Wenn es Kanzlerin Merkel mit der Unterstützung der Reformen in Italien und Spanien ernst ist, dann sollte sie ihren Widerstand gegen einen größeren Euro-Rettungsschirm aufgeben. Eine Ausweitung wäre das Signal an die Welt und die Märkte, dass Europa zur Lösung der Krise fest entschlossen ist.
Italien, so wird kolportiert, verlangt von den Euro-Partnern, das Ausleihvolumen des Rettungsschirms EFSF von 500 Milliarden auf eine Billion Euro zu erhöhen. Ja, Herrschaftszeiten, möchte man rufen: Wann lernen diese Südeuropäer endlich, dass nicht Hilfe aus dem Ausland sie vor der Staatspleite retten wird, sondern nur eine knallharte Reformpolitik daheim?
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Doch so groß der Frust über die anscheinend endlose Schuldenkrise auch sein mag: Es ist unangebracht, auf Italien einzudreschen, denn im Vergleich zur EFSF-Debatte vor einem Jahr hat sich die Situation dramatisch verändert. Erstens stehen nun Spanien und Italien im Zentrum der Krise, keine ökonomischen Zwerge, sondern Schwergewichte. Und zweitens stellt sich die innenpolitische Lage in den betroffenen Ländern anders dar - etwa in Italien, wo der reformunfähige Regierungschef Berlusconi durch den reformwilligen Monti ersetzt wurde. Es ist daher ein gewaltiger Unterschied, ob die italienische Regierung des Jahres 2012 oder jene von 2011 um einen größeren Schutzschirm bittet. Auch hat Monti recht, dass die Menschen in den Krisenstaaten den harten Sparkurs ihrer Regierungen nur mittragen, solange sie ihn für halbwegs erfolgversprechend halten.
Wenn es Kanzlerin Merkel mit der Unterstützung der Reformer in Rom und Madrid also ernst ist, dann sollte sie ihren Widerstand gegen einen größeren Schutzschirm aufgeben. Eine Ausweitung wäre nicht nur das Signal an die Welt und die Märkte, dass Europa zur Lösung der Krise fest entschlossen ist. Sie wäre auch relativ leicht umsetzbar: Der EFSF und der Mitte 2012 startende dauerhafte Hilfsfonds ESM müssten einfach nur eine Zeit lang nebeneinander bestehen bleiben.
Zugleich könnte Merkel so dem allerorten aufkeimenden Unmut über die angeblich so sparwütigen wie herzlosen Deutschen begegnen. Das gilt umso mehr, als einige der Vorwürfe berechtigt sind. So gehört Deutschland dank niedriger Anleihezinsen bis dato zu den wenigen Krisengewinnlern. Zudem hat Merkel die Turbulenzen durch ihre - politische richtige, aber ökonomisch falsche - Entscheidung verschärft, die Banken an den Kosten der Griechenland-Umschuldung zu beteiligen. Und schließlich: Wer wie die Kanzlerin zu Recht sowohl Euro-Bonds als auch den Einsatz der Europäischen Zentralbank als Krisenfeuerwehr ablehnt, muss umgekehrt auch bereit sein, selber stärker ins Risiko zu gehen.
So mancher Bundesbürger hatte vielleicht über Weihnachten den Eindruck gewonnen, die Schuldenkrise habe sich in Luft aufgelöst. Das Gegenteil ist richtig, die Entscheidung darüber, ob sich die Dinge zum Besseren wenden oder die Turbulenzen erneut in eine globale Rezession münden, steht erst noch bevor. Eine zweite Weltwirtschaftskrise aber wäre verheerend, da die Staatengemeinschaft anders als 2009 kaum noch Mittel hätte gegenzusteuern. Es liegt also im eigenen Interesse Deutschlands, alles zu tun, um eine solche Eskalation zu verhindern.
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(SZ vom 24.01.2012/olkl)
Man sieht doch klar und deutlich, dass Italien und Frankreich so gut wie keinen Reformwillen zeigen. Frankreich: Renteneintritt 60-62 Jahre, flächendeckend die 35 Stundenwoche, aufgeblähtes Gesundheitswesen. Was hat Sarkozy gemacht??? Nichts!!!
Berlusconi hat viel zu viel Zeit verstreichen lassen. Dann muss eben Monti noch mehr tun.
Es ist nicht einzusehen, dass die Deutschen, die bereits das ganze Systeem in den vergangen 10 Jahren reforemiert haben (Harz4) unter darunter gelitten haben, jetzt auch noch die Italiener raushauen!!!
Das ist keine Euro-Krise, sondern das ist eine politische Euro-Staaten-Krisen, konkret Italien und Frankreich!!! In diesen Ländern wird einfach nicht reformiert.
Und jeder weiss, wenn dort eine gute Umverteilung stattfindet, von Reich nach Arm, Steuern tatsächlich gezahlt werden, Subventionen abgebaut, etc., dann geht durch umverteiltes Geld wieder mehr Geld in den Umlauf und kurbelt die Wirtschaft an. Man tut dort so als ob alles nur davon abhinge ob DE zahlt oder nicht.
DAS ist absolut nicht die Frage!!!!
Frau Merkel….bitte einfach mal zurückschauen…
..wann wird endlich eingesehen, dass sich die Planung der EWU und des Euro immer einer Vorstellung bedient hat, die historisch gesehen, nie zu einem Erfolg geführt hat. Weder die Politiker noch die Wirtschaftswissenschaftler und auch nicht die Journalisten haben offensichtlich etwas gehört von der lateinischen Münzunion, der Deutsch österreichischen Münzunion oder der Skandinavischen Münzunion. Diese Versuche, souverän gebliebene Staaten über eine gemeinsame Währung zusammen zu bringen, haben auch im 19 Jahrhundert nicht funktioniert. Von Dauer sind nur die „Währungsunionen“ die durch Bildung eines Zentralstaates politisch abgesichert wurden (s. Deutschland, Italien, Schweiz im 19 Jahrhundert).
Wie viel Geld von uns Bürgern, wird noch in diesem zum Scheitern verurteilten Versuch gepumpt werden, bis vor allem von den „Entscheidungsträgern“, den Politikern eingesehen wird, dass man sowohl wirtschaftlich und „mental“ sehr unterschiedliche Staaten nicht aus „politischen“ Gründen einfach mal so zusammen spannen kann. Da nützen auch die ganzen Verträge und Rettungsschirme nichts…
Deutschland und Europa in den Untergang. Das Letztere ist das Gute daran.
Wer von Politikern fordert, sie sollten m e h r Geld ausgeben als sie es ohnehin schon tun, der könnte einem Süchtigen, der noch bei Cannabis verharrt, zu Heroin raten.
Im übrigen ist das Achtgeben auf die Staatsausgaben kein Hobby von Frau Merkel, sondern ihre ureigenste Aufgabe und Bestandteil des Eides, der besagt: "... dem deutschen Volk keinen Schaden zufügen...".
Die geforderten Mehrausgaben würden kein einziges der Probleme der PIIGS-Staaten lösen, als da sind: Mangelnde industrielle Basis, korrupte Politiker, mangelhafte Verwaltung mit der Folge, dass keiner die Steuern zahlt, zu denen er eigentlich verpflichtet ist.
...den Weg zur Diktatur des Geldes weiter geht.
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