Deutsche Post Rote Punkte werden selten

Die Deutsche Post leert sonntags weniger Briefkästen als bisher. Anstatt 11000 sollen es nur noch 2000 sein.

Von Caspar Busse

Wer am Sonntag Post abschicken möchte, muss in den nächsten Wochen genau auf den Briefkasten achten: Die Deutsche Post streicht nämlich die Sonntagsleerung radikal zusammen. Es kämen einfach keine großen Mengen mehr zusammen und es gebe viele nutzlose Fahrten, begründete ein Sprecher des Konzerns den Schritt. Zudem habe die Sonntagsleerung keine große Bedeutung mehr. Die Verbraucherzentrale NRW sieht das Herunterfahren der Leerungen derzeit als unproblematisch.

110 000 Briefkästen

unterhält die Deutsche Post derzeit in Deutschland, und zwar immer in der Signalfarbe "ginstergelb". Die Zahl ist angesichts des immer geringer werdenden Volumens von Briefen und Postkarten seit Langem rückläufig. 2003 gab es noch 140000 Briefkästen. Gleichzeitig werden aber Paketstationen errichtet.

Ohnehin geht das Briefvolumen nicht nur in Deutschland seit Jahren kontinuierlich zurück, die Menschen kommunizieren elektronisch, per E-Mail oder in sozialen Netzwerken. Außerdem fehlt am Wochenende die Geschäftspost. Von den bundesweit 110 000 Briefkästen werden derzeit zehn Prozent oder 11 000 sonntags von Postmitarbeitern geleert. Künftig sollen es nur noch 2000 Briefkästen sein, die angefahren werden, und zwar in Kreisstädten, kreisfreien Städten und an Bahnhöfen mit ICE-Anschluss. Zu erkennen sind Briefkästen mit Sonntagsleerung weiterhin an einem roten Punkt. Die Standorte befänden sich an stark frequentierten Plätzen wie Bahnhöfen, an größeren Postfilialen oder an Briefzentren, so der Sprecher. Es werde aber kein einziger Briefkasten abgebaut, sagte er.

(Foto: Jens Wolf/dpa)