Angesichts der düsteren wirtschaftlichen Lage ist nach Ansicht von Arbeitgeberpräsident Hundt die Senkung von Löhnen gerechtfertigt.
Den Arbeitnehmern in Deutschland drohen in der nächsten Tarifrunde Einschnitte. Der Präsident der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt, hält Forderungen nach einer Senkung der Tariflöhne "aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht" für angemessen.
Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt: "Wenn alte Formeln der Gewerkschaften angewendet werden, dass die Produktivitätssteigerung und die Inflationsrate die Grundlage für Tariferhöhungen sein sollen, dann müssten wir im nächsten Jahr in wichtigen Branchen eine deutliche Lohnsenkung vereinbaren." (© Foto: dpa)
Anzeige
Wegen der Wirtschaftskrise und der erheblichen Umsatzeinbußen müsste dies für viele Unternehmen in vielen Wirtschaftszweigen ein Thema sein, sagte Hundt in Berlin. "Wenn alte Formeln der Gewerkschaften angewendet werden, dass die Produktivitätssteigerung und die Inflationsrate die Grundlage für Tariferhöhungen sein sollen, dann müssten wir im nächsten Jahr in wichtigen Branchen eine deutliche Lohnsenkung vereinbaren", fügte er hinzu.
"Leistungen überprüfen"
Der BDA-Chef räumte aber ein, dass Lohnsenkungen wahrscheinlich keine Grundlage für Verhandlungen sein können. Ob der eine oder andere Verband mit solchen Forderungen in die Tarifverhandlungen gehe, könne er nicht sagen. Hundt ließ jedoch erkennen, dass er dies für eher unwahrscheinlich hält. Der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Rainhard Göhner, rechnet damit, dass die Arbeitgeber in der nächsten Tarifrunde auf jeden Fall über Kostenentlastungen reden wollen. "Man wird sicherlich bestimmte Leistungen in Manteltarifverträgen überprüfen. Das ist tarifpolitisches Standardwerkzeug", sagte er.
Hundt verteilte am Dienstag viel Lob für die Gewerkschaften. "Die Tarifabschlüsse des ersten Halbjahres zeugen von einer angemessenen, beschäftigungsorientierten, differenzierten und flexiblen Tarifpolitik", sagte er.
Die Lohnsteigerungen bewegten sich in den meisten Fällen in einer Spanne von null bis zwei Prozent. Positiv bewertete der BDA-Chef auch, dass häufig Einmalzahlungen vorgesehen seien, die nicht dauerhaft die Tarife erhöhen. Die Gewerkschaften hätten sich in der Krise "tarifpolitisch vernünftig verhalten". Dies zeigten auch die vielen betrieblichen Bündnisse.
Sorgen bereitet Hundt der wachsende Einfluss von Spartengewerkschaften. Sie versuchten, "für spezielle Teile einer Belegschaft besondere Tarifbedingungen zu erstreiken".
Dies sei eine Gefahr für die Tarifeinheit, nach der in einem Betrieb nur ein Tarifvertrag gelten sollte. "Wir wollen keine englischen Verhältnisse der siebziger Jahre mit einer Zerlegung und Zersplitterung des Tarifsystems", so der BDA-Chef.
- Thema
- Dieter Hundt RSS
(SZ vom 29.07.2009/hgn)
Linke mit neuer Führung
Und das rückwirkend für den Zeitraum der letzten 20 Jahre. Damit die ärgsten statistischen Ausreißer geglättet werden.
Denn die Entwicklung dieser Einkommen müsste ja eigentlich am realistischsten und besten zum Ausdruck bringen, wie gut es der Wirtschaft wirklich gegangen ist und wie gut es ihr derzeit geht!
Also, wie wäre es mit so einem Schlüssel, Herr Hundt?
"Würde sich die Bezahlung der Arbeitnehmer ausschließlich nach den Gehaltstabellen der Tarifverträge richten, dann hätten sie im Frühjahr 2009 ein kräftiges Plus gemacht: Nach aktuellen Erhebungen des Statistischen Bundesamtes lagen die tariflich vereinbarten Monatslöhne und -gehälter im April um durchschnittlich 2,8 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Da die Verbraucherpreise im gleichen Zeitraum nur um 0,7 Prozent stiegen, bliebe damit theoretisch ein deutlicher Kaufkraftzuwachs übrig umso mehr, als der Preisauftrieb seither weiter zurückgeht.
Tatsächlich aber bekommt ein durchschnittlicher Arbeitnehmer davon wenig mit: Weil die effektiv gezahlten Löhne und Gehälter zusätzlich durch Kurzarbeit, Überstundenabbau und Kürzung übertariflicher Zulagen geschmälert wurden, hatte er unterm Strich real trotzdem keinen höheren Verdienst als noch 2008. Nach dem kürzlich von den Statistikern neu konzipierten Reallohnindex waren die tatsächlich gezahlten Bruttolöhne im ersten Vierteljahr 2009 preisbereinigt um 0,4 Prozent niedriger als im Vorjahresquartal.."
Quelle: wewewe.handelsblatt.com/politik/deutschland/kurzarbeit-hebelt-tariferhoehungen-aus;2438613
Um ehrlich zu sein, würde ich -wenn´s denn seien muss- auf 10% meines Gehaltes verzichten . Allerdings nur wenn ich nur noch 30% Miete zahlen müsste.
"Am besten schmeißen Hundt und seine Kollegen radikal die gesamte Belegschaft raus und sparen sich alle Lohnkosten."
Hehehe, diese These vertrete ich ja schon lange! Da offenbar Gewinnmaximierung nur über den Abbau von Arbeitsplätzen geht, müsste der Gewinn eigentlich unendlich sein, wenn man alle rausschmeisst :o)) (eine sogenannte Polstelle)
Beste Grüße, Balldieb
@pitiplatsch
Deine Sorgen sind jemandem wie Hundt egal. In seiner Welt existiert nur Humankapital, das zur Profitmaximierung immer wieder gerne einen Beitrag leistet durch Lohnkürzungen und Arbeitszeitverlängerung. Denn geht es der Wirtschaft gut, dann geht es allen gut und der Wohlstand wird auf die armen Tröpfe da unten schon durchsickern. Hundt ist so von vorgestern, dass er noch an den trickle down Effekt glaubt, der schon längst widerlegt ist. Je reicher die da oben, desto weniger Fensterkitt müssen die da unten essen.
Mach aber Hundt keinen Vorwurf, so jemand wie er kann nicht anders. Er hat seine Phrasen gelernt und in seinem Alter ist es mit der geistigen Flexibilität auch nicht mehr so weit her. Wie alt ist eigentlich Beise?
Oder ist Hundt vielleicht doch nur ein hundsgemeiner Mensch ohne theoretischen Unterbau? Wer weiß das schon.
Paging