Griechenland benötigt dringend Geld, kommt aber nicht ran - selbst im eigenen Land nicht: Athen wird einen großen Teil seiner ausstehenden Steuereinnahmen abschreiben müssen. Hinzu kommt: Hunderte Milliarden Euro von reichen Griechen sollen in der Schweiz liegen.
Griechenland sind in den vergangenen Jahren durch Steuerhinterziehung riesige Summen entgangen. Derzeit wartet der griechische Staat noch auf ausstehende Steuern in Höhe von rund 60 Milliarden Euro. Einen großen Teil davon müssen die Finanzbehörden wohl in den Wind schreiben. Denn allein 30 Milliarden Euro sind Gegenstand von insgesamt 165.000 Steuerverfahren vor den Gerichten. Einige davon ziehen sich schon länger als zehn Jahre hin.
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"Es gibt eine Kultur, die eher die Produktion von Gesetzen fördert als die von Ergebnissen." (© AFP)
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Dies geht aus dem ersten Bericht der "Task Force Griechenland" hervor, die auf Wunsch der Athener Regierung von der EU-Kommission seit September die Verwaltung des Krisenlandes durchleuchtet und Verbesserungsvorschläge macht.
Der Leiter der Gruppe, der deutsche EU-Beamte Horst Reichenbach, sprach am Donnerstag in Brüssel zudem von "gewaltigen Summen, die von Griechen in die Schweiz" gebracht worden seien. Genauere Angaben machte Reichenbach dazu nicht. Schweizer Medien schätzten das Vermögen reicher Griechen in ihrem Land zuletzt auf rund 350 Milliarden Franken (286 Milliarden Euro). Die Finanzbranche des Alpenlandes wies dies aber als übertrieben zurück.
Rasche Erfolge ermöglich
Griechenland leidet unter einem Schuldenberg von rund 350 Milliarden Euro. Dafür werden neben Korruption und Misswirtschaft auch die Unfähigkeit und Unwilligkeit der Behörden beim Eintreiben von Steuern verantwortlich gemacht. Besonders Großverdiener und große Unternehmen wurden offenbar immer wieder geschont oder schafften es, sich um das korrekte Steuerzahlen herumzudrücken.
Die griechische Regierung wolle nun für diesen Personenkreis spezielle Steuerbüros einrichten, heißt es in dem Bericht. Dass rasche Erfolge möglich sind, erwähnte Reichenbach auch. So hätten einige wenige Finanzbeamte in den vergangenen sechs Monaten durch Anwendung neuer Methoden allein 112 Millionen Euro an ausstehenden Steuern eingetrieben. Experten aus verschiedenen EU-Ländern, unter anderem aus Deutschland, Frankreich, Österreich, Norwegen, Dänemark und Estland, haben Athen in diesem Bereich nun ihre Hilfe angeboten.
Ein großes Problem bleibt aber, wie der Bericht anmerkt, die völlig überlastete und überforderte Justiz in Griechenland. Der Hang, Streitigkeiten mit den Behörden vor Gericht auszutragen - nicht selten in der Hoffnung, eine Lösung bis auf den Sankt-Nimmerleins-Tag zu verschieben - ist groß. Die Komplexität und Widersprüchlichkeit griechischer Gesetze und staatlicher Verordnungen erschwert die Situation zusätzlich. Dies wurde Reichenbachs kleinem Team, das in Athen und Brüssel arbeitet, rasch klar: "Es gibt eine Kultur, die eher die Produktion von Gesetzen fördert als die von Ergebnissen." Auch die Umsetzung administrativer Reformen werde oft nicht überwacht. Es fehle an der Koordination zwischen den einzelnen Teilen der Verwaltung.
Mängel sieht Reichenbach auch bei der öffentlichen Ausschreibung staatlicher Aufträge. Im Durchschnitt dauere die Vergabe eines öffentlichen Auftrags 230 Tage - das ist mehr als doppelt so lange wie im EU-Durchschnitt. Auch hier landet zu vieles vor Gericht, und viele Aufträge werden freihändig verteilt. Das wiederum lädt zu Korruption und Preisabsprachen geradezu ein.
Reformen hält die Kommission auch im viel zu teuren staatlichen Gesundheitswesen für nötig. Die Privatisierung von Staatsbetrieben kommt zudem viel langsamer voran als geplant, auch das geht aus dem Bericht hervor. Der Chef der griechischen Privatisierungsbehörde, Kostas Mitropoulos, protestierte am Donnerstag umgehend gegen die entsprechenden Passagen in Reichenbachs Resümee. Kleineren und mittleren Privatbetrieben will die Task Force durch erleichterten Zugang zu EU-Fördermitteln unter die Arme greifen.
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(SZ vom 18.11.2011/hgn)
würde gerne mal die Liste live lesen
Troika entdeckt neue 80 Mrd Schulden
die die Griechen nicht fanden bzw. verborgen hielten.(Reuters UK) Besonders unangenehm daran, diese Schulden müssen im Januar 2012 beglichen werden. Das gibt einen engen Zeitplan für die Spenderkassen. Bis spätestens Mitte Dezember muss Griechenland 8 Milliarden erhalten, sonst werden sie sofort für Bankrott erklärt( was sie ja schon längst sind) und dann noch mal 80 Milliarden im Januar, da sonst wieder der sofortige Bankrott droht .Und im Februar sind Neuwahlen und der vermutliche Wahlsieger hat schon erklärt, dass er die Diktatur der EU und vor allem der Deutschen nicht mehr hinnehmen wird und er weigert sich jetzt schon eine Verpflichtungserklärung zum Sparen gegenüber den Spenderländern abzugeben.
dass über Jahrzehnte das Steuerwesen ein kümmerliches Dasein führte und den Steuerpflichtigen der Zustand ihres Landes, seiner Infrastruktur, seiner Häfen, Eisenbahnen, Bildung usw. schlichtweg egal war...
Nach Medienschätzungen befindet sich ja ein Griechen gehörendes Vermögen von 560 Mrd. Euro im Ausland. Abzüglich der 350 Mrd. Euro Staatsschulden sind das immer noch ein Plus von satten 210 Mrd. Euro. So "bankrott" möchte ich mal sein!
und EU-Geld in einer Privatbank versenken, dürfen die von uns nichts, keinen Cent, bekommen. Ich bin erschüttert über diese Art von Politik.
Hierzulande hat man jahrelang Talkshowein, Talkshowaus für niedrige Steuern plädiert, damit es uns allen besser geht. Und die Koalition hat uns weitere Steuererleichterungen versprochen, damit es uns allen besser geht. Demnach müssten in Griechenland geradezu paradiesische Zustände herrschen. Wollen die Griechen etwa, dass es allen schlechter geht, wenn sie jetzt beginnen Steuern einzutreiben.
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