Import aus Fernost Bielefelder Möbelhaus ruft Tassen mit Hitler-Bild zurück

Rosen, Lyrik, Hitler: Ein Möbelhaus in Nordrhein-Westfalen ruft 175 Tassen zurück, auf denen eine Briefmarke mit dem Bild des Diktators aufgedruckt ist. Der Designer wusste dem Unternehmen zufolge nicht, was er tat.

Es ist eine wirre Mischung aus Kitsch und Nazi-Devotionalie, die da am anderen Ende der Welt entworfen wurde: Zwischen Rosen und einem englischen Liebesgedicht prangt, etwas verblasst, eine 30-Pfennig-Briefmarke mit einem Porträt Adolf Hitlers im Profil (für Philatelisten: Deutsches Reich, Michel-Nummer 794). Dazu ist ein Poststempel mit Hakenkreuz aus der Nazi-Zeit aufgedruckt.

Ohne gewusst haben zu wollen, dass der Massenmörder auf der Tasse prangt, hat ein Möbelhaus in Nordrhein-Westfalen 5000 Stück von ihnen aus Fernost bestellt und einige für drei Euro in die Regale gestellt. Das berichtet die Zeitung Neue Westfälische, die auch ein Bild der Tasse zeigt.

Nun ruft das Unternehmen Zurbrüggen das Produkt zurück. 175 Tassen waren bereits verkauft, als Zurbrüggen den Fehler feststellte. Wer das Produkt zurückgibt, soll einen Warengutschein über 20 Euro erhalten.

Grund für den Vorfall ist vermutlich die fehlende Sensibilität eines chinesischen Herstellers für deutsche Geschichte. Der Designer habe keine Ahnung gehabt, wessen Vintage-Konterfei er da drucken ließ, zitiert die Neue Westfälische Christian Zurbrüggen, Inhaber und Geschäftsführer des Unternehmens. Für die Verkäufe sei eine "ziemlich blöde Verkettung von unglücklichen Umständen" verantwortlich, sagte er. Er entschuldigte sich, der Vorfall sei "fürchterlich". Seine Mitarbeiter hätten es einfach nicht gemerkt: "Beim Auspacken und Einsortieren ist das Problem niemanden aufgefallen."

Die regionale Kette Zurbrüggen unterhält unter anderem in Bielefeld und Delmenhorst Filialen und ist ein Traditionshaus. Gegründet wurde sie vor mehr als 100 Jahren unter dem Namen "Teutonia".