Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht: Der Ruf von Lidl hat durch die Datenaffäre stark gelitten. Jetzt braucht der Discounter neue Führungskräfte - um zu retten, was zu noch zu retten ist.
Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er dann die Wahrheit spricht, sagt ein Sprichwort. Das gilt auch, wenn sich Verfehlungen häufen, wie im Fall von Lidl. So gesehen hat der Discounter nun ein sehr ernstes Glaubwürdigkeitsproblem. Einen Datenschutzskandal könnte man noch - wenn auch nur mit viel Wohlwollen - unter Schludrigkeit, gepaart mit fehlendem Rechtsempfinden verbuchen. Folgt kurz darauf der zweite, sieht die Sache anders aus.
Lidl braucht neue Führungskräfte - um wieder Vertrauen herzustellen. (© Foto: ddp)
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Da hilft es nichts, wenn die verantwortlichen Manager den Kopf einziehen und darauf warten, dass sich der Rauch verzieht, für den sie selbst das Feuer gelegt haben. Zumindest das hat diesmal nicht funktioniert. Lidl hat reagiert und seinen Deutschland-Chef gefeuert. Doch sein Nachfolger kommt aus den eigenen Reihen und ist somit nicht gerade ein Garant dafür, dass sich am menschenverachtenden System Lidl etwas ändern wird.
Will der Discounter seinen lädierten Ruf wiederherstellen, müssen andere Taten folgen. Denn es hat sich für das Unternehmen nicht bewährt, Führungskräfte vor allem im eigenen Haus zu rekrutieren. Systemfehler konnten sich so über die Jahre manifestieren und sind nun schwer aus den Köpfen zu bekommen. Ein engagierter Datenschützer allein wird dies kaum ändern können. Für einen Neuanfang sollte Lidl Führungskräfte von außen holen, die Veränderungen und harte Einschnitte durchsetzen können. Nur so kann die Transparenz hergestellt werden, die Lidl fehlt.
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(SZ vom 08.04.2009/tob)
Wem gehört der Discounter? Wer ist ihm Nahe und angeschlossen? Keine Fragen, nur ein Anstoß um zu zeigen, wer ist Mitarbeiterverachtend, denn das kommt nicht von ungefähr, sondern ist wohlanerzogen.
Das Sprichwort des vom Kopf her stinkenden Fisches dürfte bekannt sein...
Lidl hat eine Unternehmensunkultur, die sich im institutionalisierten Mißtrauen gegen die eigenen Mitarbeiter ausdrückt. Da wird nicht motiviert, sondern geängstigt, nicht belohnt, sondern überwacht und eingeschüchtert. Leistung kann auf diese Weise nur über Druck, nicht über Motivation erzeugt werden.
Somit produziert Lidl jenes Phänomen, welches es anschließend mit totalitären Mittel bekämpfen und unter Kontrolle bringen will.
Da muß sich ganz oben was ändern, bevor sich was ändert.
Gewerkschaftsfunktionäre im Laden ist polemischer Schwachsinn.
Die Gewerkschaft (ver.di) organisiert Fortbildungen für die Betriebsräte, die ganz normale Beschäftigte sind, die KEINE Freistellung für Betriebsratsarbeit haben, das ist sozusagen "Privatvergnügen".
Die Betriebsräte bekommen die für sie wichtigen Grundkenntnisse des Arbeitsrechts, des Tarifrechts, können sich untereinander austauschen, vernetzen und erhalten Kontakte zu den Gewerkschaftern, die sie dringend brauchen, denn Willkür ist da Führungsinstrument.
Da sind die Betriebsräte froh, wenn sie Juristen haben, die ihnen beiseite stehen.
Klar, Gewerkschaftsfunktionäre in den örtlichen Betriebsräten wären unverzichtbar. Sonst können die Eskimos den Tropenbewohnern ja keine Ratschläge mehr für die Zeiten der grossen Hitze geben
Ich bin Mitarbeiter in Diesem Unternehmen. Wir bekommen für noch so kleine Details Anweisungen. Solche Anweisungen gehen nur über die Tische vom Aufsichtsrat.
Da hat man jetzt für die Öffentlichkeit ein "Bauernopfer" gefunden. Die wahren beiden "Drahtzieher" entziehen sich der Öffentlichkeit und werden weiter Ihre Linie fahren.
Aber das gute ist, wir Mitarbeiter haben immer weniger Angst unseren Mund aufzumachen!
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