Nach den AKW-Abschaltungen importiert Deutschland Atomstrom - trotzdem lohnt sich die Förderung alternativer Technologien. Nach dem Ausstieg könnte die Energiewende sogar zum Exportschlager werden. Doch dazu müssen Politik, Industrie und Bürger vieles richtig machen.
Es ist eine dieser Nachrichten für die "Siehste!"-Fraktion: Seitdem wegen des Moratoriums der Kanzlerin sieben deutsche Atommeiler abgeschaltet sind, hat das Land Atomstrom importiert. Das habe man ja geahnt, sagen jetzt jene Menschen, die Kernkraft immer noch für Fortschritt halten. Deutschland könne eben nicht zur grünen Insel werden, fügen sie an. Damit haben sie recht - mehr noch: Deutschland soll auch gar nicht zur grünen Insel werden. Wenn Politik, Industrie und Bürger jetzt vieles richtig machen, kann die Energiewende zum Exportschlager werden.
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Wir müssen Wind, Sonne und Wasser dort in Energie umwandeln, wo diese natürlichen Quellen besonders reichlich vorkommen: Solarkraftwerk in Brandenburg. (© dpa)
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Natürlich darf sich niemand darüber hinwegtäuschen: Zunächst wird das teuer. Wer annimmt, der Atomausstieg funktioniere per Knopfdruck, komme kostenfrei, und das Klima lasse sich nebenbei auch noch schützen, der hat die Zahlen nicht gelesen.
Seriöse Studien haben bislang stets 2050 als den Zeitpunkt genannt, zu dem sich Deutschland nahezu komplett aus erneuerbaren Energien versorgen könnte. Dieses Datum variiert zwar je nach politischem Einsatz und technischem Fortschritt, doch es ist klar, dass Deutschland in den kommenden Jahren, gar Jahrzehnten mit den klimabelastenden Energieträgern Kohle und Öl und dazu mit hohen Anschubkosten leben muss - ja, dann und wann auch mit Atomstrom aus dem Ausland.
Zumindest was Letzteres betrifft, lohnt sich Gelassenheit. Schließlich wäre es absurd, Deutschland angesichts der wirtschaftlichen und politischen Integration Europas wieder wie eine Art Kachelofen zu betreiben, der autark von seiner Umgebung befeuert wird und heizt. Sinnvoll ist es jedoch, Wind, Sonne und Wasser dort in Energie umzuwandeln, wo diese natürlichen Quellen besonders reichlich vorkommen: in der Nordsee, in Spanien oder gar in Nordafrika - und sie dann über europaweite Netze zu verteilen. Dazu gehören zwar viel politische Arbeit, Diplomatie und Investitionen. Dies alles wird sich jedoch auszahlen: Schließlich schaffen solche Großprojekte Wachstum und Arbeitsplätze - und das vor allem dort, wo die Technologien entwickelt und gefertigt werden.
Zeitgleich muss Deutschland konsequent an der Energiewende daheim arbeiten. Dazu gehört die Entwicklung vieler neuer Technologien. Denn zum einen muss die Ausschöpfung erneuerbarer Energien leichter, günstiger und landschaftsverträglicher werden. Darüber hinaus sind riesige Potentiale alleine dadurch zu heben, dass Häuser, Maschinen, Autos und Produktionsprozesse weniger Energie verschlingen, als dies bislang der Fall ist.
Der Industrie fallen solche Innovationen leichter, wenn die Politik klare Vorgaben macht und zum Energiesparen, zum Ausbau von Alternativen zwingt. Dies kann zum Beispiel über Mindeststandards gelingen, die jeweils an den besten Stand der Technik angepasst werden.
Je früher die deutschen Energiekonzerne den Abschied vom Atomstrom schaffen, desto früher werden sie sich international mit wirklich fortschrittlichen Technologien behaupten. Auch Maschinen- und Anlagenbauer könnten mit noch effizienteren Produkten glänzen. Der Siemens-Konzern, der sich jetzt gezielt auf das Geschäftsfeld grüne Städte kapriziert, zeigt, wie man Umwelt-Knowhow erfolgreich exportieren kann.
Ein Land, das durch seinen Ausstieg aus der Kernenergie zum Fortschritt verdammt ist, könnte auch Vorbild in politischer Phantasie werden. Denn es wird schwierig, den Bürgern steigende Energiekosten, Eingriffe in die Natur und Investitionen schmackhaft zu machen, die sich vielleicht erst in 20 Jahren rechnen. Es müssen Förderinstrumente, Vermittlungsprozesse, Anreize und vieles mehr entwickelt werden, um die Menschen bei der Energiewende mitzunehmen.
Die Deutschen haben sich jahrelang gerne Exportweltmeister genannt. Jetzt können sie sich als bester Exporteur grüner Ideen behaupten.
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(SZ vom 06.04.2011/jab)
DFB-Elf vor der Europameisterschaft
Es wäre optimal keine Atomkraft zu brauchen. Aber nur wenn es eine neue Energie gibt, die besser für uns heute ist. Wir haben die Technologie nicht, so einen Energiequelle zu finden. Ich denke, dass die Idee nicht so schlimm ist, sondern wird es eine Weile dauern. Niemand will dafür zahlen, und bis jemand für so was zahlen will, müsst ihr so weit wie möglich konservieren. Aus Mangel an Öl und Kohl, und die Gefähr mit Atomkraft ist es wichtig eine Energie von irgenwo zu bekommen, aber es soll langsam und sicher sein.
Ich würde Projekte, die so groß sind, wie beispielsweise Desertec auch mit Vorsicht genießen - technisch möglicherweise machbar, geht aber aus vielerlei Gründen an der Realität vorbei. Ich gebe Ihnen insbesondere Recht, was die Wüsten Nordafrikas betrifft.
Die aussließlichen Wirtschadftszonen der EU-Länder sind dagegen kein größeres Problem - in allen Ländern entstehen ja grade Prototypen für Off-Shore-Windparks.
Die Zukunft kommunaler Energieversorgung wird vermutlich dezentral sein - wenn die Entwicklung läuft, wie bisher, sogar der gesamten Energieversorgung. Es ist eine ziemlich spannende Sache, weil die Entwicklungssprünge aktuell riesig sind.
Mein Tipp sind da immer die Firmen Juwi und Enercon oder auch Solvis; die haben sinnvolle Lösungen und können im Gegensatz zu den Gigantomanen, wie Trec, Projekte vorweisen, die schon heute funktionieren
stolpert man dann doch ein bisschen über die Selbstverständlichkeit, mit der dieser Landstrich in die Planung für das Stillen unseres Energiehungers eingeplant wird. "Sinnvoll ist es jedoch, Wind, Sonne und Wasser dort in Energie umzuwandeln, wo diese natürlichen Quellen besonders reichlich vorkommen: in der Nordsee, in Spanien oder gar in Nordafrika - und sie dann über europaweite Netze zu verteilen."
... auch wenn mich Ihre fehlende Intelligenz eher beleidigt: Sie möchten uns also weiß machen, dass B90/Die Grünen in Japan das Erbeben ausgelöst hat, um in der BRD die Wahlen zu gewinnen ??? ... etwas extrem weit hergeholt ... oder haben Sie einfach in "Gechchichte" nicht aufgepasst?
Wenn Sie direkte Demokratie wollen, dann müssen sie von den Menschen erwarten können, dass sie sich in ihre eigenen Probleme einmischen. Die Schweizer können das, weil sie viel stärker in ihrer Verwaltung leben und den ganzen drögen Kram mitmachen, den man so hochtrabend "demokratische Teilhabe" nennt: Aufs Amt gehen, Pläne lesen, sich durch viiiiiel langweiliges Papier wühlen, an Sitzungen Teilnehmen, Eingaben machen, usw.
Solange in Deutschland vor und nach jedem Plebeszit am Ende alle unzufrieden sind, halte ich es für ein sehr sehr zweischneidiges Schwert.
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