Geht die Abwrackprämie in die Verlängerung? Viele sind dafür, etliche dagegen - und alle eint die Sorge, wie sich der Markt ohne Prämie entwickelt.
Die staatliche Abwrackprämie hat zu einem Ansturm auf Neuwagen geführt - und von diesem Boom wollen viele noch ein wenig profitieren. Allen voran Volkswagen-Chef Martin Winterkorn, dessen Unternehmen als Hersteller vieler Kleinwagen die Prämie besonders nutzt. "Ich plädiere dafür, die Verschrottungsprämie zu verlängern", sagte Winterkorn. Zudem hoffe er, dass weitere Länder dem Beispiel Deutschlands folgten. Bislang kurbeln Deutschland und Frankreich den Autoabsatz durch Verschrottungsprämien an.
Hat die Abwrackprämie eine Zukunft, wenn der Fördertopf leer ist? Viele sind dafür. (© Foto: ddp)
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Ganz anderer Meinung ist Dieter Zetsche. Der Vorstandschef von Daimler hat sich gegen eine Verlängerung der Abwrackprämie ausgesprochen.
"Nach der Abschaffung der Abwrackprämie folgt ein Absatzeinbruch, das hat man in anderen Ländern gesehen.
Deshalb halte ich es nicht für sinnvoll, diese Prämie zu verlängern", sagte er dem Hamburger Abendblatt. Daimler profitiert als Premium-Hersteller allerdings nur wenig von der Umweltprämie, da diese vor allem den Kauf von Kleinwagen attraktiv macht.
Das Geld für die Abwrackprämie ist auf 1,5 Milliarden Euro begrenzt, die Prämie von 2500 Euro reicht also für 600.000 Altfahrzeuge. Nach Angaben von Autohändlern könnte der Fördertopf bereits im April ausgeschöpft sein.
In der Politik herrscht noch Uneinigkeit darüber, ob die Prämie auch darüber hinaus eine Zukunft haben könnte. Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) ist dafür. Der Außenminister hatte sich bereits für eine Aufstockung der Abwrackprämie ausgesprochen. Auch der saarländische SPD-Landeschef Heiko Maas erklärte, jeder, der sich im Laufe dieses Jahres ein neues Auto kaufe und dafür sein umweltschädliches Altauto verschrotte, sollte die Prämie garantiert bekommen.
Union: "Die Tendenz ist Nein"
Die Union ist von diesen Vorschlägen nicht gerade begeistert. Der finanzpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Otto Bernhardt (CDU), hatte auf den Vorschlag Steinmeiers ablehnend reagiert.
In der Union gebe es zwar "noch keine abschließende Meinungsbildung" darüber, ob der Fördertopf für die Abwrackprämie aufgestockt werden solle. "Die Tendenz ist aber eher Nein."
Ein Kompromiss könnte der Vorschlag des haushaltspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Carsten Schneider, sein. Dieser hat bei einer möglichen Verlängerung der Abwrackprämie eine schrittweise Absenkung vorgeschlagen. Vorstellbar sei eine "modifizierte Regelung" mit einer "degressiven Ausgestaltung", sagte Schneider der Thüringer Allgemeinen. So könne schrittweise weniger Geld als die derzeit 2500 Euro ausgezahlt werden, bis die Abwrackprämie auslaufe.
Vor einer Verlängerung der Prämie solle zudem die weitere Entwicklung bei den Anträgen abgewartet werden, sagte Schneider. Wichtig sei, die derzeitige Nachfrage nicht durch "eine vorfristige Verlängerungsdiskussion zu gefährden".
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(sueddeutsche.de/Reuters/dpa-AFX/AFP/tob/hgn)
Machtkampf in der Linken
wären weitaus höhere Werbungskosten (Mieten in der Stadt sind teuer) sowie höhere Kilometerpauschalen effektiver. Selbst mit einem vorbildlichen 5l Auto bezahlt man bei Superbenzin bereits 7 Cent je Kilometer und das ohne einen Cent für Verschleiß und Wertverlust - der fetteste Brocken der Kostenrechnung.
Irgend so ein Lobbyist hat doch gesagt, wenn die Abwrackprämie nicht verlängert wird, dann gibts Ärger...
Auto-Lobbyisten haben in Deutschland 1. Narrenfreiheit und 2. sie bekommen von Union/SPD alle ihre närrischen Wunschvorstellung auf KOSTEN DER BÜRGER UND DER UMWELT jederzeit verwirklicht.
Wer jetzt immer noch glaubt, wir lebten in einer "Markt"wirtschaft, dem ist wirklich nicht zu helfen.
Der Staat unterstützt den Kauf neuer Autos mit Geld, während alte, noch funktionierende Autos im Müll landen. Gleichzeitg klagen die Gebrauchtwarenhändler über Umsatzrückgang. Absurder gehts echt nimmer. Aber nur wenige wollen erkennen, wie sich eine "Wachstumswirtschaft" hier selbst entlarvt. Dann doch lieber blind bleiben.
Und wie seppalino ganz richtig schrieb: Was kommt eigentlich danach? Die Prämie für das Zweit- und Drittauto?
Übertreib mal nicht! Nicht jeder hat gerade jetzt ein abwrackfähiges Auto zur Hand und auch das Geld für einen Neuwagen. Dafür wird der Gebrauchtwagenmarkt abgefischt, so daß etliche, die sich in den nächsten Jahren einen Gebrauchten zugelegt hätten, dann einen Neuen kaufen müssen. Klar gibt es einen Einbruch, aber sicher nicht um 100%, denk doch mal richtig nach!
Ja und wo ist die Abwrackprämie für meine Hose und meinen Fernseher und meinen Küchenherd und meinen Computer und meine Zahnbürste.
Da sehe und höre ich nichts. Die Lobbyisten des Einzelhandel sind wohl nicht so erfolgreich wie die der Autoindustrie.
Ist wohl an der Zeit, die Frage zu stellen, ob das Vorgehen der Bundesregierung eigentlich noch mit dem Grundgesetz zu vereinbaren ist. Von Gleichheit und Gleichbehandlung kann da wohl keine Rede sein.
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