Ausschüttungen an Aktionäre Telekom kratzt an der Dividende

Investieren statt Aktionäre beglücken: Weil der Aktienkurs seit Jahren vor sich hin dümpelt, erfreute die Telekom ihre Aktionäre mit hohen Dividenden. Laut "Handelsblatt" soll damit bald Schluss sein.

Die Telekom will künftig weniger Geld an die Aktionäre ausschütten - und stattdessen investieren.

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Seit Jahren pendelt die Aktie der Deutschen Telekom zwischen acht und zehn Euro - sehr zum Unmut der Aktionäre der T-Aktie, die in den 1990er Jahren mit großem Aplomb an den Markt gegangen war. Um die Investoren trotzdem bei Laune zu halten, schüttet die Telekom im Verhältnis zum Kurs seit Jahren so hohe Dividenden aus wie kein anderes Dax-Unternehmen. Doch damit könnte jetzt Schluss sein.

Der Bonner Konzern prüfe eine Kürzung der Dividende um bis zu ein Drittel, berichtet das Handelsblatt am Freitag unter Berufung auf Informationen von der Kapitalseite im Aufsichtsrat. Das so einbehaltene Geld solle für Investitionen genutzt werden, etwa für den Ausbau schneller Glasfaser- und Mobilfunknetze sowie für neue Geschäftsfelder.

Für die Jahre 2010 bis 2012 hatte die Telekom ihren Aktionären Ausschüttungen von jährlich 3,4 Milliarden Euro zugesagt - damit waren die Dividendenzahlungen teilweise höher als der Nettogewinn. Dem Handelsblatt zufolge will das Unternehmen nun auch für die kommenden Jahre einen Drei-Jahres-Plan aufstellen, um für die Investoren attraktiv zu bleiben.

Die für dieses Jahr geplante Dividende von 0,70 Euro je Titel sei sicher, hieß es. Wegen der Wirtschaftskrise in Europa solle die Dividende aber künftig angepasst werden, weil ohnehin schon Abschreibungen und Konzernverluste das Eigenkapital belasten. Gegen eine geplante Kürzung der Dividende stellt sich laut Handelsblatt allerdings der Bund, der immer noch größter Aktionär des ehemaligen Staatsunternehmens ist.