Deutschland ist Exportland - normalerweise auch bei Strom. Regelmäßig fließt aus deutschen Kraftwerken und Windparks mehr Strom ins Ausland als umgekehrt. Nicht so in diesen Tagen. Doch vor Alarmismus sollte man sich hüten: Knapp wird Elektrizität nicht.
Seit mittlerweile neun Kernkraftwerke abgeschaltet sind (Grafenrheinfeld wurde aufgrund einer routinemäßigen Revision Ende März heruntergefahren), kommt mehr Strom aus dem Ausland - und das vor allem aus Tschechien und Frankreich. Beide Staaten schicken schon zu normalen Zeiten meist mehr Strom nach Deutschland, als sie von hier bekommen. Weil aber gleichzeitig die Ausfuhr in andere Länder sinkt, rutscht die Bilanz ins Negative: Deutschland ist derzeit Stromimporteur.
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Kernenergie sei eine Schlüsseltechnologie, um die Stromversorgung bis 2050 umzubauen, sagt IEA-Direktor Nobuo Tanaka. (© dpa)
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Droht damit bald ein Engpass? Experten meinen: nein. "Es ist nicht so, dass wir es mit einer Knappheit zu tun haben", sagt Felix Matthes vom Öko-Institut in Berlin. So waren etwa am Montag in Deutschland knapp 50.000 Megawatt Kraftwerksleistung nötig, um den größten Bedarf zu decken. Allerdings könnte der deutsche Kraftwerkspark laut Umweltbundesamt auch jetzt noch 86.700 Megawatt Leistung bereitstellen - selbst ohne die abgeschalteten Atomkraftwerke. "Entscheidend ist, dass die Leistung höher ist als die Höchstlast", sagt eine Sprecherin des Bundesumweltministeriums. "Wir bleiben Nettostromexporteur." Und selbst trotz des Verzichts auf neun Meiler gibt es auch weiterhin Exporte aus Deutschland, etwa in die Schweiz, die Niederlande oder nach Polen. Nur eben in diesen Tagen oft nicht so viel, wie gleichzeitig importiert wird.
Die gewachsenen Einfuhren dürften auf veränderte Kalkulationen von Stromhändlern zurückgehen. Denn an den europäischen Börsen ist Elektrizität zuletzt teurer geworden, auch durch das deutsche Moratorium. "Damit verändern sich auch die Austauschbeziehungen", sagt Energieexperte Matthes. Stromhändler kaufen nun lieber Atomstrom aus Nachbarländern, ehe sie hiesigen Kohlestrom ordern - er ist in der Erzeugung teurer als Atomstrom. Dahinter steht das komplexe System des europäischen Stromhandels. Da Strom die Endkunden gleich viel kostet, egal ob er aus Windparks, AKW oder Braunkohle-Meilern kommt, kaufen die Händler immer zuerst den Strom ein, der sich am günstigsten herstellen lässt - hier sind die Gewinne am höchsten. Einmal abgesehen von abgeschriebenen Windrädern ist das am ehesten Atomstrom. Ob er aus Deutschland kommt, aus Tschechien oder Frankreich, ist dem Händler egal. Weil es im Augenblick weniger deutschen Atomstrom gibt, kommt mehr davon aus dem Ausland. Daher die Bilanz.
Für die AKW-Betreiber ist der Zusatzimport ein willkommenes Argument - als Beleg, dass die Abschaltung deutscher AKW zur besseren Auslastung benachbarter Meiler führe, die auch nicht sicherer sind. Die Vorzeichen aber können sich rasch ändern: Bei viel Wind ist Deutschland wieder Exportland.
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(SZ vom 05.04.2011/lala)
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Durch das deutsche Moratorium werden die Kernkraftwerke in den Nachbarländern nicht anders betrieben als vorher. Infolge des CO2-Emissionshandels gibt es auch keine zusätzlichen CO2-Emissionen.
Dennoch wäre es sinnvoll, die wirtschaftlichen Folgen eines Kernkraftunfalls bestmöglich denjenigen zuzuweisen, die Atomstrom beziehen, statt auf sämtliche Steuerzahler zu verteilen.
Wie sich in Japan wieder zeigt, scheitert schon eine Evakuierung der Menschen aus gefährdeten bzw. schon verstrahlten Gebieten an finanziellen und praktischen Gegebenheiten. So werden dann unnötig viele Krankheiten in Kauf genommen, um die Kosten einer ausreichenden Evakuierung zu sparen.
Für eine schnelle Flucht aus Gefahrengebieten wäre es sehr hilfreich, wenn Evakuierungslisten erstellt werden, mit denen die ggf. zu evakuierenden Personen jeweils Haushalten zugewiesen werden, die sie aufzunehmen haben. Diese sollten aus den Verbrauchern von Kernkraftstrom ausgelost werden. Und zwar vorab, so dass sich die Flüchtlinge auch unverzüglich auf den Weg machen können, wenn das KKW in Schwierigkeiten kommt, und nicht erst, wenn eine Kernschmelze schon eingetreten ist und massiv Radioaktivität entweicht. Notunterkünfte in Turnhallen wie in Japan sind einem zivilisierten Land nicht angemessen. Firmen mit Atomstrombezug würden die auf sie entfallenden Flüchtlingskontingente im Hotel unterbringen. Dies sollte für Strahlenflüchtlinge aus Regionen in Deutschland und den Nachbarländern gleichermaßen gelten: Wer z.B. tschechischen Atomstrom verbraucht hat, muss auch bereit sein, ggf. seine Wohnung mit einem tschechischen Kernkraft-Flüchtling zu teilen.
Rein logistisch wäre es ja kein Problem, eine Stadt wie z.B. Stuttgart in zwei Tagen zu evakuieren und die Menschen ein halbes Jahr bequem in Hotels am Mittelmeer unterzubringen. Bis dahin hätten sich die kurzlebigen Isotope abgebaut und die Flächen sind einigermaßen gereinigt. Gemüse aus dem eigenen Garten baut ja doch noch kaum jemand an. Ein Wertverlust der Immobilien bliebe natürlich.
Fragt sich nur, warum der grüne Umweltminister Trittin solche Vorsichtsmaßnahmen nicht organisiert hatte: Dachte er vielleicht, wenn den Leuten erträgliche Fluchtmöglichkeiten
Ha - da ist es wieder:
"Der schönen neuen grünen Welt wird einfach das Licht ausgehen"
Früher hieß das im O-Ton:
Atomkraftgegner überwintern bei Dunkelheit mit kaltem Hintern.
Soviel zum Thema...
In Deutschland ist genau einen Off-Shore-Windpark in Betrieb - Alpha Ventus. Der hat eine installierte Leistung von 60MW. Das kriegt man problemlos an Land und ins Verbundnetz transportiert. Außerdem ist die Anlage an ein Prototyp - so wie die ersten Windkraft- und Solaranlagen noch mit jeder Menge Kinderkrankheiten behaftet. Aber die Forschung steht ja auch hier nicht still.
Haben Sie ein konkretes Beispiel für eine geplante Trasse, die von einem Bürgerbegehren bedroht ist?
Wenn Christech für Ökostrom zahlt, wird sein Versorger denselben an der Börse auch einkaufen - Europaweit. Denn "Deutschland" bezieht keinen Strom aus "Frankreich", sondern höchstens deutsche Versorger von französischen Erzeugern. Was nebenbei nicht ungewöhnlich ist, da in Frankreich unterm Strich die meisten Grundlastkraftwerke Europas stehen. Die physikalisch wirklich verbrauchte Energie kommt vom nächsten Erzeuger - immer. Die kennt nur den kürzesten Weg. Mit der Wahl seines Versorger entscheidet man sich allerdings dafür, welche Art Erzeugung man unterstützen will.
Die vielen Wochen im Sommer, wenn wegen des trockenen Wetters der Spieß genau herumgedreht ist und die zweifelsohne vielen vielen Tage 2011, wenn deutsche Versorger allein durch eingespeiste Windenergie, die sie nicht loswerden, negative Reglleistung im Ausland kaufen müssen, werden sicher weniger Medienecho bekommen...
"Klar, für die Doofen sind immer die Grünen schuld."
Na - nicht nur für die.
"Die EVU´s verschlafen den Netzausbau seit 15 Jahren, trotz fetter Gewinne."
wieso verschlafen die den? Die Bauen im Meer Windparks, bekommen aber ihren Strom nicht über Land. Alle wissen, das zum Transport der Mengen zukünftig wenige Ost-West als viel mehr Nord-Süd Trassen benötigt werden. Die Netzbetreiber wissen dass sie mehrere tausend Kilometer brauchen, bereiten das Planrecht vor und stehen den Wutbürgern gegebüber. Die Wutbürger haben natürlich immer Recht, stehen sie doch gegen die bösen Energieversorger, und finden in den Grünen einen politischen Tumnmelplatz, der diese Proteste bündelt, kanalisiert und machtpolitisch nutzt. Nur ist davon noch kein Kilometer Trasse in die Landschaft gekommen.
"Vorallem haben die momentanen Trasseneigner kein Interesse an Konkurenz, weshalb das Netz und die Erzeugung dringend getrennt werden müssen."
Das ist ein Satz, der könnte von der FDP sein. Der Markt wirds richten. Noch mehr so Platitüte und es wird langweilig. Den das Netz das bei uns "so rumsteht" gehört noch zum Besten was es auf diesem Planeten gibt (man nennt das Standortvorteil) und kann nur gesamthaft entwickelt werden. Daher wäre es eher Gebot der Stunde, die Energieunternehmen samt Netz wieder in Vater Staats Schoss zu holen. Dann ist das Gier-Argument weg und die Trasse kann bedarsgerecht gebauit werden.
Es scheitert nicht an 1000 kleinen Königen.
"Die Politik gibt einen Rahmen vor, in der sich die Industrie dann frei und ergebnisoffen bewegen kann."
Es wäre ja schön, wenn die Grünen das täten. CO2 ist bei der Stromerzeugung kein Argument, beim Auto aber das Alles entscheidente. Wo ist der Rahmen, die klare Linie? Und woher soll der Stom für E-Autos kommen. Da entwicklen dann die Ingenieure die ganze Zeit rum, haben tolle Produkte und dann ist nicht genug Strom da! Wo ist der Rahmen?
Jetzt kaufen wir erst mal Atomstrom aus Frankreich, der dann bei chistech als 100% Ökostrom aus der Dose kommt. Solange wir noch Geld dafür auf der Kasse haben, können wir dann diskutieren, ob für die Kohlekraft sind (Die Grünen in Berlin und Sie finden es super) oder gegen Tagebaue (die Grüne Liga ist da ganz rege). Und zur Beruhigung des Gewissens setzen wir uns auf Bahngleise, bis es der Polizei mal zu dumm ist, und die die Castoren einfach in der Gegend rumstehen lässt.
Der schönen neuen grünen Welt wird einfach das Licht ausgehen
"Genau diese Polemik, das ganz BaWü zu evakuieren wäre, ist durch nichts belegter Unfug und meine Gelassenheit angesicht eines tragischen Unfalls wie in Fukushima eine unverschämte Unterstellung die ich mir verbitte. "
Ja selber vor Polemik nicht laufen können und dann rumjammern. Ist ja genau wie vorhin: Erstmal beim Gegenüber den nick veralbern und dann nörgeln wenn es genauso zurück kommt. Wer wie ich den Unfallhergang auf der Seite der GRS verfolgt, kann schon seit anderhalb Wochen feststellen, dass da aber ganz schön knackig Strahlung austritt:
"Nach IAEA Informationen vom 23.03.2011 um 6 Uhr MEZ (14 Uhr Ortszeit in Japan) liegen Dosisleistungen für das Containment und die Kondensationskammer in den Blöcken 1-3 für die Anlagen in Fukushima Daiichi vor.
Block 1: 46 SV/h (Containment); 31,6 SV/h (Kondensationskammer)
Block 2: 52 SV/h (Containment); 1,8 SV/h (Kondensationskammer)
Block 3: 60,5 SV/h (Containment); 1,75 SV/h (Kondensationskammer)"
http://fukushima.grs.de/kommunikation-medien/japan-statusmeldung-stand-24-03-2011-1100
Das sind Sievert mein Bester, kein milli, kein mikro. Eine handvoll C4, eine moderne Panzerfaust und zwei durchgeknallte Terroristen und Sie haben das hier in D auch.
Im Übrigen lasse ich mir von Ihnen nicht unterstellen, ich würde ein Unglück instrumentalisieren....
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