Kommt der Strom bald aus der Wüste? Die Desertec-Initiative forciert ihr Projekt - und startet eine beispiellose Bildungsinitiative in Nordafrika. Doch es bleiben zwei bedeutende Hindernisse.
Die Desertec-Initiative forciert die Realisierung des Wüstenstromprojekts mit einem breit angelegten Bildungspakt. Neben Konzernen und Regierungen will sie künftig auch Universitäten vor allem in Nordafrika und dem Nahen Osten in das Milliardenvorhaben einbinden. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung geht in dieser Woche ein internationales Desertec-Universitätsnetzwerk an den Start - ein Zusammenschluss von zunächst 18 führenden Universitäten und Forschungseinrichtungen in zehn Mittelmeer-Anrainerstaaten von Marokko bis Jordanien.
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Das Desertec-Projekt kommt einen wichtigen Schritt voran. (© AP)
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Am Dienstag traf sich der höchste Führungskreis des Netzwerks zu seiner ersten zweitägigen Sitzung im libyschen Tripolis. Es soll der Startschuss werden für eine Bildungs- und Forschungskooperation im Mittelmeerraum, wie sie in der konfliktreichen Region ohne Beispiel ist. Zuvor verabschiedete die Generalversammlung in Tunesiens Hauptstadt Tunis eine weitreichende Vereinbarung.
Ziel sei es, qualifiziertes Personal für das Design, die Einführung, den Bau und den Betrieb sauberer Energiesysteme aufzubauen, sagt Max Schön, Aufsichtsratschef der Desertec-Stiftung und Präsident der deutschen Gesellschaft des Club of Rome, der Süddeutschen Zeitung. Die Desertec-Stiftung habe den Pakt zusammen mit Universitäten gegründet.
Das Netz gilt als wichtiges zweites Standbein der Desertec-Initiative. Im vergangenen Jahr schlossen sich zunächst europäische Großkonzerne zur Desertec-Planungsgesellschaft Dii zusammen. Nun folgt der Bildungssektor. Das Forschungsnetz könne die internationale Kooperation vorantreiben und den nötigen Technologietransfer durch universitäre Bildung sicherstellen, sagt Karen Smith Stegen, Dozentin an der Jacobs University Bremen und Forscherin am Bremer Energie-Institut. Das Projekt sei in der Lage, die lange vernachlässigte Zusammenarbeit zwischen Afrika, dem Nahen Osten und Europa insgesamt zu stärken, erläuterte Smith Stegen weiter.
Während die Dii-Gesellschaft derzeit mit Regierungen und Konzernen einen Plan entwickelt, wie aus dem mit geschätzten 400 Milliarden Euro teuersten Infrastrukturprojekt aller Zeiten, Realität werden kann, treibt die Desertec-Stiftung den Solarplan in der Zivilgesellschaft vor Ort voran. Zu den Gründungsmitgliedern des Universitätsnetzes zählen die Universitäten von Kairo in Ägypten, Amman in Jordanien, die Université des Sciences et de la Technologie d'Oran im Norden Algeriens, die Al-Fateh-Universität in Tripolis, Libyen, die Ecole Nationale d'Ingenieurs in Tunesiens Hauptstadt Tunis und mehrere Einrichtungen in Marokko, darunter die Ecole Nationale Supérieure d'Electricité in Casablanca. Für Deutschland nimmt die Bremer Jacobs University teil.
Die Pläne der Desertec-Initiative sind ehrgeizig. Sie will bis zum Jahr 2050 rund 15 Prozent des europäischen Stroms mit regenerativen Energien aus den Wüsten Nordafrikas decken. Schon in wenigen Jahren soll der Bau der ersten Kraftwerke beginnen. Bereits 2015 könnte der erste Strom fließen. Als wichtigstes Hindernis gilt neben der kostspieligen Finanzierung, dass in vielen Ländern Nordafrikas weder technologisches Know-how für den Aufbau moderner Stromnetze und Kraftwerke noch politische und juristische Rahmenbedingungen für die Integration erneuerbarer Energien existieren.
Das Interesse am Bildungsnetz sei groß, heißt es bei deutschen Mitgliedern der Desertec-Stiftung. Viele Regierungen in Nordafrika haben die Energieversorgung als Achillesferse des Wirtschaftswachstums erkannt. Hohes Wachstum wie in Marokko geht mit stark steigendem Energieverbrauch einher. Dem ist die Infrastruktur vieler Länder nicht gewachsen. Trotz rekordverdächtiger Sonnenstunden ist die Region Spätstarter bei der Nutzung von Solarenergie. Oft liegt der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix bei unter einem Prozent.
Erster Standort: Marokko
Das sogenannte Desertec University Network (DUN) soll das ändern und in ersten Schritten Trainingsprogramme schaffen und den Austausch mit europäischen Experten und Studenten fördern, internationale Konferenzen und Seminare organisieren und lokale Regierungen sensibilisieren. Ziel sei es, den Aufbau von Unternehmen zu fördern, die den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben könnten, so Gerhard Knies, Mitgründer der Stiftung. Auch der Aufbau gemeinsamer Forschungszentren sei möglich, heißt es weiter.
"Das Desertec University Network ist eine sehr wertvolle Initiative, weil es den Grundstein für eine Industriekultur im Bereich erneuerbare Energien legt", sagt Desertec-Chef Paul van Son der SZ. Es gehe bei Desertec schließlich nicht nur um Energieerzeugung und -verteilung, sondern auch um Wissenstransfer und den Aufbau von Industrien vor Ort. Die Initiative agiert zunächst unter dem Dach des tunesischen Bildungs- und Forschungsministeriums in Tunis. In den nächsten Monaten wollen die Gründungsmitglieder über den finalen Sitz entscheiden. Geleitet wird sie von Mouldi Miled, dem Chef des tunesischen Technologieunternehmens Ulysoft.
Der Wüstenstrominitiative kommt beim Umbau der internationalen Energiewirtschaft eine Schlüsselrolle zu. Wind und die direkte Umwandlung der Sonnenstrahlen in Strom (Photovoltaik) sollen zwar große Beiträge leisten. Sonnen- oder windschwache Phasen könnten Solarkraftwerke in Afrika ausgleichen. Die Desertec-Initiative konzentriert sich auf Wüsten, weil sich Solarkraftwerke nur in Regionen mit sehr starker Sonneneinstrahlung lohnen. Die Anlagen sollen vor allem in Nordafrika und der arabischen Halbinsel entstehen. Als Standort der ersten Projekte peilt die Initiative Marokko an.
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(SZ vom 08.12.2010/aum)
Linke-Parteitag in Göttingen
Dass Bildung im afrikanischen Norden gefördert werden soll und wird, ist ein gutes und wichtiges Anliegen. Bildung ist aber nicht nur für den technischen Teil des Projekts von großer Bedeutung. Riesige Sonnenkraftwerke sind ein großer Eingriff in die sozialen Strukturen. Es muss auch Bildung "für alle", also im Schulwesen erfolgen, damit die Bevölkerung nicht von den kommenden sozialen Umwälzungen überwältigt wird.
Ein wichtiger weiterer Punkt ist die Trinkwasserversorgung, die durch die Kraftwerke durch Meerwasserentsalzung wahrscheinlich sogar geleistet werden kann. Dadurch wird man endlich erreichen, dass die Kindersterblichkeit sinkt und das durchschnittliche Lebensalter in der Region steigt. Das ist erstrebenswert. Aber damit tritt ein neues soziales Problem auf: Die Bevölkerungszahlen werden steigen, ohne dass wir vorhersehen können, ob das Mehr an Einwohnern auch ernährt werden kann. Dass Armut durchaus mit einem Reichtum an Wasser einhergehen kann, kennen wir aus anderen Regionen der Welt.
Sinnvoll wäre es, Aufklärungsarbeit zu leisten, um die Geburtenrate rechtzeitig zu senken. Sonst wird man eines Tages statt eines Gürtels des Wohlstands in Nordafrika einen Gürtel noch größerer Armut haben.
Noch besser wäre sicherlich, dahingehend zu wirken, dass es ein Kindergeld gibt: für ein Kind so viel, dass es mit guter Ausbildung aufwachsen kann, für zwei etwas weniger, und ab dem dritten Kind sollte die finanzielle Unterstützung eingestellt werden. Dann wird der Anreiz bei den Eltern groß genug sein, um die für die eigenen Kinder wichtigen Informationen einzuholen.
Die Konzerne versuchen sich das Energieerzeugungs- und Liefermonopol zu erhalten wie "unterbuchen" bei aller negativen Bewertung richtig erwähnte ist eine dezentrale Versorgung nicht realisierbar. Allerdings nur deshalb, weil (wenn jeder Haushalt und Betrieb seine Energieversorgung selbst in die Hand nimmt) kein Geld mehr zu verdienen ist.
Warum soll die Speicherung "für die Nacht" ein Problem sein? Wir haben tagsüber, wenn die Sonne scheint den höchsten Energiebedarf. Nachts haben wir Strom übrig, mit dem wir Wasser den Berg hinauf pumpen um es in den Spitzen am Tag wieder in Strom zu wandeln (Sisiphos lässt grüßen). Mit allen Verlusten an Energie ist es trotzdem ein lohnendes Geschäft. Warum? Weil wir uns die Energie über den tagesverlauf nicht einteilen können (wollen/dürfen). Können hätten wir schon gewollt nur dürfen haben wir uns nicht getraut. Ein Energiemanagement muss her für uns alte Europäer.
Photovoltaik ist die Zukunft, aber nicht Deutschlands Zukunft. Es wird ein Energiemix sein aus Wasser, Wind UND Solar. Der Rohstoff für Soalrzellen liegt auch in der Wüste, die Energie bekommen wir gratis 24 Stunden 365 Tage zu einem Mehrfachen, als die Menschheit es aufbrauchen könnte auf den Planeten geliefert. Nur verteilen müssen wir es. jetzt sind wir Abhängig vom Öl der Saudis und vom Gas der Russen (soll nicht negativ sein, denn ich halte aus persönlicher Erfahrung Russen und Araber für die zuverlässigsten Geschäftspartner).
bald sind wir Abhängig von den (entschuldigen Sie den Ausdruck) "Negern". Von denen und deren Land, die/das wir Jahrzehnte, Jahrhunderte ausgebeutet haben. so ein Verhalten, das rächt sich irgendwann.
Irgendwer kam einmal auf die Glorraiche Idee : "Komm, lass uns doch mal Lebensmittel Tanken!"
" Ja, aber was essen wir dann?"
" Nein nicht unsere Lebensmittel: Deren Lebensmittel. Es war ja auch deren Öl"
(Hagen Rether)
Nachwachsende Rohstofffe wie das adjektiv schon sagt "wachsen" aber eben auch nur da am besten wo die Sonne scheint. So steht der Palmfettpflanzer aus Indonesien zum Rapsbauern aus Mecklenburg Vorpommern in direkter Konkurenz. Durch das gesetzlich verordnete beimischen von Bioöl und Ethenol zu den Ottokraftstoffen wurde erfolgreich verindert, dass sich ein Markt für Biokraftstoffe und passende Antriebe entwickelt. Ob letzteres gut oder Schlecht ist mag ich nicht beurteilen.
Sorry, aber bei der Kernfusion haben wir weiterhin das Wandproblem, d.h., dass das Plasma, das in Form von Pellets ins Gefäß geschossen wird, um zu verschmelzen, gegen die Wand donnert und dann verunreinigt wird. Dadurch tritt ein sofortiger Energieabfall ein.
Das Zauberwort der Kernfusion lautet "nur" noch Materialforschung, d.h., das Problem der Plasma-Wand-Wechselwirkung wird schon seit vielen Jahren für die Verzögerung der wirtschaftlichen Anwendung der Kernfusion verantwortlich gemacht.
Es muss nun erst einmal abgewartet werden, wie sich der Stellarator in Greifswald entwickelt, der 2015 in Betrieb gehen soll, 2019 soll der ITER in Cadarache in Betrieb genommen werden, der wiederum auf dem Prinzip des Tokamaks basiert. Der International Thermonuclear Experimental Reactor = ITER, der der erste Testreaktor sein wird, kann erst aufzeigen, ob die Kernfusion überhaupt noch als alternative Energiequelle eine Rolle spielen wird. Vorher kann kein Mensch sagen, wie alles weitergehen wird!
Solange die Problematik mit der Handhabung der Neutronenstrahlung nicht gelöst ist, bleibt Kernfusion Zukunftsmusik. Daher sind wir leider schon seit Jahrzehnten "kurz davor".
nur deswegen, weil Alternativen bereits zuhauf am Horizont zu erkennen sind:
Kernfusion, OTEC, Geothermie, Gezeiten.., Wasserstoffwirtschaft etc. etc
Es ist schon jetzt erkennbar,
-dass auch in Zukunft ein Energiemix die Versorgung sicherstellen wird,
-dass Photovoltaik nicht über eine Nischenposition hinauskommen (1% bis 3% Anteil),
-dass Bioöl und-diesel langfristig im Konkurrenzkampf mit der Nahrungsmittelerzeugung auf der Strecke bleiben,
-dass die Windkraft keinerlei Anteil an der Grundversorgung gewinnen und
-dass die heute vielfach beschworene dezentrale Versorgung der Gesellschft mit Energie nicht realisierbar sein wird.
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