Faule Hypothekenpapiere US-Sparkassenaufsicht will Geld von JP Morgan zurück

Erst kauften die Banken die hochriskanten Finanzprodukte, dann gingen sie pleite: Eine Tochter von JP Morgan soll faule Papiere in Milliardenhöhe geschönt haben. Die Aufsicht fordert nun, dass JP Morgan die Kosten für die Insolvenz der Käufer übernehmen soll.

Banken sollen für faule Hypothekenpapiere haften, die in der Finanzkrise eine wichtige Rolle spielten: Die US-Sparkassenaufsicht NCUA verklagt die amerikanische Großbank JP Morgan. Es geht um Geschäfte in Höhe von 3,6 Milliarden Dollar. Damit umfasst die Klage eine so große Summe wie bisher keine dieser Finanzbehörde.

Die Vorwürfe der NCUA, der National Credit Union Administration, richten sich gegen die Bank Bear Stearns, die JP Morgan 2008 übernommen hatte. Bear Stearns unterschlug laut der Klageschrift (PDF), wie riskant die Wertpapiere waren, die das Kredithaus in den Jahren 2006 und 2007 an Investoren verkaufte. Es handelte sich um Hypothekenkredite finanzschwacher Schuldner. Die Sparkassen U.S. Central, Western Corporate, Southwest Corporate und Members United Corporate hatten diese Papiere erworben. Alle vier Kreditinstitute gingen schließlich pleite. Die Kosten dafür übernahm ein Fonds der NCUA - die nun Geld von JP Morgan zurückfordert.

Bear Stearns hätte die Sparkassen in dem Glauben gelassen, mit dem Kauf der Papiere auf der sicheren Seite zu stehen, so die NCUA. In Wahrheit waren die Hypothekenpapiere demnach allerdings viel riskanter - und vor allem überbewertet: "Die schlechte Performance war von Anfang an klar", heißt es in der Klageschrift.

JP Morgan wollte keine Stellung nehmen. Für die Bank ist dies nicht die erste juristische Auseinandersetzung mit der Sparkassenaufsicht. Bereits im Juni 2011 verklagte sie die Bank über 1,4 Milliarden Dollar. Eine Entscheidung in dem Fall steht noch aus.

Im Oktober hatte der New Yorker Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman ebenfalls eine Klage gegen Bear Stearns eingereicht, um Schadensersatz für Anleger zu erstreiten. Diese hatten laut Klageschrift durch die Hypothekenpapiere 22,5 Milliarden Dollar verloren - ein Viertel der ursprünglichen Investments.

Im November hatte sich JP Morgan mit der US-Börsenaufsicht SEC geeinigt, 297 Millionen Dollar zu zahlen. Die SEC hatte JP Morgan vorgeworfen, mit den auf faulen Immobilienkrediten beruhenden Wertpapieren Investoren in die Irre geführt zu haben. Die größte US-Bank räumte keine Schuld ein, zog mit dem Vergleich aber einen Schlussstrich unter das Verfahren der Börsenaufsicht.