Boeing Ärger ohne Ende

Der Dreamliner soll so schnell wie möglich wieder fliegen. Dafür müssen die mangelhaften Batterien des Prestigefliegers funktionieren - diese waren zuletzt mehrfach in Brand geraten. Jetzt heißt es bei Boeing: Frühestens im März darf er wieder in die Luft. Mit einer Ausnahme.

Nach der jüngsten Pannenserie arbeitet der US-Flugzeugbauer Boeing an Änderungen bei den Batterien des Dreamliners. Dies berichtet die Zeitung Wall Street Journal und beruft sich auf Branchen- und Regierungsvertreter. Testflüge sollen demnächst zeigen, ob die technischen Überarbeitungen geholfen haben. Boeing hat bei der US-Luftverkehrsbehörde FAA Testflüge für den Dreamliner beantragt, um eine mögliche Lösung für die Probleme in der Praxis zu erproben.

Eine ganze Reihe von Verbesserungen soll es geben. Ziel sei es, dass sich Hitze oder ein Brand nicht ausbreiteten können. Technische Details stünden aber noch nicht abschließend fest und seien auch noch nicht beschlossen. Einer der Vertreter sagte, in einem "Best-Case-Szenario" könne der Dreamliner schon im März wieder Passagierflüge absolvieren. Boeing lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

Ursache für Probleme ungeklärt

Alle 50 ausgelieferten Dreamliner sind seit 16. Januar auf Anordnung der Behörden nach Sicherheitspannen im Zusammenhang mit den Batterien am Boden. Bislang ist die Ursache für die Probleme ungeklärt. Die US-Unfalluntersuchungsbehörde NTSB ist in Zusammenarbeit mit Boeing, dem japanischen Batteriehersteller GS Yuasa sowie anderen Behörden mit dem Fall beauftragt. Die NTSB hatte zuvor mitgeteilt, für die Prüfungen "wahrscheinlich noch Wochen" zu brauchen.

Nur ein Dreamliner darf abheben: Die US-Luftverkehrsbehörde FAA Boeing erteilte eine Sondergenehmigung für einen Flug, der aber nur dem Transfer einer Maschine dient. Ausnahmsweise und einmalig dürfe eine Dreamliner-Maschine von Texas nach Washington fliegen, erklärte die Behörde. Die Maschine dürfe nur eine minimale Besatzung an Bord haben. Die Crew müsse zudem während des Fluges ständig die Batterien überwachen. Bei batteriebezogenen Problemen müsse die Maschine sofort landen, erklärte die FAA. Die Erlaubnis habe mit einem separaten Antrag Boeings für Testflüge nichts zu tun, hieß es.