Nach Griechenland und Portugal haben die Finanzmärkte Italien ins Visier genommen. Für Oppositionspolitiker Leoluca Orlando ist das Land selbst schuld an der Misere. Weil Berlusconi den Interessenkonflikt zur Nationalkultur gemacht habe, suchten viele junge Italiener ihr Glück im Ausland. Der Premier sei verantwortlich, dass Italien "nur noch formell" Teil Europas sei.
Interview:
Matthias Kolb
Klartext von Palermos legendärem Ex-Bürgermeister: Leoluca Orlando sieht Italien als "eine Diktatur, die wie eine Demokratie aussieht". Im sueddeutsche.de-Gespräch erklärt der Parlamentarier, wie Berlusconis Politik die Mafia fördert und deutsche Firmen gefährdet - und erzählt von einem Posten-Deal, den der Premier ihm vorgeschlagen hatte.
Interview:
Hans-Jürgen Jakobs und Oliver Das Gupta
Er bekämpfte die Mafia und öffnete Sizilien für die Moderne - warum einer, der längst zum Mythos geworden ist, nochmal Bürgermeister werden möchte.
Von
Stefan Ulrich
Nach seinem angekündigten Rückzug spricht sich Italiens Noch-Premier Berlusconi für Neuwahlen im Februar aus. Als Kandidaten des Mitte-rechts-Bündnisses schlägt er seinen Intimus Angelino Alfano vor, der ihm als Justizminister mehr als einmal Gesetze auf den Leib geschneidert hat. Eine Übergangsregierung lehnt der 75-Jährige ab - und macht sich schon Gedanken über seine persönliche Zukunft.
Unter Berlusconi war Italien weit vorne: bei der Staatsverschuldung, der Korruption, der Jugendarbeitslosigkeit und der überbordenden Bürokratie. Wenn der Premier zurücktritt, hinterlässt er seinem Nachfolger gewaltige Probleme. Mittel gegen den kranken Mann Europas.
Von
Wolfgang Jaschensky und Michael König
Die Bürger wollen in Köln den öffentlichen Raum für die Werte der Toleranz zurückerobern - und zeigen mit ihren Aktionen auch der CDU, was Zivilcourage heißt.
Ein Kommentar von
Heribert Prantl
Dank ihm spricht nicht nur Italien wieder über die Mafia - doch der Buchautor Roberto Saviano bezahlt für den Erfolg einen hohen Preis. Eine Begegnung in München.
Von
Matthias Kolb
Die G-8-Gipfelteilnehmer treffen sich in einer zerstörten Region eines degenerierten Landes - in Italien breitet sich das "Prinzip Berlusconi" weiter aus.
Eine Außenansicht von
Leoluca Orlando
Leoluca Orlando, Ex-Bürgermeister von Palermo, gehört als Mafia-Jäger und Kämpfer gegen die Korruption zu den bekanntesten Politikern Italiens. Jetzt fordert er die Freilassung der Cap-Anamur-Mitarbeiter und eine generelle Öffnung der EU-Außengrenzen. Mit Leoluca Orlando sprach Marco Eisenack.
Hochburg der organisierten Versprechen: Palermo ist das beste Beispiel dafür, wie die Mafia die bürgerliche Gesellschaft unterwandert.
Von
Maren Preiss
Leoluca Orlando ist einer der prominentesten Mafia-Gegner und langjähriger Gegenspieler Bernardo Provenzanos - er selbst musste jahrelang mit seiner Familie untertauchen. Nach der Verhaftung seines schlimmsten Gegners fühlt er Genugtuung, Illusionen gibt er sich allerdings nicht hin.
Von
Ein Interview von Marten Rolff
Die sizilianische Fotografin Letizia Battaglia ist das schlechte Gewissen der Mafia. Den Kampf gegen das Verbrechersyndikat sieht sie als verloren an.
Interview:
Marten Rolff
Millionen werden hier umgesetzt, Tausende umgebracht. In einem Landstrich, in dem Polizeichefs zu Paten werden, zeigt man alles, nur keine Angst. Eine Pilgerfahrt zu einem Ganovengrab in der Rauschgift-Metropole Culiacán.
Von
Peter Burghardt