Hohe Kosten durch Sparprogramm Deutsche Bank befürchtet Gewinneinbruch

Bei der Deutschen Bank rückt nach der Steuerrazzia kurzzeitig wieder das Geschäftliche in den Vordergrund. Allerdings aus einem unangenehmen Grund: Das Institut muss eine Gewinnwarnung herausgeben.

Auf das Geschäftliche konzentriert sich in diesen Tagen bei der Deutschen Bank kaum jemand. Am Mittwoch durchsuchten etwa 500 Polizisten und Steuerfahnder stundenlang die Frankfurter Zentrale des Instituts, gegen 25 Mitarbeiter der Bank wird unter anderem wegen schwerer Steuerhinterziehung ermittelt. Da müsste es den Verantwortlichen der Bank eigentlich gerade recht gewesen sein, den Fokus mal wieder auf das Geschäft legen zu können - wäre der Anlass nicht so unangenehm. Die Deutsche Bank musste eine Gewinnwarnung herausgeben.

Einen Tag nach der Großrazzia warnte der Vorstand um die neuen Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen - gegen den ermittelt wird - vor großen Belastungen für die Bilanz zum Jahresende. Grund dafür, sei der laufende Umbau des Instituts. Die Kosten für das milliardenschwere Sparprogramm und die Integration der Postbank drücken schwer auf die Ergebnisse im letzten Quartal. Die Bank erwartet durch diese Sonderposten "signifikant negative" Auswirkungen auf den Gewinn, teilte sie überraschend mit.

Die Anleger reagierten entsprechend enttäuscht auf die Woche der schlechten Nachrichten: Mit einem Minus von fast drei Prozent gehörte die Aktie zu den größten Verlierern im Dax. Neben den Einsparungen von 4,5 Milliarden Euro bis 2015 will die Deutsche auch Milliardenbestände an riskanten Wertpapieren in eine eigene Bad Bank auslagern. Diese ist mittlerweile installiert - insgesamt werden dort Altlasten im Wert von 122 Milliarden Euro entsorgt. Die Einsparungen werden mehr als 2000 Mitarbeiter ihren Job kosten, vor allem im Investmentbanking.

Das einzig Gute an den aktuellen Entwicklungen aus Sicht der Verantwortlichen: Die wirtschaftlichen Probleme werden wohl schon bald wieder vergessen sein - spätestens dann, wenn neue Details zu den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft bekannt werden. Am Donnerstag wurden fünf Mitarbeiter des Instituts dem Haftrichter vorgeführt. Das Amtsgericht Frankfurt wollte darüber entscheiden, ob die Banker wegen des Verdachts der Geldwäsche und Vertuschung in Haft blieben. Die Aktion der Behörden steht in Zusammenhang mit der Affäre um Steuerbetrug mit CO2-Zertifikaten, in die die Bank offenbar tiefer verstrickt ist als zunächst angenommen.