Ärztefunktionäre klagen häufig über sinkende Einkommen - dabei sind die Honorare der niedergelassenen Mediziner in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.
Entgegen der Klagen vieler Funktionäre hat es in den vergangenen Jahren keine Honorareinbußen bei den niedergelassenen Ärzten gegeben. Nach einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes haben die Mediziner auch in den Jahren vor der Honorarreform deutliche Zuwächse verzeichnet. Laut Studie betrug 2007 der durchschnittliche Reinertrag eines Mediziners 142.000 Euro im Jahr. Das ist im Vergleich zur letzten Erhebung aus dem Jahr 2002 ein Plus von 12,7 Prozent. Den Honoraranstieg aus der seit Anfang des Jahres geltenden Reform ist noch nicht berücksichtigt.
Wo tut's denn weh? Ein Hausarzt untersucht das Ohr eines Patienten. Die Berufskollegen aus der Radiologie verdienen deutlich besser. (© Foto: AP)
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Damit sind die Honorare der Mediziner stärker angestiegen als die Bruttoverdienste der Arbeitnehmer in Deutschland. Das durchschnittliche Plus bei den Ärzten betrug pro Jahr 2,42 Prozent, während es bei den Arbeitnehmern bei etwa 2,3 Prozent lag. Jedoch relativieren die Zahlen Einlassungen insbesondere von Ärztefunktionären, die über sinkende Honorare in den vergangenen Jahren geklagt hatten. Durch die Honorar-Reform haben die Ärzte nach Berechnungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung in den ersten drei Monaten des Jahres im Schnitt 7,4 Prozent mehr verdient als im Vorjahrsquartal.
Hausarzt im Nachteil
Die Honorare der Mediziner sind jedoch sehr unterschiedlich. So verdient ein Hausarzt im Schnitt weniger als ein Radiologe. Wer in einem wohlhabenden Teil des Landes praktiziert, erhält mehr als sein Kollege in einer ärmeren Region. Das Statistische Bundesamt ermittelte die Daten durch eine Befragung von 5299 Arztpraxen in ganz Deutschland
Zu Beginn des Jahres hatten viele Ärzte gegen die Honorar-Reform protestiert, weil sie Einbußen befürchteten. Im Schnitt führte die Reform aber nur in Baden-Württemberg zu weniger Geld. Dort sanken die Honorare um 0,4 Prozent.
Der Reinertrag einer Arztpraxis ist in etwa mit dem Bruttogehalt zu vergleichen. Die Mediziner müssen noch Steuern zahlen, die Altersvorsorge und Krankenversicherung sowie die Kosten für die Praxisübernahme. Bereits abgezogen von den Einnahmen sind die Ausgaben für Personal, Mieten, Versicherungen, Heizung, Gas, Strom sowie die Zinsen, die zum Beispiel für die Finanzierung der Praxis-Einrichtung fällig sind. Insgesamt sind die Kosten nach Darstellung des Statistikamtes in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. 2002 betrugen sie noch 53,6 Prozent der Einnahmen, 2007 waren es 51,7 Prozent.
Radiologen verdienen am besten
Im Durchschnitt erzielten die Ärzte etwa 25,9 Prozent ihrer Einnahmen aus der Behandlung von Privatpatienten, 75 Prozent flossen aus der gesetzlichen Krankenversicherung. Daran zeigt sich, dass die Privatkassen den Ärzten überdurchschnittlich hohe Einnahmen bringen, obwohl nur zehn Prozent der Bevölkerung bei ihnen versichert sind. Klar wird dadurch aber auch, dass der allergrößte Teil der Einnahmen aus der gesetzlichen Versicherung stammt, und die Mediziner ohne sie ihre Praxen nicht unterhalten könnten.
Spitzenverdiener unter den Ärzten sind die Radiologen, die 2007 im Durchschnitt 264.000 Euro Reinertrag erzielten. Unterdurchschnittlich verdienen Allgemeinmediziner, deren Ertrag bei 116.000 Euro lag. Auch Kinderärzte liegen mit 124.000 Euro unter dem Schnitt, wohingegen Orthopäden und Augenärzte mit 186.000 Euro beziehungsweise 170.000 Euro darüber lagen.
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(SZ vom 13.08.2009/mel)
Linke-Parteitag in Göttingen
@Aus dem Exil:
Traumhaft! Mal wieder die vollkommen geniale, aufs Trefflichste differenzierte Heuchelargumentation, ähhh will sagen Neiddebatte: Prima, daß die Welt so einfach ist, gell?!?!?
DEN Ärzten geht's gut ,weil sie Prestigeautos fahren und Luxussportarten betreiben.
Mein Auto; mein Boot; mein Springbrunnen, oder?
Und bei Ihnen gibt's die nicht, die solchen, die solchen und die ganz anderen?
Alle schön gleich, wie? Schöne neue Welt!
Warum soll Gleichmacherei sozial gerecht sein?
Warum keine leistungsgerechte Bezahlung?
Warum wird der deutsche Arzt mit dem nichtakademischen Durchschnittsverdiener und nicht mit dem Erfolgsakademiker verglichen?
Warum soll ein deutscher Facharzt nicht so gut verdienen wir ein deutscher Notar oder sein englischer, schweizerischer oder schwedischer Arztkollege?
Warum müssen in Germanien immer alle gleich sein, sei es als völkische oder als proletarische Genossen?
Wie heißt die extrem bösartige deutsche Kopfkrankheit, die an alledem schuld ist?
Es sind der Neid und die Mißgunst,
die einzigen Klammern, die die deutsche Gesellschaft jemals länger zusammengehalten haben, indem sie die Individuen durch Gruppenzwang kontrollierten
und an diesem deutschen Wesen soll wohl mal wieder die Welt genesen
Sie gehen wohl lieber zu einem angestellten Arzt als zu einem Niedergelassenen, weil Sie den Niedergelassenen hassen müssen, denn er könnte ja einen Lebensstil pflegen, der Sie vor Neid glühen läßt wie die ROTE FAHNE?
Lieber ein Gesundheitssystem, in dem proletarisierte Ärzte ebenso wie alle Patienten generalausverkauft worden sind ans Heuschrecken-Monopolisten-Klinik-Großkapital?
(was unsere Heuchel-Gutmenschen dann so trefflich als "sozial gerecht" bezeichnen)
Jeder, der der Gesundheitsfonds-Katastrophe das Wort redet, ist genau das: jemand, der die letzten bürgerlichen Freiheiten weg haben will: Eine ganz innovative Form von totalitärer Gesellschaft.
Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.... dieses Motto sollte zuerst und vor allem den Ärzteorganisationen ins Stammbuch geschrieben werden. Seit Jahren überziehen sie das Land mit Horrormeldungen von Arztpraxen, die angeblich am Rande des Ruins stehen würden. Untermauert wird dies durch viele Zahlen, die vermuten lassen könnten, die Ärzte würden ihren Beruf nur noch aus reiner Nächstenliebe wahrnehmen.
Eine Frage an alle Leser dieses Kommentars: Haben Sie in Ihrem Umfeld von einer Praxis gehört, die tatsächlich in Konkurs ging?
Noch eine Frage an alle Leser dieses Kommentars: Wie gut - oder schlecht - geht es den Ärzten in Ihrem persönlichen Umfeld finanziell? Beurteilen Sie das bitte nicht nach den Aussagen der Ärzte, sondern nach Automarke(n), Haus oder Hobby.
P.S. Nicht eingerechnet bei allen Berechnungen sind übrigens die zusätzlichen Einnahmen z. B. durch die Teilnahme an Erhebungen etc., bei denen vor allem die Pharmaindustrie den Ärzten noch gerne helfend "zur Seite steht".
Wenn Hippokrates sich tatsächlich im Grabe umdrehen könnte, dann hätte er jetzt wohl schon eine Umdrehungszahl von 1000 U/min. erreicht.
... den Krankenkassen , und das angeblich auch noch "im Regelfall" . Diese Lüge würde sich nicht mal Ihre Leuchtturmpartei erlauben .
Und - n atürlich - geht es Ihnen bei Ihrer Propaganda für die Abschaffung der gesetzlichen Krankenkassen allein um das Wohl des Ganzen ! lol , lol ...
Und sicher fallen auf die FDP-Propaganda in den Arztpraxen auch genügend Unbedarfte herein .
"Schuldenstand, etc.. keine Rolle spielen bei dieser Demagogie. "
Falsch. Der "Reinertrag" bemisst sich zumindest bei Anwalts- oder WP-Praxen (und die müssen es wissen...) nach Abzug von Lasten aus Investitionen.
Abkassieren?!? Peinliche Wortwahl bei diesen Prozentangaben. Warum nicht gleich den angeblichen Zuwachs über einen zwei- oder dreistelligen Jahreszeitraum angeben, aber bitte weiter die Inflation außen vor lassen! Schön ist natürlich auch dass die individuelle Arbeitszeit, Qualifizierungsdauer bis zur Niederlassung, Schuldenstand, etc.. keine Rolle spielen bei dieser Demagogie.
Paging