Test Welche Babytrage ist für wen geeignet?

Wer Gutes für sein Baby will, der trägt es. Aber ist jede Trage gut fürs Baby? Wir haben acht Hilfen getestet, vom Tragetuch bis zur Hightech-Variante.

Von Christine Mortag

Für welche Art des Babytransports man sich entscheidet, gleicht einem Glaubensbekenntnis, das von Müttern und Vätern in Internetforen inbrünstig debattiert wird. Die einen lassen nur ihre bunten Tragetücher gelten und verteufeln den Babybjörn. Andere verhöhnen die langen Stoffbahnen zum Knoten als Ökokram und legen ihren Nachwuchs lieber gleich in den Kinderwagen. Damit sind sie in der Minderheit: Zwei Drittel der Weltbevölkerung tragen ihre Kinder, bis vor 200 Jahren wurden diese auch in Europa noch überwiegend am Körper der Mutter getragen. Dann wurden die Tragehilfen von anderen Transportmitteln verdrängt und erst langsam wiederentdeckt.

Es war Erika Hoffmann, die in den 70er-Jahren mit ihrer Firma Didymos die ersten Tragetücher in Deutschland auf den Markt brachte, kurz danach konterte das schwedische Unternehmen Babybjörn mit einer festen Trage, die man sich einfach wie einen Rucksack umschnallen konnte. Mittlerweile gibt es die verschiedensten Tragehilfen und Tragesysteme. Sie heißen Ring-Sling, Mei Tai, Wrap Conversion, Half- oder Fullbuckle.

Für Babys ist es gut, wenn sie überhaupt getragen werden, das belegen Studien. In welcher Trage, ist dabei schon fast egal, wissenschaftlich begründen lässt sich ein eindeutiges Gut oder Schlecht nicht. "Eine beste Tragehilfe gibt es nicht," sagt die Trageberaterin Laura Dingel. "Jeder Träger und jedes Kind ist anders und hat ganz individuelle Bedürfnisse." Auf ein paar Kriterien sollte man dennoch achten: Wichtig für das Kind sind eine aufrechte Position, die sichere Stützung von Rücken, Po und Oberschenkeln in der Anhock-Spreizhaltung, freie Atemwege und natürlich Frischluftzufuhr.