Erkennungszeichen für Singles Armband zum Anbandeln

Schau mir aufs Handgelenk, Kleines! Nach diesem Motto stellt sich ein Pärchen aus Großbritannien die Zukunft des Flirtens vor. Das künftige Erkennungszeichen eines Singles: ein Silikonarmband.

Von Christina Metallinos

Ob an schwitzenden Sportlern, schönen Spielerfrauen oder an Schülerarmen auf dem Pausenhof, alle paar Jahre entsteht wieder ein Hype um ein unterschätztes Modeaccessoire: das Silikonarmband. Mit einer fast schon grazilen Schmalheit gesegnet, schmiegt es sich um Handgelenke auf der ganzen Welt. Dabei hat das Material, aus dem die Bänder sind, zwei Vorteile. Silikon kann in fast jeder erdenklichen Farbe hergestellt werden und es ist billig. So billig, dass man die Armbänder zum Spottpreis verkaufen kann und immer noch gut daran verdient. Zum Beispiel für karitative Zwecke. Lance Armstrong und seine Livestrong-Krebsstiftung haben es vorgemacht. Dem Boston Globe zufolge verkaufte die Organisation seit Einführung des Bändchens etwa 80 Millionen Exemplare.

Beziehungsstatus am Handgelenk

Immer wieder wird das Silikonarmband benutzt, um einen vermeintlich höheren Sinn und Zweck zu propagieren, als einfach nur ein Handgelenk zu zieren. Das jüngste Beispiel kommt aus Großbritannien. Dort träumen Rob Young und seine Freundin Rina Mardahi von einer Welt, in der sich Singles auf der Straße ohne große Worte erkennen. Also gründeten die beiden das Label MY Single Band und verkaufen nun Silikonarmbänder als Erkennungsmerkmal. Es soll "das Unsichtbare sichtbar" machen, schreiben Young und Mardahi auf ihrer Website. Jagt man die Aussage einmal durch den Esoterikübersetzer, ist sie erstaunlich simpel. Mit Hilfe der Armbänder soll man seinen Beziehungsstatus fortan in allen Lebenslagen zur Schau stellen und sich als Freiwild auf dem Beziehungsmarkt outen. Abseits von Facebook und Online-Dating.

Young und Mardahi halten Dating in der echten Welt für eine überaus passive Angelegenheit, der es am zündenden Funken fehle. "Es geht um die erste Verbindung im echten Leben, für die MY Single Band geschaffen wurde", heißt es auf der Webseite des Start-Ups, "es ist so dem Schicksal, der Zukunft und der Bestimmung behilflich." Und damit das keiner der Bandträger vergisst, zieren die Worte Fate, Future und Destiny die Armbänder. Und das alles für schlappe neun Dollar das Stück. Zum Vergleich: So viel kosten neun Bändchen der Livestrong-Stiftung. Ein Preis, der immer noch ausreicht, um mit dem Gewinn eine Krebsstiftung zu unterstützen.

Um den Lifestyleaspekt nicht zu vernachlässigen, ist das MY Single Band in sieben unterschiedlichen Farben erhältlich. So passt das Band zu jedem Outfit im Fitnessstudio, auf der Straße oder wo man eben sonst so angesprochen werden möchte. Ob derjenige nun hetero- oder homosexuell , bereit für Kinder oder schon dreimal geschieden ist, sagen einem die Farben der Armbänder jedoch nicht. Dafür muss man sich wohl doch überwinden - und dem anvisierten Partner ein paar Fragen stellen.