Von den EU-Agrarsubventionen profitieren vor allem die landwirtschaftlichen Großbetriebe - dabei bräuchten die kleinen Höfe das Geld viel dringender.
Kein anderer Staat hat sich so schwer getan, die Empfänger von EU-Agrarsubventionen zu veröffentlichen. Am Dienstag haben es endlich auch die Deutschen geschafft, mit sechswöchiger Verspätung. Und es hakte bis zuletzt.
Brüssel fördert die Landwirtschaft mit Subventionen in Milliardenhöhe. (© Foto: dpa)
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Technische Pannen verzögerten die Offenlegung um Stunden, die Datenbank im Internet lief nur quälend langsam. Dazu kommen politische Probleme: Bayern weigert sich, die Empfänger offenzulegen und riskiert damit, dass Deutschland auf der Anklagebank landet.
Denn EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel will nun völlig zu Recht ein Verfahren gegen die Bundesrepublik eröffnen. Sie kommt selbst von einem Hof in Dänemark und hat miterlebt, wie dort schon vor fünf Jahren die EU-Subventionen veröffentlicht wurden. Die große Neiddebatte in den Dörfern, die der Deutsche Bauernverband befürchtet, ist dort nicht ausgebrochen. Stattdessen können sich die Steuerzahler informieren, an welche Bauern und Agrarfirmen ihre Milliarden fließen. Das steht ihnen zu, das hätten sie schon viel früher haben können.
An den Subventionen für die meisten Landwirte in Deutschland ist wenig auszusetzen. Sie arbeiten nach höheren Standards bei Tier- und Umweltschutz als anderswo in der Welt, dafür überweist ihnen die EU einen Ausgleich. Wer nachhaltig wirtschaftet und ganz nebenbei die Kulturlandschaft erhält, wird zu Recht unterstützt.
Anders aber ist es bei den wenigen Agrarfirmen und Großgrundbesitzern, die allein wegen ihrer großen Flächen oder der Masse ihrer Exporte Millionen bekommen. An sie fließt der größte Teil des EU-Geldes. Was die Großen kassieren, fehlt den Kleinen, die um ihre Existenz kämpfen. Das Geld sollte besser an echte Bauern gehen.
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(SZ vom 17.06.2009/mel)
Erster Arbeitstag als Chef der Deutschen Bank
Schade das mit den Agrasubventionen nicht die Kleinbäuerlichen Betriebe und damit eine hohe Biodiversität in unserer Kulturlandschaft gefördert werden, sondern (wieder einmal) Konzerne und damit Monokulturen, extensiver Pestizideinsatz, Gefahr der Aussaat von Genpflanzen....... Danke schön
@ karlmeier:
"Ein Unternehmen, für welches die letzten zwei Tage Börsen-Kaufempfehlungen einprassen? "
Und daran orientieren Sie sich ?
Hier mal ein kleiner Ausschnitt: Anfang 2006 stand die Südzuckeraktie bei 21 . Dieselben, die damals die Aktie zu Kauf empfohlen haben, tun dies heute wieder. Nur steht die Aktie heute unter 15 . Wenn Sie Ihr Vermögen sozialisieren wollen, nur zu.
@karlmeier: Südzucker kam in den fetten Jahren VOR der Zuckermarktreform mal gerade auf 10% OE vom Umsatz, also etwa 350', durch die Reform schrumpfte das Ergebnis um bis zu 80%!!!! auf 61' , und erholt sich jetzt erst wieder.
Und nochmal: wer in bestehende Vertragsverhältnisse eingreift und Veränderungen will, der muß die Nachteile zumindest teilweise ausgleichen. Mehr sind die 34' ja auch nicht, denn das OE beträgt auch MIT dieser Zahlung weniger als 50% vom OE aus den Jahren davor. Mit Sicherheit sind die Vorteile für die EU wesentlich mehr wert als die Zahlungen an Südzucker.
Etwas mehr Objektivität wäre schon angebracht.
dreimal umgedreht wird (Wettbewerbsverzerrung! Misswirtschaft!) ist der deutsche Michel an anderer Stelle viel großzügiger.
Viele Milliarden Steuergelder für Agrarsubventionen fließen nach Brüssel und ein Teil wwieder zurück: An Konzerne, Großbetriebe, Großgrundbesitzer, an den Land- und sonstigen Adel, an Ministerien und an den Küstenschutz, da bleibt für den kleinen Bauern natürlich nichts übrig.
Und warum Bayern seine Zahlen nicht preisgiebt? Mindestens Fürstin Gloria wirds wissen.
3,320Mrd).
Nun die Frage: Braucht ein solches Unternehmen 34Mio Agrarsubventionen? Ein Unternehmen, welches GEWINNE einfährt? Ein Unternehmen, für welches die letzten zwei Tage Börsen-Kaufempfehlungen einprassen?
Sind diese Subventionen gerechtfertigt mit der Umstrukturierung des Zuckermarktes?
Ich finde nicht! Solange das Unternehmen ohne Subventionen langfristig Überlebensfähig ist (keine Schulden macht), sehe ich nicht ein, warum wir Geld nachwerfen müssen.
Paging