1. Auschwitz-Gedenken und Antisemitismus — Wenn die Erinnerung verblasst

    Vergessen die Deutschen, was im Nationalsozialismus passiert ist? Jeder fünfte Erwachsene unter 30 weiß nicht, was Auschwitz ist. Judenfeindliche Ressentiments halten sich hartnäckig in der Gesellschaft. Die Geschehnisse gehen in der Informationsflut des Internets unter - und ritualisierte Gedenktage wie der Jahrestag der Befreiung von Auschwitz wirken beim Nachwuchs nicht. Von Oliver Das Gupta

  2. Ausgrenzung von Minderheiten — "Explosive Situation als Dauerzustand"

    Muslime, Behinderte, Langzeitarbeitslose: Seit Jahren beschäftigt sich der Konfliktforscher Wilhelm Heitmeyer mit der Frage, wie die deutsche Gesellschaft mit ihren Minderheiten umgeht. Werden sie ausgegrenzt oder gar gefährdet? Der aktuelle Band der "Deutschen Zustände" gleicht einem Alarmruf - und das, obwohl die Deutschen im vergangenen Jahrzehnt weniger "menschenfeindlich" geworden sind. Von Felix Berth und Malte Conradi

  3. Jugendliche Randalierer  — "Sie wähnen sich mit der Obrigkeit auf Augenhöhe"

    Feindbilder, Frust, ein zündendes Ereignis: Konfliktforscher Wilhelm Heitmeyer entwirrt die Wurzeln der Unruhen in Großbritannien. Im Gespräch erklärt er, warum die zumeist jugendlichen Randalierer zu Gewalt greifen - und ob in deutschen Problemvierteln eine ähnliche Eskalation möglich wäre. Interview: Oliver Das Gupta

  4. Ausschreitungen in Großbritannien — Wutausbruch der Wohlstandskinder

    Die Gerichte tagen rund um die Uhr, vor den Gebäuden stehen die Streifenwagen Schlange: Londons Randalierer, die der britische Premier David Cameron als Vertreter einer kranken Gesellschaft brandmarkte, sollen schnell bestraft werden. Auf der Anklagebank sitzen aber nicht nur Vertreter der Unterschicht, sondern auch Studenten, Beamte - und eine Millionärstochter. Von Kathrin Haimerl

  5. Anzeige

  6. Rechtsextremismus im Sport — Plakative Predigten

    Zwei Bundesminister und hohe Sportfunktionäre diskutieren in Berlin über Rechtsextremismus im Sport - die Wirkung darf bezweifelt werden. Für Nationalisten kann Fußball Teil einer Erlebniswelt sein. Von Ronny Blaschke

  7. Vorurteile in Deutschland — Eure Armut kotzt mich an

    Flächendeckende Schmähung: Die Reichen verachten die Armen. Aber auch Frauen, Migranten und generell Andersdenkende. Das hat eine Langzeitstudie ergeben. Von Detlef Esslinger

  8. Interview — "Du Opfer!"

    Sebastian B. und andere "Verlierer" - ein Gespräch mit dem Bielefelder Soziologen Wilhelm Heitmeyer über einen heiklen Begriff. Von Sonja Zekri

  9. Diskriminierung in Deutschland — Wenn es eng wird

    In der Wirtschaftskrise sinkt die Solidarität, Feindbilder gewinnen an Stärke, Diskriminierung nimmt zu. Warum sich die Menschen in Apathie und Resignation flüchten. Von P. Fahrenholz

  10. Soziale Unruhen — "So was kann schnell zum Selbstläufer werden"

    Gesine Schwan und Michael Sommer warnen vor soziale Unruhen durch die Wirtschaftskrise. Konfliktforscher Heitmeyer hält das für gefährlich. Interview: Jonas Reese

  11. Rechtsextreme: Rekord der Straftaten — "Sie sind sehr selbstsicher"

    Rechtsextremismus und Gewalt: Experte Andreas Speit über radikale Ansichten im Mittelstand, die Vorteile eines NPD-Verbots und Antisemitismus in der Finanzkrise. Interview: Matthias Kolb

  12. Deutsche zum Gaza-Konflikt — Ein schwieriges Verhältnis

    Es ist schwierig, hierzulande die israelische Politik zu kritisieren - warum die Deutschen keine eindeutige Haltung zum Gaza-Konflikt finden. Ein Kommentar von Matthias Drobinski

  13. Studie zur Fußballweltmeisterschaft — Fußballtaumel und Fremdenfeindlichkeit

    Das Institut für Konflikt- und Gewaltforschung hat sich dem WM-Fußballtaumel befasst. Ergebnisse: Die Fremdenfeindlichkeit wächst. Die These vom "toleranten Patriotismus" sei "gefährlicher Unsinn". Von Toralf Staud

  14. Wahlkampf 2005 — Scharf, schärfer, Schily

    Die harte Linie setzt sich durch: Warum in der Ausländerpolitik konservative Töne dominieren.

  15. Rechtsextremismus — Der "Aufstand der Anständigen" verläuft sich

    Aussteiger-Programme kämpfen um ihre Existenz, denn die mit großem Einsatz gestarteten Initiativen gegen den Rechtsextremismus stehen wegen mangelnder Zuschüsse vor dem Aus. Von Von Mike Szymanski

  16. Studie über Muslime — Die Moschee im Dorf lassen

    Manche Ergebnisse der Studie über Muslime in Deutschland sind erschreckend - sie unterscheiden sich aber nur graduell von Untersuchungen über Einstellungen von Deutschen. Von Matthias Drobinski

  17. Liebe zum Land — Die Mär vom guten Patrioten

    Mustergültige oder übertriebene Vaterlandsliebe? Patriot oder Nationalist - für Psychologen kein Unterschied, sie gehen Hand in Hand. Von Nikolas Westerhoff

  18. Stoibers Extremismus-These — "Dieser Kurzschluss ist grundfalsch"

    Für Edmund Stoiber liegen die Dinge auf der Hand: Die Bundesregierung hat bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit versagt und damit dem Rechtsextremismus den "Nährboden" bereitet. Der Konfliktforscher Wilhelm Heitmeyer wirft dem CSU-Chef eine "allzu simple Logik" vor. Von Interview: Paul Katzenberger

  19. Musik als Politplattform — Rechts: auch nur ein Image?

    "Salutiert, steht stramm, ich bin der Leader wie A" oder "Das ist Schwarz-Rot-Gold, hart und stolz." Das ist HipHop von rechts: ein neues Musikgenre in Deutschland. Von ALEX RÜHLE

  20. Jugendliche in Ostdeutschland — Verschwimmt alles

    Alle reden von der NPD. Aber wenn rechte Parolen die einzigen Perspektiven sind, die junge Menschen haben, dann liegen die Probleme viel tiefer. Ein Besuch in Sachsen. Von Alex Rühle.

  21. Deutsche Zustände — Die Farbe Grau

    Studie sieht die Deutschen ängstlicher, fremdenfeindlicher und orientierungsloser. Von Tobias Matern

  22. Neue Wählergruppe — Links wählen, konservativ denken

    Die neue Linkspartei stellt nicht nur für die SPD eine Gefahr dar, auch das rechte Lager muss um stimmen bangen. Lafontaines Parolen sprechen nicht nur Unionswähler an, sondern könnten auch der NPD gefährlich werden.

  23. Nach Hetzjagd auf Inder — Zentralrat der Juden warnt vor No-Go-Areas

    Nach dem Gewaltexzess im sächsischen Mügeln hat der Zentralrat der Juden der Politik Versagen im Kampf gegen Rechtsextremismus vorgeworfen. Es sei eine "bittere Tatsache", dass Ausländer in bestimmten Regionen Ostdeutschlands gefährdet seien.

  24. Globalisierung — Die unheimlichen Verbündeten

    Rechtsextreme versuchen auf den Zug der Globalisierungskritik aufzuspringen. Von Nikolaus Piper

  25. SZ vom 20.1.2001 — Ein aufgeklärter Islamist

    Der Politikwissenschaftler Burhan Kesici widmet sein Leben dem Glauben, statt Karriere zu machen Von Andrea Exler