Die Griechen sparen nicht genug. Sagt Europa. Die Griechen tun nichts als demonstrieren. Sagt Europa. Aber wissen wir wirklich, welche dramatischen Auswirkungen die Krise auf die Bevölkerung hat? Reise in ein Katastrophengebiet, in dem Hunderttausende ihre Arbeit verlieren, Eltern ihre Kinder nicht mehr ernähren können und die gesamte Mittelschicht vor dem Untergang steht.
Man könnte solch eine Rundreise durch ein zerstörtes Land anfangen mit den SOS-Kinderdörfern, in denen verarmte Eltern mittlerweile ihre Kinder abgeben. Mit den Mathematikstudenten in Thessaloniki, die nachmittags, wenn der Markt schließt, in den Mülltonnen nach Gemüse wühlen. Oder damit, dass die griechische Sektion von Ärzte der Welt ihre Leute aus Uganda, Äthiopien und anderen Dritte-Welt-Ländern abgezogen hat, weil sie sie mittlerweile alle zu Hause brauchen. Aber SOS-Kinderdorf und Ärzte der Welt, das klingt so fern, nach Bolivien und Bürgerkrieg, statt nach Westeuropa und EU.
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Immer mehr Ökonomen warnen eindringlich davor, Griechenland kaputtzusparen. 2012 wird das fünfte Jahr in Folge sein, in dem die Wirtschaft schrumpft. 2011 sank die Wirtschaftsleistung um sieben Prozent. (© Getty Images)
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Fangen wir also lieber mitten in der Mittelschicht an, in einer Grundschule in Heliopolis, einem Stadtteil von Athen, den man bis vor kurzem als gutbürgerlich bezeichnet hätte. In dem Raum, in dem die 45-jährige Voula Tousi tagsüber eine sechste Klasse unterrichtet, ist es klamm an diesem Abend, die Wand hinter dem Lehrerpult schimmert noch feucht vom letzten Regen.
Unten im Gemeinschaftsraum ist gerade Elternbeiratssitzung, Voula Tousi hat uns nur kurz hergeführt als Antwort auf die Frage, ob sie im Unterricht die Krise spüre. "Vorhänge, die neue Tafel, das haben wir immer schon von Spenden gezahlt. Klopapier müssen die Kinder selbst mitbringen. Aber bisher gab es immerhin Schulbücher." Sie zieht kopierte Zettel aus einer Schublade: Die Klasse hat kein Englischbuch, Tousi kopiert zu jeder Stunde eine Seite aus ihrem alten Exemplar. In der Parallelklasse fehlt das Mathebuch.
Tousi neigt nicht zu Empörungsrhetorik, im Gegenteil, sie erzählt all das mit einem Achselzucken, als wolle sie sagen, ist eben so. Nur das Rundschreiben, das lässt ihr keine Ruhe. Dieser Brief der Stadtverwaltung, der an diesem Abend unten im Elternbeirat diskutiert wird: Da immer öfter Kinder wegen Mangelernährung im Unterricht ohnmächtig werden, sollen die Lehrer Listen erstellen, damit all diese Kinder in der Kantine umsonst zu essen bekommen.
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Mubarak-Prozess in Ägypten
ABER - interessant hier eher die Kommentarsektion - da keimt fast so etwas wie Hoffnung auf .
Situationsbericht aus Griechenland in der Süddeutschen. Lesen sie was die "mehr Anstrengungen
der Griechen", "strengere Auflagen" und ein "Haushaltsdiktat" fordernden globalen Kriminellen, Terrorbanker, Finanzfaschisten und ihre Büttel bereits jetzt aus dem Land gemacht haben ...
http://my-metropolis.eu/Nachrichtenticker/Nachrichtenticker.php
Der Anfang zum neoliberalen Umbau des Sozialstaates wurde in Deutschland gemacht.
Nun ist GR an der Reihe, als kleines Land mit wenig Wirtschaft, ein ideales Opfer für die neoliberale, feudalistische Agenda 2010.
Hinzu kommen noch die Veränderungen innerhalb der EU und Nato, die als Nationenbuilding bekannt sind und bisher immer kriegerischer Natur waren, was heisst: zerschlagen - aufbauen - dirigieren.
Dass derartiges Nationenbuilding auch ohne Waffen geschehen kann, sehen wir an dem Umgang mit GR. Durch die Merkelpolitik und mit IWF und EZB erleben wir hier auch die Zerschlagung eines Staates, der innerhalb Europas auf Linie getrimmt wird.
Wie diese Linie aussieht, wird nicht deutlich gesagt, aber da es um die Einführung des Neoliberalismus geht, werden alle Länder zurückmüssen in eine Zeit, die dem Feudalismus gleichkommt.
Ein journalistisch sehr guter Artikel. Aber warum erst jetzt????
Schon zu Beginn der Krise wurde von vielen nicht neoliberalen Ökonomen vor diesem Zustand gewarnt und sie zeigten einfache, machbare Lösungen auf, die aber fast NIE von den Medien aufgegriffen wurden.
Die Medien loben Merkel immer noch über den "grünen Klee" dabei wird sie, sehenden Auges mit Hilfe der Medien, die Totengräberin der Demokratie und der europäischen Sozialstaaten sein.
Niemals habe ich in den Leitmedien Kritik an der Merkelschen Politik gelesen und gehört. Selbst in den ARD-Nachrichten wird zwar bedauerlich und reisserisch über den derzeitigen Zustand in GR berichtet - aber die Berichterstattung endet fast immer - nach Merkel-Gusto- sie haben ja auch selber Schuld.
Dass das nicht nur eine Unverschämtheit ist, sondern auch eine tiefe Beleidung für die Menschen in diesem Land, wird gar nicht mehr gesehen und gefühlt. Das ist das Tragische.
Uns wird über die Medien das Mitgefühl und die Solidarität abgewöhnt.
Wenn sogar Heribert Prantl, den ich bisher immer sehr schätzte, gestern noch in der Lage war, die Wahl von Gauck, diesem neoliberalen neokonservativen BP-Kandidat, als "Wunder" zu bezeichnen, sehe ich doch, dass sich grundsätzlich nichts an der Berichterstattung der Leitmedien geändert hat. Pro Merkel-Politik, pro Sanktionen und pro Sparmaßnahmen.
Wenn Merkel, Schäuble, Sarkozy immer noch nicht sehen, wo und wie GR spart, gehören sie wie blinde Kühe und Ochsen auf die Weide. Und die Medien, die sich auch blind stellen, gleich dazu.
Verzeihung diese harsche Medienkritik, aber von nichts kommt nichts, wenn Schäuble sogar wagt zu sagen, dass GR so dran genommen wird, weil die Deutschen das so wollen.
Ich will das nicht.
wenn man so manche Aussage aus Griechenland hört, könnte man tatsächlich meinen, das Elend sei noch nicht genug:
Wo der Staatspräsident (der selbst die Suppe mit eingebrockt hat) unter Zustimmung des griechischen Volkes allen Ernstes Deutschland und andere Staaten als Sündenbock hinstellt, sind die Lehren, die es aus der Krise zu ziehen gilt, noch lange nicht angekommen.
Natürlich ist Totsparen keine Lösung, aber:
Die Griechen müssen endlich kapieren, dass sie sich diese Suppe selbst eingebrockt haben und dass ihr eigenes System, ihre Verwaltung und ihre politische Unkultur dafür verantwortlich sind.
Stattdessen wird am System nix geändert, es wird viel beschlossen und kaum was umgesetzt - und dafür wird allen Ernstes Respekt gefordert und wir werden als Sündenböcke der Krise hingestellt, weil die Sparmaßnahmen das Land kaputt machen...
- als ob die Griechen das nicht selbst gemacht hätten.
Solange die Griechen nicht kapieren, dass nicht die Sparmaßnahmen, sondern Jahrzehnte voller Mißwirtschaft, Egoismus und Korruption ihr Land ruiniert haben, könnte man diesem Volk auch alle Schulden erlassen und dazu noch Geld schenken:
Sie wären schnell wieder so weit wie jetzt, denn es fehlt der Wille und die Einsicht, die tatsächlichen Probleme zu lösen.
Davon reden tun sie allerdings gern...
Und wo das griechische Volk die Fahnen anderer Länder verbrennt, statt die eigenen Politverbrecher aus dem Parlament zu jagen und durch kompetente Leute zu ersetzten (die dafür sorgen dass der Staat eines Tages auch als solcher funktionieren kann) hält sich mein Mitleid in Grenzen.
Bei so viel Realitätsverweigerung hilft ein Marshallplan ebenso wenig wie ein rigoroser Sparzwang...
Sie sollen einfach raus aus dem Euro und schauen, wie sie allein zurecht kommen!
Paging