Absatzkrise Opel plant Kurzarbeit in deutschen Werken

Bisher versuchte Opel die rückläufige Produktion in den deutschen Werken mit Arbeitszeitkonten aufzufangen, doch das reicht nicht mehr: Das Management verhandelt mit IG Metall und Betriebsrat über Kurzarbeit. Wie viele Mitarbeiter betroffen sind, ist noch unklar.

Die Absatzkrise auf dem Automarkt in Europa trifft Opel besonders hart. Von April bis Juni dieses Jahres hat der Autohersteller einen Verlust von 361 Millionen Euro eingefahren. Auch im Management gab es Umwälzungen: Vorstandschef Stracke musste im Juli zurücktreten, es kam Strategievorstand Thomas Sedran, der das Unternehmen übergangsweise führen soll.

Im Rüsselsheimer Stammwerk wird der Opel Insignia produziert. Wegen der Absatzkrise, die Opel besonders hart trifft, verhandeln Unternehmensspitze, IG Metall und Betriebsrat über Kurzarbeit.

(Foto: dapd)

Immer wieder gab es Gerüchte um Werksschließungen, besonders der Standort Bochum, so hieß es, stehe zur Disposition. Stets wurden die Gerüchte von Unternehmensseite dementiert, der bis 2016 gültige Sanierungsplan werde nicht angetastet.

Die Rückgänge in der Produktion der deutschen Werke konnten bisher durch Arbeitszeitkonten aufgefangen werden. Doch das scheint nun nicht mehr zu reichen. Das Management verhandelt mit IG Metall und Betriebsrat über Kurzarbeit und Arbeitszeitverkürzungen, meldet der Mainzer Allgemeinen Zeitung. Ein Vertreter des Unternehmens bestätigte das.

"Ein Ergebnis der Verhandlungen ist kurzfristig zu erwarten", zitierte die Zeitung den Opel-Sprecher. Es gehe um das Stammwerk Rüsselsheim, wo das Top-Modell Insignia vom Band läuft.

Aus Firmenkreisen verlautete der Zeitung zufolge, auch das Komponentenwerk in Kaiserslautern sei betroffen. Auch dort sei es nicht mehr möglich, die Lage mit flexiblen Arbeitszeitkonten zu regeln. Wie viele Mitarbeiter betroffen sein könnten, sei noch unklar. Opel beschäftigt am Stammsitz Rüsselsheim rund 13.000 Menschen, in Kaiserslautern arbeiten etwa 2500 Mitarbeiter.