Gläubiger verstaatlichter Banken Island droht BayernLB mit Schuldenschnitt

Island: Die Regierung dringt auf einen Schuldenschnitt für ihre geschlossenen Banken.

(Foto: REUTERS)

Als Islands Finanzblase platzte, lag in den Banken auch Geld aus Deutschland. Das Geld, unter anderem von der BayernLB, könnte nun weg sein. Finanzminister Benediktsson will die Gläubiger zum Verzicht zwingen.

Die Bayerische Landesbank legte im isländischen Geldinstitut Kaupthing Geld an - und bekommt es womöglich nie zurück: Knapp sechs Jahre nach dem Höhepunkt der Finanzkrise hat die isländische Regierung den Gläubigern der berüchtigten, damals zusammengebrochenen Banken Kaupthing, Glitnir und Landsbanki gedroht, die Institute in die Insolvenz zu schicken.

Dies könne passieren, wenn sich die Geldgeber nicht zu einem Schuldenerlass bereiterklärten, sagte Finanzminister Bjarni Benediktsson in einem Interview. "Es sollte jedem klar sein, dass sich die Abwicklung nicht ewig hinziehen kann." Er sagte allerdings nicht, wie hoch der Schuldenschnitt für Gläubiger wie die BayernLB oder eine US-Tochter der Deutschen Bank sein soll. Gläubiger beklagen, dass die isländische Regierung nicht erklärt hat, wie der Konflikt gelöst werden soll.

Der isländische Finanzsektor war über Jahre hin aufgebläht worden, immer mehr Geld floß in die Banken. 2008 platze die isländische Blase im Zuge der weltweiten Finanzkrise, die Institute brachen unter einer Schuldenlast von mehr als 75 Milliarden Dollar zusammengebrochen. Die Verbindlichkeiten belaufen sich heute auf 22 Milliarden Dollar in Form von Bargeld, Aktien und Anleihen. Die damals eingeführten Kapitalverkehrskontrollen können erst wieder aufgehoben werden, wenn sich die Regierung mit den Gläubigern einigt.

Bjarni Benediktsson sagte, die Pläne der geschlossenen Banken zur Auszahlung von Gläubigern reichten nicht aus, um die Risiken für die isländische Wirtschaft und die Landeswährung Krone zu verringern.

Wegen der Pleite der drei Großbanken verlor die isländische Krone massiv an Wert, zahlreiche der 320.000 Einwohner des Landes verloren ihre Ersparnisse. Zudem stieg die Arbeitslosigkeit drastisch an, die damalige Regierung musste wegen massiver Proteste der Bevölkerung zurücktreten.

Insgesamt hatten etwa 30.000 deutsche Sparer bei Kaupthing mehr als 300 Millionen Euro angelegt. Gegen den früheren Kaupthing-Chef, Hreiðar Már Sigurðsson, wurde vergangenes Jahr Anklage erhoben.