AMR und US Airways US-Konzerne schmieden Luftfahrt-Giganten

Es wäre ein Befreiungsschlag für die Fluggesellschafts-Holding AMR: Das "Wall Street Journal" berichtet, dass die insolvente Muttergesellschaft von American Airlines kurz vor Abschluss der Fusionsverhandlungen mit US Airways steht. Sollte der Zusammenschluss zustande kommen, würde der neue Konzern womöglich die größte Airline der Welt sein.

Innerhalb der kommenden zwei Wochen sollen die letzten Details geklärt sein: Die US-Fluggesellschaft US Airways und AMR, der insolvente Mutterkonzern der American Airlines, stehen offenbar kurz vorm Abschluss ihrer Fusionsverhandlungen. Dies berichtet das Wall Street Journal mit Berufung auf "gut unterrichtete Kreise". Allerdings warnen die Quellen auch, dass die Verhandlungen noch liefen und das Geschäft auch platzen könnte.

Die Gespräche zwischen AMR-Chef Tom Horton und US Airways-Chef Doug Parker seien weit fortgeschritten. Parker steht offenbar als Vorsitzender der fusionierten Fluggesellschaften bereit. Jedoch sei die Verteilung der Managementposten, Aufsichtsratsplätze und Besitzansprüche noch nicht vollständig geklärt.

Bei einer gelungenen Fusion geht das Wall Street Journal von einem Börsenwert von mehr als zehn Milliarden Dollar aus. Aus den beiden Konzernen würde somit die größte Fluggesellschaft der Welt hervorgehen, schreiben das Wall Street Journal und die Agentur Bloomberg. Reuters hingegen schätzt, dass eine fusionierte Airline so groß werden würde wie der bisherige Marktführer United Continental.

Welche Auswirkungen hätte eine Fusion auf den Markt?

Die Fusion an sich soll allein über Aktien finanziert werden. Nach aktuellem Stand bekämen die Aktionäre von AMR etwa 72 Prozent der Firmenanteile und die Aktionäre der US Airways etwa 28 Prozent. Theoretisch ist die Fusion ein einwandfreier Rettungsplan für AMR: Die insolvente Fluglinie würde zusammen mit US Airways rasant aufsteigen. Allerdings gibt es bei einer solchen Verschmelzung viele wichtige, praktische Details - die noch nicht vollständig geklärt sind.

Die Tochter von AMR, American Airlines, soll sich lange gegen die Fusion gewehrt haben. Das Unternehmen wollte angeblich alleine versuchen aus der Insolvenz zu kommen, um als Fluglinie unabhängig zu bleiben. Der Fusionspartner US Airways ist bereits eine der größten Fluggesellschaften der Welt.

Experten schätzen, dass eine Fusion zunächst vor allem Bedeutung für den Flugverkehr in den USA haben würde. Durch das Verschmelzen der Konzerne würde ein Fluganbieter wegfallen, gleichzeitig hätte die AMR die Kapazitätskontrolle. Das könnte in den USA zu höheren Preisen führen. Diese Dominanz würde allerdings nur so lange andauern, bis ein neuer Konkurrent günstigere Flüge anbietet. Möglich wäre auch, dass eine reibungslose Fusion die Lufthansa unter Zugzwang bringen würde - und sich angesichts einer Riesen-Airline ebenfalls vergrößern müsste.