Jahresbilanz Deutsche Bahn macht 1,3 Milliarden Euro Verlust

Nach Informationen aus Aufsichtsratskreisen erwägt die Deutsche Bahn, ein Drittel der 1500 Güterbahnhöfe in Deutschland zu schließen.

(Foto: dpa)
  • Die Deutsche Bahn hat im vergangenen Jahr 1,3 Milliarden Euro Verlust gemacht - es ist das erste Defizit seit zwölf Jahren.
  • Um künftig zu sparen, erwägt die Bahn nach Informationen aus Aufsichtsratskreisen die Schließung von bis zu 500 Güterbahnhöfen.

Die Deutsche Bahn hat im vergangenen Jahr trotz eines Rekordumsatzes einen Verlust von 1,3 Milliarden Euro gemacht, wie das bundeseigene Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Es ist das erste Defizit seit zwölf Jahren. Im Jahr 2014 hatte die Bahn noch einen Gewinn von 988 Millionen Euro verbucht. Als Gründe für den Verlust nannte der Konzern unter anderem Sonderabschreibungen im Schienengüterverkehr und Sonderbelastungen durch den Konzernumbau.

Aber auch im Personenverkehr lief es nicht rund. So sank die Zahl der Reisenden in den Zügen - dazu zählen auch S-Bahnen - und Bussen der Regionalverkehrstochter DB Regio um rund 30 Millionen auf 2,5 Milliarden Fahrgäste. Mehr Menschen fuhren dafür mit Fernzügen: Die Zahl der Fahrgäste in ICEs und Intercitys stieg um 2,9 Millionen Reisende auf 132 Millionen. Bahnchef Rüdiger Grube zeigte sich insgesamt trotzdem unzufrieden: "Wir haben nicht das erreicht, was wir uns vorgenommen haben." Denn auch das operative Ergebnis liege deutlich unter dem Vorjahreswert, "nicht zuletzt beeinträchtigt durch die Streiks" der Lokführergewerkschaft GDL, fügte er hinzu.

Die Bahn strebt Nachhaltigkeit an - und möglicherweise einen Stellenabbau

Um nachhaltig besser zu werden, habe der Konzern im vergangenen Jahr den Konzernumbau eingeleitet und das Programm "Zukunft Bahn" gestartet. Es sieht vor, den Zugverkehr pünktlicher und attraktiver zu machen, etwa mit einer besseren Steuerung des Zugverkehrs, früherer Fehlererkennung bei Störungen im Netz und mobilen Reparatur- und Servicetrupps.

Mit mehr Effizienz vor allem in der Konzernzentrale will die Bahn zudem innerhalb von fünf Jahren 700 Millionen Euro einsparen. Zu Grubes Plänen gehört auch ein Teilverkauf der Auslandsverkehrstochter DB Arriva und der Spedition DB Schenker Logistics. Dazu fehlt aber noch eine Entscheidung des Aufsichtsrats.

Nach Informationen aus Aufsichtsratskreisen erwägt die Deutsche Bahn außerdem, rund 500 der insgesamt 1500 Güterverladestellen in Deutschland zu schließen. Damit wäre der Verlust von rund 3500 Arbeitsplätzen verbunden. Eine Entscheidung hierzu soll erst bei der nächsten Aufsichtsratssitzung am 8. Juni fallen. Dann stellt der Vorstand des Unternehmens für die Geschäftsfelder Güterbahn, Dienstleistungen, Regionalverkehr und Fahrzeug-Instandhaltung Strategiekonzepte bis zum Jahr 2030 vor.

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