Noch deutlicher illustriert der zweite Fall vor dem Verfassungsgericht, wie die Euro-Retter in ihrer "alternativlosen" Mission an den Abgeordneten vorbei agieren. Es geht um den permanenten Rettungsschirm ESM sowie den "Pakt für Wettbewerbsfähigkeit". Geklagt haben die Grünen - nicht gegen die Maßnahmen selbst, sondern gegen die Missachtung parlamentarischer Informationsrechte. Frühzeitig hatten Abgeordnete bei der Regierung relevante Dokumente angefordert, um nicht wieder von den Ereignissen getrieben zu sein. Ohne Erfolg.
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Die Regierung rückte nichts heraus - auch nicht nach der Einigung des Europäischen Rates Ende März, ebenso wenig nach Herstellung erster Textfassungen des Vertrags; nach Ansicht der Grünen sei dies am 6. April der Fall gewesen. Erst am 17. Mai übermittelte die Regierung den Vertragsentwurf - da kannten ihn die Parlamentarier bereits. Kollegen aus Österreich hatten geliefert.
Viel spricht dafür, dass auch diese Klage Erfolg haben könnte. Die Verfassungsrichter stehen parlamentarischen Auskunftsbegehren positiv gegenüber. So hat das Gericht 2009 den Abgeordneten grundsätzlich das Informationsrecht über ihre mögliche Bespitzelung durch Geheimdiente zugebilligt.
Und wenn es um Europa geht, rückt der Bundestag ohnehin stärker ins Zentrum höchstrichterlicher Fürsorge. In Urteilen zu den Verträgen von Maastricht (1993) und Lissabon (2009) schützte Karlsruhe die Volksvertreter vor der Unterhöhlung zentraler Befugnisse, beim EU-Haftbefehl (2005) forderte es mehr parlamentarischen Mut gegen Vorgaben der EU, und beim jüngsten Spruch zum Rettungsschirm achtete es darauf, dass das "Königsrecht" des Parlaments - die Budgethoheit - sich nicht in Haftungszusagen auflöst.
Diesmal könnte das Gericht sein Augenmerk auf einen bestimmten Mechanismus richten. Die Regierung hatte den Grünen zeitweise erklärt, der ESM sei keine "Angelegenheit der EU", für die das parlamentarische Informationsrecht des Europa-Artikels 23 gilt, sondern nur ein "zwischenstaatliches Instrument der Mitgliedsstaaten der Euro-Zone". Das mag formal stimmen. Trotzdem klingt es wie ein Trick.
Im Urteil zum Rettungsschirm hatte das Gericht anklingen lassen, der Bundestag müsse die Kontrolle über grundlegende haushaltspolitische Entscheidungen behalten, "auch in einem System intergouvernamentalen Regierens". Gemeint ist die Neigung wichtiger Regierungen Europas, rasch untereinander etwas zu beschließen, um bei Finanzmärkten Eindruck zu machen.
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(SZ vom 29.11.2011/bürk)
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Drogeriekette wird abgewickelt
Bayern muss man folgendes lassen - sie haben die Gelder aus der Nehmerzeit incl Zinsen im jahr 2008 abgelöst.
Damit hat Bayern 2009 und 2010 eine hohe Summe netto eingezahlt.
Die Frage ist hier lediglich der Moral geschuldet. Seit 2008 sind halt andere dran, leider viele davon zulang.
diese Gerichtes durch die Berufspolitik, wird doch schon erkennbar das die doch tatsächlich, solch einen Komiler wie den Exministerpräsidenten des "Wirtschaftskolosses" Saarland, nach dort verbannen, oder sollte man besser sagen netsorgen?
........ diskutiert werden müssen, damit sich die Märkte rechtzeitig darauf einstellen können und die Maßnahmen möglichst noch vor ihrem Inkrafttreten konterkarieren können.
Erinert irgendwie an der Treppenwitz mit dem Umtausch Ost-Mark in D-Mark.
das Bayern solange FJS lebte ein wohlfeiles NEHMERLAND war, das erst mit HIlfe unter anderem von Hessen, vom Aggrarland zum "High-Techland" wurde???
Wir Hessen sind neben dem Spätzlländl die einzigen, die von je her zahlen, zahlen, zahlen nehmen sie bitte das mal zur Kenntniss und schwadronieren sie nicht so von Ihrem Bayernland, basta.
...umgeht das Parlament mit wachsender Begeisterung. Ich möchte hier einfach noch einmal auf die grandiose Rede von Harald Schumann hinweisen:
Wirtschaftliche Macht und Demokratie:
http://www.youtube.com/watch?v=6m0kFgf3m9Q
Hier wird unter anderem en detail dargelegt, wie die Bankenrettung ohne jede demokratische Legitimation und am Parlament vorbei durchgepeitscht werden konnte, unter Einsatz eines Alibi-Gremiums aus hilflosen Abgeordneten.
Wehrt euch endlich gegen diese Politik, Leute.
Paging