Bieterstreit um Karstadt Konkurrenz für Metro

Ladenhüter? Von wegen! Die Standorte von Karstadt sind begehrt. Neben dem Handelskonzern Metro haben sich nun weitere Interessenten gemeldet.

Bislang hatte es Metro-Chef Eckhard Cordes relativ einfach, sich als Retter in Szene zu setzen.

Das Unternehmen Mfi, ein Betreiber von Einkaufszentren, interessiert sich für 20 Karstadt-Filialen.

(Foto: Foto: AP)

60 der 91 Karstadt-Filialen möchte der Handelskonzern vom insolventen Konkurrenten Arcandor übernehmen, um diese anschließend mit der eigenen Kaufhaus-Kette Kaufhof zu einer Deutschen Warenhaus AG zu fusionieren.

Auch der Otto-Konzern hatte sich zu Wort gemeldet. Die Hamburger interessieren sich für die Karstadt-Sporthäuser und wollen sie mit der eigenen Kette Sport-Scheck vereinen. Keine Frage, die beiden Bieter hatten sich den Kuchen gut aufgeteilt.

Jetzt entsteht jedoch offenbar ein Bieterstreit um Karstadt, denn einem Bericht des Handelsblatts zufolge ist ein neuer Bieter aufgetaucht - ein Unternehmen mit dem Namen Management für Immobilien AG (Mfi).

Mfi zählt zu den größten deutschen Entwicklern und Betreibern von Einkaufszentren. Der Konzern verwaltet ein Immobilienvermögen von 3,9 Milliarden Euro und betreibt derzeit 25 Einkaufszentren, darunter die Köln- und Düsseldorf-Arcaden sowie die Schönhauser-Allee-Arcaden in Berlin.

20 Standorte "umbaufähig"

Mfi-Chef Matthias Böning sagte, sein Unternehmen halte 20 der 91 Karstadt-Standorte für umbaufähig und werde deshalb für sie bieten. Sobald das Insolvenzverfahren über die Karstadt-Mutter Arcandor am 1. September eröffnet sei, werde sich Mfi um eine Übernahme bemühen.

Zu den Karstadt-Häusern, für die sich Mfi interessiert, zählen sowohl Standorte des Vermieters Highstreet. Auch unter den fünf Filialen des Oppenheim-Esch-Fonds gebe es interessante Häuser, sagte Böning. Für welche Standorte sich Mfi genau interessiert, sagte der Mfi-Chef nicht.

Wegen der hohen Mietzahlungen durch Karstadt und massiver Schließungskosten, die bislang bei einem Umbau drohten, hätten die Vermieter Übernahmeofferten in der Vergangenheit stets zurückgewiesen. "Durch die Arcandor-Insolvenz wird das nun sicherlich anders werden", erwartet Mfi-Chef Böning.

Auch das Immobilienunternehmen Deutsche Euroshop hat Interesse an zwei Karstadt-Häusern der insolventen Arcandor gezeigt. Ein Sprecher des auf Beteiligungen an Einkaufszentren spezialisierten Hamburger Unternehmens nannte das Rhein-Neckar-Zentrum sowie das Einkaufszentrun in Dessau, an denen Euroshop jeweils die Mehrheit hält und in denen Karstadt Warenhäuser sind. Die Karstadt-Immobilien befinden sich im Besitz von Fonds. "Wenn Gesprächsbedarf besteht, wäre es naheliegend, mit denen zu reden, denen die benachbarten Immobilien gehören", bot sich Euroshop an.

Der Umbau und die Umstrukturierung der Karstadt-Immobilien wäre dann eine Aufgabe der auf die Entwicklung von Einkaufszentren spezialisierten Hamburger ECE. ECE gehört der Unternehmerfamilie Otto (Otto-Versand), die auch an der Deutschen Euroshop beteiligt ist.

Ein großer Gemischtwarenladen

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