Immobilien Zu wenig Geld fürs eigene Heim

Viele Mieter träumen von den eigenen vier Wänden. Doch vor allem in Deutschlands Städten gelingt es immer seltener, sich diesen Traum zu erfüllen. Das Institut der Deutschen Wirtschaft glaubt zu wissen, woran das liegt.

Von Thomas Öchsner

Immer weniger Mieter werden in Deutschland zu Eigentümern einer Immobilie. Dies geht aus einer Analyse des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) hervor. Demnach kauften 2016 weniger als 600 000 Haushalte erstmals eine Immobilie, um dort selbst zu wohnen. 2013 waren es noch knapp 800 000. Dem IW zufolge bleibt vor allem in den Städten das Eigenheim ein Wunschtraum. Dort ist der Anteil der sogenannten Ersterwerber von 1,6 auf knapp 1,2 Prozent zurückgegangen. In den ländlichen Gebieten ist der Anteil leicht auf 1,8 Prozent gestiegen. Die Berechnungen beruhen auf einer Auswertung des sozioökonomischen Panels, einer repräsentativen jährlichen Umfrage bei fast 30 000 Menschen in Deutschland.

Dass trotz der niedrigen Zinsen weniger Mieter zu Eigentümern werden, führen die Forscher auf die überdurchschnittlich hohen Nebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler und Grundbuch) zurück. "Immobilienkäufer brauchen deshalb in Deutschland mehr Ersparnisse als in anderen europäischen Ländern", heißt es bei dem Kölner Institut. Allerdings dürfte die Zahl der Ersterwerber in den Städten wohl auch deshalb zurückgegangen sein, weil gerade dort die Immobilienpreise rasant gestiegen sind. Die Forscher glauben nicht, dass das geplante Baukindergeld von 1200 Euro je Kind hilft. Anrecht darauf sollen Haushalte haben, deren zu versteuerndes Einkommen 75 000 Euro plus 15 000 Euro pro Kind nicht übersteigt. Die Förderung für zehn Jahre soll Familien beim Schritt zum Eigenheim unterstützen. Die Immobilienexperten fürchten aber, dass dies in den Ballungsräumen zu höheren Preisen führen wird. "Die Bauträger sind in der Lage, das Baukindergeld einzupreisen und auf den Käufer abzuwälzen", warnen Pekka Sagner und Michael Voigtländer vom IW. Auch bestehe bei festgelegten Anspruchsgrenzen die Gefahr von Mitnahmeeffekten: "Haushalte, die ohnehin Eigentum erworben hätten, erhalten ebenfalls eine Förderung."