Wintersport Herrmann läuft am Podest vorbei

Langläuferin Denise Hermann: Platz vier im Prolog und der Verfolgung

(Foto: dapd)

Wieder Platz vier für Denise Herrmann: Bei der zweiten Etappe der Tour de Ski verpasst sie nur knapp einen Podestplatz - dafür übernimmt Justyna Kowalczyk die Führung. Axel Teichmann muss aus gesundheitlichen Gründen passen, der Russe Maxim Wylegschanin setzt sich an die Spitze.

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Tour de Ski: Langläuferin Denise Herrmann aus Oberwiesenthal hat auf der zweiten Etappe der Tour de Ski den Kampf um eine Podestplatzierung erneut nur knapp verloren. Im Verfolgerrennen über 9 km im klassischen Stil belegte sie mit einem Rückstand von 48,5 Sekunden auf die überlegene Siegerin Justyna Kowalczyk (Polen) wie bereits im Prolog den vierten Platz. Hinter Kowalczyk, die Prolog-Siegerin Kikkan Randall (USA) das Rote Trikot der Gesamtführenden abnahm, fuhr Tour-Mitfavoritin Therese Johaug (Norwegen/41,4 Sekunden zurück) vor Anne Kyllönen (Finnland/45,0) auf den zweiten Rang. Neben Herrmann überzeugten aus deutscher Sicht auch Nicole Fessel (1:34,3 Minuten zurück) als 15. und Katrin Zeller (beide Oberstdorf/1:58,9) auf Rang 19. Nach einer Ruhepause an Silvester steht am Neujahrstag mit einem Sprint im Schweizer Münstertal die dritte von sieben Tour-Etappen an.

Der Russe Maxim Wylegschanin geht als Führender der Tour de Ski der Langläufer ins neue Jahr. Wylegschanin gewann am Sonntag in Oberhof das Verfolgungsrennen über 15 Kilometer klassisch mit 0,1 Sekunden Vorsprung auf seinen Landsmann Alexander Legkow. 6,5 Sekunden hinter dem Russen erreichte Prologsieger Petter Northug aus Norwegen als Dritter das Ziel. Die deutschen Langläufer steigerten sich nach dem enttäuschenden Auftakt. Andi Kühne aus Oberwiesenthal lief auf Platz elf, der Frankenhainer Jens Filbrich wurde 13. Axel Teichmann aus Bad Lobenstein verzichtete einen Tag nach seinem 22. Platz im Prolog wegen Magen-Darm-Problemen auf einen Start.

Slalom der Frauen: Maria Höfl-Riesch hat das alte Jahr erneut mit einer Spitzenplatzierung abgeschlossen. Beim Slalom am "Zauberberg" in Semmering belegte die Doppel-Olympiasiegerin wie am Vortag im Riesenslalom Rang vier. Mit einem starken zweiten Lauf verbesserte sie sich noch von Rang sechs, verfehlte einen Platz auf dem Podium allerdings um 1,01 Sekunden. Veronika Velez-Zuzulova feierte nach 13 Platzierungen auf dem Treppchen ihren ersten Sieg im Weltcup. Die 28 Jahre alte Slowakin lag am Ende 0,10 Sekunden vor Kathrin Zettel aus Österreich und 0,20 Sekunden vor Tina Maze aus Slowenien. Maze hatte vor dem Finale noch mit 0,55 Sekunden vor Velez-Zuzulova auf Rang eins gelegen. Christina Geiger aus Oberstdorf erreichte mit Rang sechs ihr bestes Resultat im WM-Winter. Lena Dürr (Germering) belegte Rang 24, Veronika Staber (Samerberg-Törwang) Platz 27. Nicht im Finale dabei waren Fanny Chmelar (Partenkirchen/37. im ersten Lauf) und Barbara Wirth (Lenggries/ausgeschieden).

Eisschnelllauf: Mit zwei Saison-Weltbestzeiten hat Eisschnellläuferin Heather Richardson bei den US-Meisterschaften in Salt Lake City ihre Ambitionen auf den Sprint-WM-Titel am 26./27. Januar an selber Stelle unterstrichen. Mit 37,34 Sekunden im zweiten 500 m-Rennen lief sie die bisher schnellste Saisonzeit und verbesserte in wenigen Stunden den amerikanischen 500-m-Rekord zweimal. Im ersten Lauf waren für die 23-Jährige 37,51 Sekunden gestoppt worden. Über 1000 m stellte die frühere Inline-Skate-Weltmeisterin ebenfalls eine neue Saison-Weltbestzeit auf und verbesserte damit den fast zehn Jahre alten US-Rekord auf 1:13,52 Minuten. Die alte Bestmarke von 1:13,83 Minuten hatte Chris Witty 2002 bei ihrem Olympiasieg aufgestellt. Neben Richardson starten bei der Sprint-WM für Gastgeber USA Brittany Bowe und Sugar Todd. Bei den Herren verpasste Doppel-Olympiasieger Shani Davis die Qualifikation für die Sprint-WM. Der Weltmeister von 2009 gewann zwar die 1000 m (1:08,57), belegte aber durch schwache 500 m nur den sechsten Platz in der Gesamtwertung. US-Sprintmeister wurde Mitchell Whitmore, der wie Jonathan Garcia ein WM-Ticket löste.

Tour de Ski, Frauen: Die Amerikanerin Kikkan Randall hat am Samstag den Prolog der siebten Tour de Ski gewonnen und das Rote Trikot der Spitzenreiterin übernommen. Im Freistilrennen über 3,1 Kilometer setzte sie sich in Oberhof in 7:28,1 Minuten vor der Schwedin Charlotte Kalla durch. Dritte wurde die dreimalige Tour-Siegerin Justyna Kowalczyk aus Polen (4,7 Sek. zurück). Als beste deutsche Skilangläuferin landete Denise Herrmann aus Oberwiesenthal zum Auftakt auf einem hervorragenden vierten Platz; sie hatte 9,3 Sekunden Rückstand auf die Siegerin Randall.

Tour de Ski, Männer: Der Norweger Petter Northug hat wie im Vorjahr den Prolog der Tour de Ski gewonnen. Im Freistilrennen über 4,0 Kilometer setzte er sich am Samstag in Oberhof in 8:28,7 Minuten vor dem Schweden Marcus Hellner durch, der 6,1 Sekunden zurücklag. Dritter wurde der Russe Alexander Legkow (7,2 Sekunden zurück). Als bester deutscher Skilangläufer landete der Bad Lobensteiner Axel Teichmann mit 22,8 Sekunden Rückstand auf Northug auf dem 22. Platz; Tobias Angerer aus Vachendorf wurde zum Auftakt 24.

Skispringen: Team-Olympiasieger Stephan Hocke hat vor dem Auftakt der Vierschanzentournee das sofortige Ende seiner Skisprung-Karriere verkündet. Der 29-Jährige begründete seinen Rücktritt mit fehlender Perspektive und Motivation. "Ich sehe keine Möglichkeiten mehr, meine sportlichen Ziele zu verwirklichen. Mir fehlt dadurch die Motivation, den Leistungssport auf höchstem Niveau weiter zu betreiben", sagte Hocke. Der Thüringer war im Winter 2001/02 als damals 18-Jähriger in die Weltspitze durchgestartet. Bei seinem Weltcup-Debüt in Kuopio wurde er auf Anhieb Siebter, drei Wochen später feierte er in Engelberg seinen ersten und zugleich letzten Weltcupsieg. In Salt Lake City sprang Hocke dann gemeinsam mit Sven Hannawald, Martin Schmitt und Michael Uhrmann zum olympischen Mannschaftsgold.

"Wir respektieren die Entscheidung von Stephan und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute", sagte Horst Hüttel, Sportlicher Leiter Skisprung/Nordische Kombination im Deutschen Skiverband (DSV): "Wir würden uns freuen, wenn Stephan seine Erfahrungen und sein Know-how im Verband weitergeben könnte. Die Tür steht ihm jederzeit offen."