Generalstaatsanwaltschaft Bande soll Tausende Bahn-Tickets gefälscht haben

Sie kauft korrekt: Kundin am Fahrkartenautomaten

(Foto: AP/Franka Bruns)

Warum kaufen, wenn man auch selbst drucken kann: Eine Bande soll seit Jahren täglich bis zu 100 gefälschte Tickets abgesetzt haben, gedruckt auf offenbar gestohlenem Originalmaterial der Bahn. Die Staatsanwaltschaft rechnet mit mindestens einer Million Euro Schaden.

Die Polizei ist mit einer groß angelegten Razzia im Rhein-Main-Gebiet gegen eine mutmaßliche Bande vorgegangen, die Fahrkarten der Deutschen Bahn gefälscht haben soll. Dabei wurden am Dienstag etwa 100 Objekte - überwiegend Wohnungen - durchsucht, wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main mitteilte.

In dem Verfahren geht es um den Verdacht der banden- und gewerbsmäßigen Urkundenfälschung, Hehlerei und Diebstahl. Sechs Menschen wurden festgenommen, sie waren bereits mit Haftbefehl gesucht worden.

Bei der Deutschen Bahn und Frankfurter Verkehrsbetrieben soll nach bisherigen Ermittlungen ein Schaden von mindestens einer Million Euro entstanden sein. Die Fälscher benutzten laut Staatsanwaltschaft Original-Blanko-Fahrscheine sowie einen Fahrscheindrucker der Deutschen Bahn. Ein Ex-DB-Mitarbeiter wird verdächtigt, die Fahrscheinrollen gestohlen zu haben.

Der engere Kreis der mutmaßlichen Fälscher wird verdächtigt, im Besitz von mehr als 20.000 Blanko-Fahrscheinen gewesen zu sein, und soll seit Mitte 2011 täglich bis zu 100 gefälschte Fahrkarten abgesetzt haben. Insgesamt richten sich die Ermittlungen gegen rund 100 Beschuldigte.