Einkommen Reallöhne steigen so stark wie lange nicht

  • Nach Jahren der stagnierenden realen Einkommen verbuchten Arbeitnehmer 2014 ein deutliches Einkommensplus.
  • Die Nominallöhne stiegen um 2,6 Prozent. Die Reallöhne erhöhten sich immerhin um 1,7 Prozent. Grund ist die niedrige Inflationsrate.
  • Vor allem Gutverdiener konnten dem Statistischen Bundesamt zufolge profitieren.
  • Die Lohnunterschiede zwischen Gut- und Geringverdienern bleiben groß.

Die Reallöhne der deutschen Arbeitnehmer sind 2014 so stark gestiegen wie seit 2008 nicht mehr (Beginn der Erhebungen). Nach den Berechnungen des Statistischen Bundesamtes führte vor allem die geringe Preissteigerung zu einer Reallohnsteigerung von 1,7 Prozent, wie die Behörde mitteilt. Die Statistiker korrigierten damit ihre vorläufigen Zahlen vom Februar nochmals leicht um 0,1 Prozentpunkte nach oben.

Der Reallohn ergibt sich aus der Verrechnung von Nominallohn und Inflationsrate. Die Nominallöhne stiegen 2014 gegenüber dem Vorjahr um 2,6 Prozent. Da die Verbraucherpreise im vergangenen Jahr nur um 0,9 Prozent zulegten, hatten die Beschäftigten real mehr Geld in der Tasche - zumindest im Schnitt. 2013 waren die Reallöhne in Deutschland leicht gesunken (minus 0,1 Prozent), 2012 um 0,5 Prozent gestiegen.

Gutverdiener profitieren am meisten

Der hässliche Graben

Es ist grotesk: In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben die Beschäftigten mit den höchsten Einkommen nach Abzug der Inflation mehr verdient - die Arbeitnehmer mit den geringsten Verdiensten mussten hingegen Einbußen hinnehmen. Von Thomas Öchsner mehr ...

Der Statistik zufolge profitierten vor allem höher qualifizierte Arbeitnehmer von dem Lohnanstieg. So war der nominale Verdienstzuwachs der Arbeitnehmer in leitender Stellung mit plus 4,1 Prozent überdurchschnittlich hoch, während die Verdienstanstiege angelernter Beschäftigter (+ 1,5 Prozent) und ungelernter Beschäftigter (+ 1,2 Prozent) deutlich unterhalb der Gesamtentwicklung lagen.

Einschließlich Sonderzahlungen verdienten Vollzeitbeschäftigte 2014 in Deutschland durchschnittlich 46 575 Euro brutto. Die höchsten Durchschnittsverdienste wurden bei Banken und Versicherungen bezahlt (68 104 Euro) sowie im Bereich Information und Kommunikation (63 591 Euro). Die niedrigsten durchschnittlichen Bruttojahresverdienste bekamen Arbeitnehmer im Gastgewerbe mit 26 455 Euro.

Die Statistiker betonten jedoch, dass knapp zwei Drittel der Vollzeitbeschäftigten weniger verdienen als den Durchschnittswert. Die anderen werden entsprechend überdurchschnittlich bezahlt.