, für Medien war er nicht zu sprechen, und für den Vorstand der Deutschen Bahn auch nicht. Am Mittwoch, vier Tage vor Beginn des Gewerkschaftstages in Berlin, gab er auf - nach gerade mal einem halben Jahr an der Spitze. Seine Begründung: Die Gewerkschaft erlebe gerade eine interne "Auseinandersetzung, die an Härte einen traurigen Höhepunkt gesetzt hat". Im Zentrum der Auseinandersetzung stand: der Vorsitzende selbst. Beim Gewerkschaftstag soll nun Alexander Kirchner, sein Vize, als Nachfolger antreten.
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Transnet-Chef Lothar Krauß will zur inhaltichen Geschlossenheit beitragen und stellt seinen Posten zur Verfügung. (© Foto: AP)
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Krauß, 52, war im Mai plötzlich an die Spitze der Gewerkschaft gerückt. Mit einiger Chuzpe war seinerzeit sein Vorgänger Norbert Hansen als Arbeitsdirektor in den Vorstand der Deutschen Bahn eingezogen. Wer schon immer vermutet hatte, Hansen sei weniger der Fürsprecher der Eisenbahner als der von Bahnchef Hartmut Mehdorn, fühlte sich bestätigt. Krauß allerdings galt auch nie als sonderlich renitent gegenüber der Bahn. Dass Transnet zusammen mit der Partnergewerkschaft GDBA kürzlich für die nächste Tarifrunde gleich zehn Prozent mehr Lohn für die Bahn-Beschäftigten verlangte, war dann plötzlich sehr offensiv. Es dürfte auch als Botschaft an die Basis gemeint gewesen sein.
Nichts als Geeiere
Doch das Echo war gering. Wer sich unter Funktionären der Gewerkschaft nach den Wahlchancen von Krauß umhörte, der erhielt Geeiere zur Antwort: "Da will ich den Delegierten nicht vorgreifen", "Dazu will ich mich nicht äußern", so klangen die Antworten, und auch die nur versehen mit der Bitte, nicht mit Namen zitiert zu werden. Im Transnet-Bezirk Nord gab es kürzlich eine Probeabstimmung, Ergebnis: 75 Prozent - gegen Krauß. Nach SZ-Informationen fand der Kandidat auch bei den Kollegen im Westen wenig Anhänger, "und im Osten sah es noch düsterer aus", heißt es in Gewerkschaftskreisen. Vorsichtshalber rechnete man schon einmal aus, auf wie viel Stimmen der Chef kommen könnte. Überschlägig waren es an die 56 Prozent - für einen Gewerkschaftsboss ein katastrophaler Wert. Am Mittwoch trat die Gewerkschaftsspitze deshalb zusammen, zur Sitzung des Hauptvorstands, zur Krisensitzung. Ein Treffen, bei dem Bahn-Arbeitsdirektor Hansen mit seinen Ex-Kollegen die anstehende Tarifrunde diskutieren wollte, sagte Krauß ab.
Lesen Sie weiter, worin das mangelnde Vertrauen begründet ist.
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Linke mit neuer Führung
Ob es für ihn auch einen lukrativen Posten bei der Bahn geben wird?
Nur der? Da gibt es doch noch viele (hunderte) von Mehdorns/Hansens Gnaden. Am besten, der Laden löst sich selbst auf und wird neu gegründet und man macht es wie Obama: Lobbyisten haben in der neuen Organisation keinen Platz! Im übrigen, ich bin nicht bei der Bahn, kenne den Laden aber ein wenig :-(