Klimaschutz Hendricks verteidigt Auflagen für Kohlekraftwerke

"Entscheidend ist, dass wir bis 2020 unser Ziel erreichen, 40 Prozent weniger Treibhausgase auszustoßen", sagt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) der Süddeutschen Zeitung.

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  • Das Kabinett will kommenden Mittwoch ein "Klimaaktionsprogramm" beschließen. Nun verteidigt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) Auflagen für Kohlekraftwerke.
  • Zudem lobte Hendricks Sigmar Gabriel: Kritiker hätten erwartet, dass SPD-Minister vor den Emissionen fossiler Kraftwerke die Augen verschlössen. "So kann man sich irren."

Hendricks lobt Sigmar Gabriel

Wenige Tage vor dem Kabinettsbeschluss zum Klimaschutz hat Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) die zusätzlichen Einschnitte bei der Kohlekraft verteidigt.

"Entscheidend ist, dass wir bis 2020 unser Ziel erreichen, 40 Prozent weniger Treibhausgase auszustoßen", sagte Hendricks der Süddeutschen Zeitung (Samstagausgabe). "Dazu leisten die 22 Millionen Tonnen Kohlendioxid, die Sigmar Gabriel den Kraftwerken jetzt abverlangt, einen wichtigen Beitrag."

Kritiker hätten erwartet, dass SPD-Minister vor den Emissionen fossiler Kraftwerke die Augen verschlössen, sagte Hendricks. "So kann man sich irren."

Umweltministerin Barbara Hendricks im Wortlaut

Das vollständige Interview lesen Sie in der Samstagsausgabe der Süddeutschen Zeitung vom 29. November oder in der digitalen Ausgabe auf dem Smartphone oder Tablet.

Umweltschützer halten das "Klimaaktionsprogramm" für nicht ausreichend

Das Kabinett will kommenden Mittwoch ein "Klimaaktionsprogramm" beschließen. Es soll den Klimaschutz in Deutschland beschleunigen und so helfen, das Klimaziel von minus 40 Prozent noch zu erreichen. Umweltschützer und Opposition halten das Paket für nicht ausreichend und fordern einen Fahrplan für den Kohleausstieg.

Auch Hendricks verlangte einen "verlässlichen Pfad" bei der Energiewende. Wenn der Anteil erneuerbarer Energien bis 2050 bei 80 Prozent liegen soll und jener fossiler Energie nur noch bei 20 Prozent, dann sei das "ein System kommunizierender Röhren".

"Wie man das macht, ob durch ein Kohleausstiegsgesetz oder über gemeinsam festgelegte Pfade, die mit den Unternehmen und den Beschäftigten verabredet werden, das ist doch zweitrangig", sagte sie. Es sei anspruchsvoll, diesen Umbau "ohne Brüche hinzubekommen". Letztlich hindere aber niemand die Stromkonzerne daran, "sich auch Geschäftsfelder abseits der fossilen Stromproduktion zu suchen".