Rückschlag für das Auslandsgeschäft der Deutschen Bahn: Eine Konzerntochter musste eine Fernverkehrsstrecke zwischen London und Wales einstellen.
Bahnreisende müssen sich in den nächsten Wochen auf Streiks einstellen. Die Lokführergewerkschaft GDL erklärte am Montagabend ihre Gespräche über einen Branchentarifvertrag mit der Deutschen Bahn (DB) für gescheitert. Er gehe davon aus, dass die Verhandlungen ohne den Druck von Arbeitskampfmaßnahmen nicht wieder in Schwung kommen würden, sagte GDL-Chef Claus Weselsky. Vor zehn Tagen waren bereits die Gespräche mit den großen Privatbahnen abgebrochen worden. Am Donnerstag will die Tarifkommission der GDL über Streiks entscheiden. Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber zeigte sich überrascht. Die GDL habe offenbar keine Einigung gewollt. "Für Warnstreiks hätten wir im Interesse unserer Kunden wenig Verständnis", sagte Weber.
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Ärger in Serie für die Deutsche Bahn: Das tragische Unglück nahe Hordorf, die GDL meutert - und in London bleiben die Fahrgäste weg. (© dpa)
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Die größere Bahngewerkschaft EVG hatte sich im Laufe des Januar nach einer Schlichtung auf einen Branchentarifvertrag für die Beschäftigten im Regionalverkehr sowie auf Lohnerhöhungen mit der DB verständigt. Diese sollen bis Ende 2012 rund fünf Prozent betragen. Im Kern bot die DB das Ergebnis auch den Lokführern der DB an. GDL-Chef Weselsky lehnte dies aber angesichts des Wirtschaftsaufschwungs ab: "Das ist völlig inakzeptabel." Zudem habe es auch bei den Gesprächen etwa über Regelungen bei Arbeitsunfähigkeit von Lokführern keine Fortschritte gegeben.
Einen Rückschlag hat die Bahn unterdessen bei ihrer Auslandsstrategie erlitten. Wegen anhaltend hoher Verluste musste eine Tochter des Konzerns am Freitag eine Fernverkehrsstrecke zwischen London und Wrexham im Nordosten von Wales einstellen. "Es waren einfach zu wenig Fahrgäste", sagte ein Sprecher des Konzerns am Montag zur Süddeutschen Zeitung. Die Strecke war von der Bahngesellschaft Wrexham & Shropshire Railways betrieben worden, an der die Deutsche Bahn über ihre britische Tochter Laing Rail zu 50 Prozent beteiligt ist. Nach Angaben von Wrexham & Shropshire-Chef Adrian Shooter hatte das Unternehmen allein im vergangenen Jahr 2,8 Millionen Pfund, etwa 3,26 Millionen Euro, Verlust gemacht. Es habe keine Aussicht mehr bestanden, jemals profitabel zu werden.
Die Deutsche Bahn hatte das britische Bahnunternehmen Laing Rail im Januar 2008 für 170 Millionen Euro erworben. Dieser erste große Auslandskauf war in den Medien als "Quantensprung" bezeichnet worden, denn damit konnte der Konzern seine im Inland stagnierende Personenverkehrssparte ausbauen. Zu dem Paket gehörte auch eine 50-Prozent-Beteiligung an der Firma Wrexham & Shropshire, die seit April 2008 fünf Mal täglich die Strecke zwischen der nordostwalisischen Stadt und London fuhr. Mangels Nachfrage bot das Unternehmen die Verbindung zuletzt nur noch drei Mal täglich an. Mit ein Grund für das jetzt erfolgte Aus dürfte gewesen sein, dass die Bahn im vergangenen August für 2,8 Milliarden Euro das britische Transportunternehmen Arriva übernommen hatte, das ebenfalls in der Region aktiv ist. Damit hat sich der Konzern selbst Konkurrenz gemacht. Man werde versuchen, die betroffenen 55 Mitarbeiter von Wrexham & Shropshire bei Arriva unterzubringen, sagte ein Bahn-Sprecher.
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(SZ vom 01.02.2011/mel)
Gestern stannt noch in der Zeitung zu lesen,warum es zu den Zugunglueck in Sachsen Anhalt gekommen ist. Das Ergebniss war,durch fehlende Investionen von Seiten der Bahn ist es zu dem Unglueck gekommen. Das hat viel mit der falschen Investionspolitik seitens der Bahn zu tun. Nun soll der Lockfuehrer des Guerezuges der Schuldige allein sein ?
In Deutschland sehen die meisten Bahnhöfe (von einigen Prestigeobjekten abgesehen) aus, wie im bombengeschädigten Nachkriegsdeutschland, Züge werden nicht gewartet, notwendiges Personal "abgebaut" usw, usw.
Kümmert euch endlich um eure Kernaufgaben. Ihr müßt keinen Gewinn machen. Ich habe die Nase voll davon, dass wir ständig für eure Großmannssucht bezahlen müssen.
... daß sich die Bahn wieder auf ihre eigentliche Aufgabe konzentriert und die besteht nicht in Börsengeschäften und Auslandsinvestitionen, sondern ganz einfach im Transport von Gütern und Menschen in Deutschland.
Es gibt viel zu verbessern und zu investieren, bis in Deutschland wieder ein reibungsloser Bahnverkehr möglich ist.
In Deutschland hat sie kein Geld aber hat sich als Globalplayer probiert ohne daß die Politik einschritt. Da die Verluste abgeschrieben werden müssen fragt man sich wer bezahlt es ist wie immer die Manager leben in ihren Visionen - nebenbei wird da auch etwas abgefallen sein - die Verluste zahlt die Allgemeinheit.
Lieber Admiral_von_Sinkenquicken,
vielen Dank für den Hinweis. Selbstverständlich bezeichnet das britische Suffix "shire" einen Verwaltungsbezirk und keine Stadt. Wir haben das entsprechend geändert.
Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Moderator
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