sueddeutsche.de: Aber aktuell brauchen vor allem die Landesbanken dringend eine "Bad Bank" - ein ausgelagertes Institut, das die hochriskanten Zockerpapiere des alten Kasino-Kapitalismus verwaltet und die offizielle Bilanz entlastet.
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Sinn: Aktuell brauchen alle eine Bad Bank, um die toxischen Papiere dort zum Buchwert unterzubringen - bevor sie zu Abschreibungen gezwungen sind, weil der Marktwert so stark gefallen ist.
sueddeutsche.de: Ist die Bad Bank also eine "bad idea"?
Sinn: Es kommt sehr genau auf die Konditionen an. Mein Verdacht ist: Man drückt sich einfach um Abschreibungen. Wenn jetzt die fast wertlos gewordenen Wertpapiere rechtzeitig an eine Bad Bank zum Buchwert abgeben werden können und dafür Staatspapiere zu erhalten sind, ist das für die Bilanz der Bank schön. Mir wäre wohler, die Konstruktion wäre verbunden mit einer staatlichen Beteiligung an den Banken. Das wäre ehrlicher.
sueddeutsche.de: Die Geldmenge dehnt sich derzeit durch all die Konjunkturprogramme stark aus. Welche Gefahren sehen Sie für die Inflation?
Sinn: Die hohe Staatsverschuldung wird eines Tages beim Nachfolger von Herrn Steinbrück den Wunsch wecken, sich der Sache durch Inflation zu entledigen, praktisch die italienische Karte zu ziehen. Aber das ist ferne Zukunft ...
sueddeutsche.de: Kann eine solche Geldentwertung nicht früher kommen, als allen lieb ist?
Sinn: Selbst wenn der Finanzminister sich eine Inflation wünschen würde, um die Staatsschulden loszuwerden, würde er sie ja gar nicht hinbringen. Er müsste ja erst einmal die Europäische Zentralbank überzeugen. Die wird sich wehren, und selbst wenn sie dem Verlangen folgen würde, fiele es ihr doch schwer, die Inflation anzuschieben. Inflation entsteht, indem die Geldpolitik die Zinsen runtertreibt und dadurch die Investitionsgüternachfrage belebt. Die Zinsen sind aber schon fast bei null, das Pulver ist verschossen. Ich kann in dieser Situation viel Geld in die Wirtschaft pumpen, und es entsteht doch keine Inflation.
sueddeutsche.de: In welcher Lage ist die Volkswirtschaft?
Sinn: Momentan erleben wir eine deflationäre Lücke. Ob die deflationäre Lücke sich in einer echten Deflation entlädt, das ist noch ein anderes Thema. Das hängt davon ab, wie stark die Barrieren gegen Preis- und Lohnsenkungen sind.
sueddeutsche.de: Sie schreiben in Ihrem Buch von "japanischen Verhältnissen". In dem einstigen asiatischen Vorzeigestaat sinken seit 18 Jahren die Preise tendenziell. Die Zinsen liegen bei null Prozent.
Sinn: Wenn wir nicht in absehbarer Zeit zu einer Normalsituation zurückkehren, dann halte ich es für wahrscheinlicher, dass wir japanische Verhältnisse bekommen als eine inflationäre Situation.
sueddeutsche.de: Auch Japan hat immer wieder umfangreiche Konjunkturprogramme aufgelegt - letztlich ohne Effekt.
Sinn: Die Staatsschulden stiegen von 60 Prozent auf 170 Prozent des Sozialprodukts. Am Ende hat es nicht viel geholfen. Staatsverschuldung - so wichtig und richtig sie jetzt in Deutschland ist - ist nur ein starker Kaffee. Der hilft einem, wieder auf die Beine zu kommen. Aber ich werde nicht gesund vom starken Kaffee. Und ich kann den auch nicht immer wieder trinken.
sueddeutsche.de: Richtig ermunternd klingt das nicht.
Sinn: Ich hoffe mal, dass wir solche Verhältnisse nicht kriegen - aber die Gefahr ist da.
sueddeutsche.de: Die Instrumente der Politik können das noch verhindern?
Sinn: Ja, die können jetzt noch helfen. Wir müssen hoffen, dass die Wirtschaft danach anspringt. Wenn man wirklich in einer Deflation ist, weiß man nicht mehr so recht, was man tun soll. Da kommt man schwer wieder heraus.
Mit Videos von: Ivonne Wagner und Marcel Kammermayer
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(sueddeutsche.de/jja/mel)
Demonstrationen in Hamburg
Es gibt auch Unternehmen, welche sich durch die Kurzarbeitsregelung bereichern. Ich kenne einige Unternehmen, die zwar nach wie vor gut laufen, aber trotzdem den Arbeitnehmern Kurzarbeit auferlegen. Die Arbeitnehmer müssen hier weitaus mehr leisten als vor der Krise, verdienen diesbezüglich aber auch weniger Geld und das Unternehmen macht einen höheren Gewinn.
da kann ich Ihnen vollkommen Recht geben !
jetzt auf einmal meldet sich Herr Sinn zu Wort und kann im kleinsten Detail aufzählen wer Schuld ist und woran es gelegen hat. Komischerweise war doch auch vor der Krise bekannt wie der Hase läuft und wie das System funktioniert, aber da hat sich keiner zu Wort gemeldet und alle noch die Fahne des Neoliberalismus hochgehalten.
Wofür gibt es denn diese Wirtschaftsweisen und Experten ?!
Später kann ich mich auch hinstellen und Fehler aufzählen und selbst jetzige Wirtschaftsprognosen wie Wirtschaftswachstum pendeln von Institut zu Institut von -3% bis 0% und zu + 0,5 %....
Egal wie man es dreht und wendet gibt es nur EINEN großen Verlierer und das ist der Mittelstand fast aller Industrienationen, hier in Deutschland also der Durchschnittsbürger und brave Steuerzahler. Denn andere haben die Krise schon wieder zum Kasse machen genutzt und zb. sich jetzt schon duch 10 fach gestiegene
Akitenkurse sanieren können und durch cleveres taktieren am Subventionstopf bereichert.
Von der DAX-Konzern-Hörigeit besonders der Kanzlerin und CDU will ich garnicht mal sprechen. Nichts aber auch garnichts hat , konnte oder wollte man durchsetzen um den Größenwahn an Gehälter und Boni-Zahlungen zu verhindern ! Nur durch etwas Druck aus der Presse konnte man wenigstens Gehaltsobergrenzen bei zb. der Commerzbank oder alle anderen vom Staat direkt unterstützten Konzerne einführen.
Aber wir sind doch schon wieder so weit das sich Aufsichtsrats-Vorsitzende (zb. Herr Dr. Chromme) groß in Tageszeitungen darstellen und GEGEN Obergrenzen von Gehältern von Vorständen sich einsetzen und niemand scheint es noch aufzuregen , das diese Herren sich das überhaupt trauen ist schon skandalös genug. Das die Gier bei solchen Leuten nie abgerissen hat war jedem vernünftigen Menschen sowieso klar !
Aber bei normalen Arbeitnehmern wird die Gunst der Stunde genutzt und auf Lohnverzicht propagiert oder sonst mit Werksschliessungen , Arbeitsplatzabbau gedroht .
Sowas asoziales schimpft sich also Führungselite , na dann gute Nacht !
Verkehrte Welt wenn einerseits mit Verzicht argumentiert wird bei kleinen Arbeitnehmern und dann gefordert wird das fette Vorstandsgehälter und Boni doch bitte so sein müssten für den Anreiz und den tollen Job da oben .....das kann wohl nur purer Sarkasmus sein ! Aber bei vielen Normalbürgern scheint es genug Obrigkeitsdenken zu geben und Leute die denen das auch noch abkaufen , schlimm genug ....
Es ist mir schleierhaft, wie man diesen sog. "Experten" weiterhin in den Medien ein Forum bietet. Vor einigen Jahren noch war er einer der Protagonisten des Neoliberalismus und als einer der Meinungsmacher der "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" ständig Gast in diversen Talk-Shows und nun argumentiert er genau entgegengesetzt wie damals.
Solche Personen wie er waren es doch, die eine Liberalisierung der Finanzmärkte vorangetrieben haben und damit die Politik in ihrer Gesetzgebung massiv beeinflusst haben.
Und nun prangert er urplötzlich den "Casino-Kapitalismus" an und ist sich wohl seiner Worte von damals nicht mehr bewusst, nach dem Motto:" Was schehrt mich mein Geschwätz von gestern". Eben ein typischer Fall von Opportunist mit retrograder Amnesie, der heute um 180 Grad entgegengesetzt argumentiert wie noch vor einigen Jahren !
Was Herr Prof. Sinn äußert scheint mir den Tatsachen zu entsprechen ...
Ich hatte das Glück Ihn in Dachau live zu hören bei der Veranstaltung der Wirtsachftsjunioren und ich kann nur sagen das absolut Alles ist schlüssig und stichhaltig.
Auch wenn Seine Äußerung "...das sei alles erst ein 1/4 von dem Was noch so auf uns zukommt ..." schon etwas ängstigt bin ich froh das Leute wie er die Wahrheit sagen (entgegen vieler Politiker).
Ich hoffe er wird es nicht müde diese Position ständig zu vertreten und dies immer und immer wieder zu tun. Die Politk wäre meiner Meinung nach gut beraten auf diese Stimme mehr zu hören .... Oder besser noch solche Leute bräuchte die Politik !
Beste Grüße aus München
Sehr geehrte Ersteller dieses Beitrages,
wie können Sie denn einem Wissenschaftler der seit dem die ersten Anzeichen der Krise immer das falsche erzählt und prognistiziert hat. Herr Sinn windet sich doch wie ein Wurm, es wird ja nun eindeutig das das alles nur lustiges Rätselraten ist, was die Herren vom Ifo und den anderen 5 Instituten veranstalten, Sie sollten mal lieber ein Beitrag machen, wieviel Vorhersagen bzw. Prognosen der Superherren den eingetroffen sind. Das wird dann wahrscheinlich sogar noch unter der Wahrscheinlichkeit von Zufall liegen, d.h. die Herren haben schlechter geraten als wenn Sie ein Münze geworfen hätten.
Paging