Armut 330 000 Haushalten Strom abgestellt

Die Stromrechnung nicht bezahlt, die Mahnung ignoriert: Irgendwann ist es in der Wohnung kalt. Stromsperren bleiben ein Massenphänomen.

Wegen unbezahlter Rechnungen ist 2016 rund 330 000 Haushalten in Deutschland der Strom abgestellt worden. Neben den Sperrungen der Anschlüsse hat es im vergangenen Jahr außerdem etwa 6,6 Millionen Sperr-Androhungen gegen säumige Zahler gegeben. Das geht aus dem Entwurf für den Jahresmonitoringbericht von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Zahl der Stromabschaltungen im Auftrag der örtlichen Grundversorger ist damit im Vergleich zum Vorjahr nur leicht um 1000 Fälle zurückgegangen. Stromsperren sind als letztes Mittel der Versorger bei Zahlungsrückständen von mindestens 100 Euro, mehreren Mahnungen und einer Sperr-Androhung mit letzter Zahlungsfrist möglich. Teil des Problems sind die nach der Energiewende stark gestiegenen Strompreise. Die in den Hartz-IV-Leistungen veranschlagten Ausgaben für Energie decken nach Meinung von Sozialverbänden aber den Strombedarf eines Ein-Personen-Haushaltes nicht ab. Hinzu kommt: Weil arme Kunden kein Geld haben, können sie sich oft keine neuen Geräte leisten, behalten ihre alten "Stromfresser" und verbrauchen so überdurchschnittlich viel.